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Einmal Ostblock und Zurück
16.08.2001
Die Firmengründer Vaclav Laurin und Vaclav Klement hatten sich schon 1901 für ein Engagement im Motorsport entschieden, kurz nach dem Produktionsstart ihres ersten motorisierten Gefährts, einem 1-Zylinder Motorrad. Ein kluger und mutiger Schritt, bedenkt man die Distanz von 1200 Kilometern, die bei der Fernfahrt Paris - Berlin zu überwinden war. 1903 nahm das Werk an 34 Motorradrennen teil und gewann hiervon 32. L&K's erster Werksrennfahrer, Vaclav Vondrch, stellte sich 1905 den Besten der Welt mit einer 2-Zylinder Rennmaschine beim ersten offiziell als "Motorrad-Weltmeisterschaft" bezeichneten Rennen in der Nähe von Paris. Nach 300 Rennkilometern sah er als erster Weltmeister die Zielflagge. In Mlada Boleslav stieg man 1905 in die Automobilproduktion ein und siegte 1906 mit einem L&K Automobil. Fahrer wie Otto Hieronimus und Graf Kolowrat gewannen in den Folgejahren gegen leistungsmäßig überlegene Fahrzeuge. L&K baute darum 1911 einen Spezialrennwagen, dessen hochbauender 4-Zylinder Motor aus 5672 ccm 100 PS lieferte. Hiermit wurde man Erster bei der Alpenfahrt und der sizilianischen Targa Florio.
Schon 1948 trat man wieder beim 24-Stunden Rennen von Spa Francorchamps an, 1950 in Le Mans und 1957 bei der Mille Miglia, doch dann senkte sich der "Eiserne Vorhang" über Skodas internationales Sportengagement. Mlada Boleslav entwickelte zwar Kompressorwagen und sogar F3 Monoposti, doch nur seriennahe Octavias zeigten der restlichen Welt im Rallyesport 1961 und 1962, dass mit Skoda noch zu rechnen war. Der Modellwechsel 1964 zu den Heckmotor-Typen brachte zusätzliche Traktion auf der Hinterachse und gleichzeitig ungezählte Klassensiege, jetzt auch wieder international bei den bedeutendsten Weltmeisterschaftsläufen. Das 1975 gebaute Sportcoupe 130 RS entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Renn- und Rallyewagen in seiner Zeit und Klasse. 1981 wurde mit einem 130 RS die Europäische Tourenwagen-Meisterschaft gewonnen. Die 1991 gegründete Abteilung Skoda Motorsport setzte das neue Modell Favorit ein und erreichte 1993 bei acht Läufen der Rallye-Weltmeisterschaft, acht Klassensiege. 1994 gewannen die 1,3-Liter Favorit die FIA F2 Rallyeweltmeisterschaft für Fahrzeuge bis zu 2-Liter Hubraum. Der neue Skoda Felicia krönte das Debütjahr 1995 mit dem Podiumsplatz im Gesamtklassement bei der britischen RAC Rallye. Der erste Weltkrieg verordnete dem Rennsport in Europa die erste Zwangspause; der folgende Zusammenbruch der Absatzmärkte machte andere Prioritäten notwendig. 1933 meldeten sich drei 6-Zylinder Rennwagen bei der tschechischen "Mille Miglia" zurück, auf dem Kühlergrill trugen sie inzwischen den Namen Skoda. Erfolge stellten sich umgehend auf der ganzen Welt ein, erst mit einem offenen Skoda Popular bei der Rallye Monte-Carlo 1936, dann in Afrika, Südamerika und auf dem Bal kan. Wie früher die Laurin & Klement Wagen, so überzeugten auch die auf Serienfahrzeugen basierenden Skodas durch ihre Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit in materialstrapazierenden Langstreckenrennen.
Der jüngste Schritt in der großen Motorsportgeschichte erfolgte in zwei Etappen. Zunächst startete SkodaAuto mit Octavia Kit-Cars in der Zwei-Liter-Klasse der Rallye-Europameisterschaft. Die Werks- piloten Pavel Sibera und Emil Triner machten von 260 PS reichlich Gebrauch und holten für Skoda 1998 die Europameisterschaft in ihrer Klasse. Ein Jahr später folgte der Sprung in die Königsklasse: in die Rallye Weltmeisterschaft. Armin Schwarz, Deutschlands einziger Rallyepilot mit Werksvertrag in der Weltmeisterschaft, war von Anfang an dabei. In dieser Saison fahren die Belgier Bruno Thiry/Stephane Prevot auf dem zweiten Octavia WRC. Zum Start der Meisterschaft des Jahres 2001 belegten Armin Schwarz und sein Beifahrer Manfred Hiemer bei der Rallye Monte Carlo den vierten Platz in der Gesamtwertung. Bestes Saisonergebnis bisher war der dritte Platz bei der East African Safari-Rallye vom 19. - 22. Juli 2001 ebenfalls durch Schwarz und Hiemer.
(Text:
Rainer Rossbach ) |
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