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Neue Bücher
9,95 Euro ist ein fairer Preis für das kleine Borgward-Buch aus der Motor-Chronik-Reihe. In bekannter Form wird die Fahrzeuggeschichte des Bremer Herstellers von 1947 bis zum Ende 1961 dokumentiert: Bilder aus alten Werbeprospekten und -Broschüren kombiniert Martin Roland mit eigenen kurzen Texten, in denen die Modellbesonderheiten knapp beschrieben sind. Ein kleiner Abschnitt über den erfolglosen Wiederbelebungsversuch in Mexiko beschließt den PWK-Teil. Damit nicht genug, eigentlich sind es zwei Bücher in einem: In der zweiten Hälfte des Buchs behandelt Walter Zeichner in gleicher Weise die Lastwagen-Historie, für PKW-Interessierte ein spannender Ausflug in eine andere Auto-Welt. Allerdings ist die Nachkriegszeit von Borward damit noch nicht vollständig beschrieben: es fehlt ein Kapitel über den Rennsport. Trotzdem ist das kleine Buch nicht nur für den Borgward-Freund eine Empfehlung. dr
Martin Roland / Walter Zeichner
Die Buchreihe „Bewegte Zeiten“ widmet sich Fahrzeugen, die für die Motorisierung Deutschlands in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts typisch waren. Der vierzehnte Band nimmt sich der „Rekord“-Baureihen von Opel an. Nach dem Krieg ist die in den Dreissiger Jahren konstruierte Baureihe „Olympia“ das Modell, mit dem die Produktion wieder aufgenommen wird. Ab 1953 erhält die Limousine den Beinamen „Rekord“ und bis zum Sommer 1957 werden davon knapp eine Million Exemplare gebaut. Auch die Nachfolgemodelle - zwei- und viertürige Limousinen, Coupés und der "Caravan" genannte Kombi - sind Erfolgsmodelle und der günstige 1200er macht bis 1963 dem Käfer Konkurrenz. Rekord-Modelle halten über Jahre den zweiten Platz in der bundesdeutschen Zulassungsstatistik. Mit ihrem amerikanisch inspirierten Design mit reichlich Chrom und geschwungenen Panorama-Scheiben treffen sie exakt den herrschenden Zeitgeist. Peter Kurze, Eckhart Bartels
Der zwölfte Band der Buchreihe „Bewegte Zeiten“ hat Citroëns legendäre „Ente“ zum Thema. Wurden in Deutschland zwischen 1959 und 1992 mehr als 250 000 Exemplare des individuellen und dabei überaus praktischen Sparmobils verkauft, waren es weltweit etwa 3,8 Millionen. Der robuste Zweizylinder-Boxer war in Frankreich schon seit 1948 auf dem Markt. Bis 1970 genügten ganze 16 PS für den Vortrieb, zum Ende der Karriere waren es üppige 29. Die „Ente“ war für viele ihrer Fans Lebenseinstellung: Reine Lebensfreude, gepaart mit üppigem Federungskomfort und einem grossen Rolldach, das im Sommer für echte Cabrio-Gefühle sorgte. Peter Kurze, Ulrich Knaack
In den 60er und 70er Jahren war das Interesse an der Sportwagen-Weltmeisterschaft riesengroß auch in Deutschland. Porsche, anfangs nur Klassenprimus, kämpfte mehr und mehr um Gesamtsiege im Pendant zur Formel-1-WM. Noch bevor die legendären Typen 910, 907, 908, 917 und 917/10 und 917/30 zwischen 1967 und 1973 glorreiche Erfolge erzielten, unter anderem den Gewinn der Marken-Weltmeisterschaft, den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und die Siege in der CanAm-Serie, hatten die Zuffenhausener schon mit dem 904 und Carrera 6 für Furore in den Langstreckenrennen gesorgt. Bill Oursler
Noch ein BMW-02-Buch - als ob der Markt nicht schon voll genug davon wäre. Das haben sich auch Schneider und Schrader gedacht und nach einer Möglichkeit gesucht, dem 02-Freund und -Besitzer einen Mehrwert zu bieten, der das neue Buch attraktiv macht. Und sie haben ihn gefunden: der sehr fundierte und vollständige historische Teil nimmt etwa zwei Drittel des Buches ein, auf den weiteren Seiten dokumentieren die Autoren in allen Einzelheiten die Komplettrestaurierung eines 2002 mit Mitteln, die einem "Normalschrauber" zur Verfügung stehen und unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte. Genau dieser Teil ist es, der das Buch besonders empfehlenswert macht - die Arbeiten sind gut dokumentiert und alle zugrundelegenden Überlegungen und Entscheidungen werden beschrieben. Dass der historische Teil, der auch die "Neue Klasse" als Basis, alle Sondermodelle und die Rennsportmodelle beschreibt, keine Lücken läßt, macht das Buch rundum gelungen. dr
