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18.08.2001 Im Barock war es üblich, dass sich Fürsten in ihren Gärten zum Vergnügen und zur Erbauung mythische und historische Begebenheiten nachspielen liessen. Ein Diorama in der gleichen Tradition, aber unvergleichlich demokratischer, findet jedes Jahr in Goodwood in Südengland statt. 100 Jahre Mercedes im Motorsport
Mehr als 100 000 Besucher feierten in diesem Jahr mit dem Earl of March vom 6. bis zum 8. Juli den ersten Einsatz eines Mercedes-Rennwagen vor 100 Jahren. Für den passenden Rahmen sorgte das Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart. Alle wichtigen Wettbewerbsfahrzeuge der Firmengeschichte waren zu sehen, die SSKL der 20er Jahre, die legendären Silberpfeile der 30er und die aktuellen Formel-1-Monoposti. Erstmals wurde auch der Nachbau des berühmten 1954er Renntransportes auf 300SL-Basis gezeigt. Im familiären Klima von Goodwood kam keine museale Distanz zu den Exponaten auf, und so waren alle sonst sorgsam gehüteten Schätze zum Anfassen nahe. Als Reminiszenz an die englischen Gastgeber fuhr John Surtees den W 165 von 1939 und Stirling Moss (wer sonst?) den 300 SLR-Mille Miglia-Siegerwagen von 1955 und liessen auf der Bergstrecke das Flair vergangener, heroischer Renntage neu entstehen. 75Jahre Jahre überlebt: Maserati Die alten Rivalen Ferrari und Maserati hatten ebenfalls eine beeindruckende Palette von Fahrzeugen mitgebracht. Die Marke mit dem Dreizack, die dieses Jahr 75jähriges Jubiläum feiert, zeigte neben diversen Sportwagen und Monoposti auch Juan Manuel Fangios Weltmeisterauto 250 F von 1957.
Die neue Mutter aus Maranello feierte den ersten Formel 1 Sieg vor 50 Jahren (Froilan Gonzalez/Ferrari 375F1/Silverstone 1951) mit den Rennwagen u. a. von Niki Lauda, Jody Scheckter, Gilles Villeneuve und Michael Schuhmacher. Aber auch die privat genannten Autos aus der Manufaktur des Commendatore, wie der wunderschöne 212 P Bergspider von 1969 oder der CanAm-Wagen 712P von 1969, waren außergewöhnlich interessant. Ford-Motorsport zu Hundertsten Ebenso wie Mercedes beteiligt sich Ford seit 100 Jahren an Wettbewerben. Der erste Renner, der "Sweepstake" von 1901, war in Gesellschaft der legendären Ford GT 40, Jim Clarks Lotus Cortina und der erfolgreichen Capri- und Escort-Tourenwagen der Siebziger.
Diverse Formel 1 der 3l-Cosworth-Aera und Pedro de la Rosas Jaguar der diesjährigen Weltmeisterschaft waren Belege für das lange und erfolgreiche Engagement der amerikanischen Firma. 1961: Jack Brabham tritt mit eigenem Wagen an Von den ersten Climax-angetriebenen Formel-Wagen, seltenen Sportwagen der Baureihen BT5 und BT8, den Brabham-Repco BT 24-Champions, dem nach einem Sieg aus der F1-Serie verbannten "Fan-Car" von 1978 bis zu Nelson Piquets Weltmeisterwagen Brabham-BMW BT 52 reichte die Palette. Für Besucher vom Kontinent gab es Überraschungen wie den Vauxhall BrabhamViva oder den Formel 2-Brabham Honda BT 18 von 1966. BMW und Porsche Die Bayern engagierten sich werksseitig und hatten, neben diversen Motorrädern, selten gesehene Fahrzeuge wie den Bergrenner 700RS von 1960 dabei. Aber auch der Le Mans-Sieger V12 LMR (1999) und Juan Pablo Montoya auf dem Williams-BMW FW22 nahmen die Strecke unter die Räder. Die Porsche-Präsenz war privat getragen: 908/2, 908/3 und 917 K waren die Repräsentanten der erfolgreichen Markenweltmeisterschaften Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre. Spektakulär, weil ein absolutes Einzelstück, war der 917 PA-CanAm-Renner von 1969, der auf eine Meute 917/10 traf.
Viele Formel 1-Teams, alle englischen Traditionsmarken, Indy-Renner, aktuelle und historische Le Mans-Teilnehmer, Rallye Monte Carlo-Gewinner und Alfa Romeos Museo Storico mit Disco Volante, TZ, 33/2 und 33/3 spannten den weiteren Bogen der Veranstaltung. Vollständigkeit in der Darstellung wäre nur zu erzielen, wenn man alle Teilnehmer (und alle waren wirklich faszinierend!) in einem Mantra herunterbeten würde. Der Kenntnisreichtum und der Qualitätsanspruch der Ausrichter machten auch das diesjährige "Festival of Speed" wieder zu einer der wichtigsten Oldtimer-Veranstaltungen in Europa. Weitere Bilder finden Sie hier. (Text: Rainer Rossbach, (Fotos: Rainer Rossbach, Dieter Rossbach) |
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