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Oldtimer GrandPrix 2001, Nürburgring
16.08.2001 Bilder:
Anfang August fährt man zum Nürburgring, wenn man alte Autos liebt, auch wenn der Oldtimer-GrandPrix in den letzten Jahren stark in die Kritik geraten war. Alle, die trotzdem wieder gekommen waren, wurden dieses Jahr mit einer Veranstaltung belohnt, die an alte Traditionen anknüpfte. Natürlich kamen den Planern aktuelle Entwicklungen in der Herstellerlandschaft entgegen. Maserati ist nun beim Ferrari-Club nun im Fahrerlager zu finden, statt draußen. Und man schottet sich nicht mehr elitär ab, sondern ist für alle offen, mit freundlichem Mitarbeitern des Vertriebs, die sich um die Besucher bemühten, dazu gab es die Studie eines Monoposto auf Coupe-Basis.Alfa Romeo stieg ins obere Fahrerlager auf als Ergebnis des Maserati-Präsenz. Mit den Wagen der Teilnehmer hatten dadurch die Autos endlich wieder die Oberhand über die VIP-Zelte. Leider schotteten sich die besseren Teilnehmer, mit ihren Formel-1-, Supersport- und Langstreckenrennwagen in den Boxen ab, die Tore zum Fahrerlager hin waren meist geschlossen, ein Blick durch die Fenster war alles, was man außerhalb der Rennen von den Fahrzeugen zu sehen bekam. Wer gekommen war, um Rennen mit alten Autos zu sehen, mußte mit Licht und Schatten zufrieden sein. So war die Supersport-Klasse vor Jahren deutlich besser besetzt, dafür gab es diesmal allerdings den Lauf "European Sports Prototype Trophy". Wenn da neben den Porsche 906/907/908/910, den Lola T70 und den Chevron statt des unpassenden 917/10 noch ein 917K und ein Ferrari 512S dabei gewesen wären, hätten wir ein typisches Starterfelder der Langstrecken-WM 1970/1971 gesehen. Aber auch so war es einer der Höhepunkte der Veranstaltung. Das Formel-1-Feld bot Fahrzeugtechnik von 1970 bis in die Achtziger hinein und mehr Autos, als heute bei einem Formel-1-WM-Lauf an den Start gingen. Insgesamt war die Qualität der Starterfelder aber nicht so gut wie in vergangenen Jahren. Bei den Rennen wurde zum Teil heftig gekämpft, viele beschädigte Fahrzeuge zeigen die Ambitionen ihrer Fahrer, und das, wo es doch letztlich nur um die "Goldene Ananas" geht. Neben einigen Tourenwagen wurden ein Maserati 250F und der BRM P154 Opfer der Erfolgsstrebens. Nachdem die Verbannung der Markenclubs in das Areal westlich der Rennstrecke aufgehoben wurde, war es wieder eine Freude, über die Parkplätze auf Entdeckungsreise zu gehen. Traditionell stark waren die Auftritte von Alfa Romeo, Ferrari Maserati und Porsche im Fahrerlager und BMW und Peugeot auf Parkplätzen. Das besondere der Clubtreffen beim OGP machen aber die kleinen Entdeckungen aus. Wann hat man das letzte Mal einen guten Ford Capri 1600 oder Escort I gesehen? BMW 700, BMW 1600GT und M1 in Procar Optik nebeneinander zeigen, daß hier mehr der Spaß am Auto als die Diskussion über den materiellen Wert der Fahrzeuge dominiert. Ein besonderer Höhepunkt war der Lamborghini 3500 GTZ, ein Einzelstück aus dem Jahr 1965, gebaut von Zagato, der lange verschollen und hier das erste Mal nach seiner Restauration wieder zu sehen war. Die Versteigerung bot eine interessante Bandbreite: Vom Formel-1-Rennwagen der Achziger über einem Ferrari 275 GTS und einem Lancia Appia GTS bis hin zu einem Lancia Gamma 2500 ie Coupé wurde für jeden Geldbeutel etwas geboten. Die erzielten Preise blieben durchweg unter dem erwarteten Ergebnis, einzig ein Alfa 6C 2500S von 1949 übertraf den Zielpreis von 30.000 DM mit 47.000DM deutlich. Der Bugatti 57 erreichte 805.000 DM statt der geschätzten 850.000 DM, der Tagesbeste, ein Ferrari 500 Testa Rossa Spider Corsa von 1956 kam auf 950.000 DM (Ziel: 1.000.000). Am unteren Ende der Preisskala wurde der Lancia Gamma 2500ie für überraschende 4.500 DM verkauft, sehr hoch für einen Dreier mit nachgerüstetem Glasdach und all den Problemen der Gamma-Reihe. Die erhofften 8.000 DM für dieses Fahrzeug waren ohnehin vollkommen überzogen. Ein echter Zagato war schon für 14.000 DM zu bekommen: der Käufer des Lancia Flavia Zagato Sport Berlina (1966) erhielt für diese Summe den Zuschlag. Bis auf ein Fahrzeug wurden alle als verkauft gemeldet, die meisten für Preise unter 50.000 DM. Dazu kam ein Wetter, wie man es in der Eifel nicht besser antreffen kann und machte den Oldtimer-GrandPrix 2001 zu einer gelungenen Veranstaltung.
(Text:
Dieter Roßbach ) |
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