Hans-Jürgen Schneider, Halwart Schrader
Bücher über Rennstrecken sind selten. Vor einigen Jahren gab es bei Heel die Übersetzung eines englischen Buches von Peter Higham und Bruce Jones, das 82 permanente Rundstrecken vorstellte. Allerdings fehlten neben den Bergrennstrecken auch berühmte Straßenkurse wie die Targa Florio oder die Mille Miglia. Genau damit möchte das neue, im Motorbuch als Übersetzung aus dem Englischen erschienene Buch von Richard Meaden punkten. Auf 223 Seiten behandelt der Autor sechs Kategorien, Straßenrennen, Rundstrecken, Rallyes, Grand-Prix-Strecken, Bergrennen und Rekordversuche. Da bleibt nur Platz für wenige Strecken - und der wird auch noch vergeudet. So findet der Leser in der Rubrik "Straßenrennen" neben Florio, Mille Miglia, Carrera Panamericana und der Tour de France Automobile die "Targa Tasmania", eine 1992 ins Leben gerufene Veranstaltung für klassische Fahrzeuge ohne jedes historische Vorbild. Bei den Rallyes lebt der Autor dann seine britischen Vorlieben aus - die Jim-Clark-Rallye, erstmals 1992 gefahren und die Manx-Rallye, immerhin schon seit 1963 im Programm, werden beschrieben, eine East-Africa-Safari allerdings fehlt. Erstaunlich jedoch ist, dass ein Brite sowohl das Bergrennen von Shelsley Walsh, das seit 1904 gefahren wird und damit das älteste Rennen der Welt ist, als auch Brooklands ausläßt. Auch die 30 Streckenbeschreibungen selbst sind knapp gehalten, mit den Artikeln über historische Rennnstrecken, wie sie zum Beispiel regelmäßig in der englischen "Motorsport" veröffentlicht werden, können sie weder vom Umfang, noch vom Bildmaterial mithalten. dr
Richard Meaden
Das preisgünstige Bändchen nimmt sich der französischen Luuxusmarke Bugatti an. Legendäre Sportwagen und großes Design kamen aus dem elsässischen Molsheim. 1963 ging die Marke unter, um 1998 unter VW-Ägide glanzvoll wieder aufzuerstehen. Das Buch glänzt mit Daten zu Fakten zu allen Modellen der Marke bis heute. Das hilft, über die eklatanten sprachlichen Mängel des Werkes hinweg zu sehen. rr Wolfgang Schmarbeck/Gabriele Wolbold
1961 war das erste Jahr der 1,5-Liter-Formel1. In Deutschland gab es nur einen Hersteller, der willens und imstande war mitzumischen: Porsche. Zunächst reichte der Monoposto namens 718, der im Herzen noch ein Spyder war. Dann aber ging Porsche aufs Ganze und baute den bis heute letzten deutschen Formel-1-Renner aus einer Hand. Motor, Fahrgestell, Karosserie und Bremsen des 804 waren hausgemacht und ergaben einen echten Silberpfeil. Es war ein bisschen zu viel und ein bisschen zu teuer, aber es war ein überaus spannendes Stück Rennsportgeschichte. Wunderbare, bislang unveröffentlichte Bilder illustrieren die Erinnerungen jener, die dabei waren, und eine vollständige Statistik rundet die erste umfassende Dokumentation über Porsches Formel-1-Experiment ab. Dieses Werk schließt die letzte große Lücke in Ihrer Porsche-Sammlung. pt
Födisch, Jörg-Thomas / Neßhöver, Jost / Behrndt, Michael / Roßbach, Rainer
Gebhardts Buch startet mit der Abkehr von schweren und hochbeinigen LKW-Fahrgestellen für den Busbau in den 30er Jahren. Mit der Einführung von Niederahmenfahrgestellen beginnt die eigentliche Omnibusentwicklung als eigenständige Fahrzeuggattung. Gestaltungsfreiheit, wachsende Komfortanforderung und die Einführung der selbsttragenden Bauweise ermöglichen Freiheiten beim Design und der Raumnutzung. Gebhardt stellt alle deutschen Hersteller, nach Herstellern alphabetisch geordnet, vor. Dazu verwendet er vor allem historische Fotos und Werbematerialien, die die Fahrzeuge im Kontext ihrer Zeit präsentieren. Gestaltung und Auswahl des Materials machen das Buch zu einem knapp kommentierten Bilderbuch - technische Daten und Hintergrund-Informationen zur Firmengeschichte fehlen vollständig. Trotzdem ein schönes Buch, da es die Zeit, bevor Busse überdimensionierte fahrende Quader waren, wieder zum Leben erweckt. dr
Wolfgang H. Gebhardt
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