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Aktualisiert am 01.08.2010
© 2010 virto GmbH
Bertone Filo: Von "Fly-by-Wire" zu "Drive-by-Wire"

1.10.2001

Bertone Filo
 Das Karosseriedesign schreibt die gewohnte Van-Architektur weiter

Im Filo (italienisch für Draht) entwirft Bertone die Vision des Autos von morgen und holt Flugzeugtechnik auf den Boden. Das "drive-by-wire" Konzept definiert die Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine neu. Lenkung, Gangschaltung, Bremsen werden über elektronische Impulse kontrolliert. In nur zwei bis drei Modellgenerationen soll die "drive-by-wire"-Technologie von Bertone serienmäßig verfügbar sein. Möglich ist dies, indem Flugzeugtechnologie auf Automobiltechnologie übertragen und angepaßt wird. In Zusammenarbeit mit der Svenska Kugellager Fabrik (SKF) hat Bertone Stile das Concept Car entwickelt. Ein elektrischer Motor mit eigenem Schaltsystem treibt das Auto per Knopfdruck an. Sogenannte "Ball-and-Roller-Screws" übernehmen die Aufgabe, lineare Bewegungsenergie in rollende umzuwandeln.

Statt an einer herkömmlichen Säule ist die Lenkung an einem Gelenkarm befestigt, der aus der Lehne neben dem Fahrer herausragt. Als zentrale Steuereinheit beherbergt es sämtliche Funktionseinheiten, die zum Fahren notwendig sind. Das Design erinnert an das Lenkrad eines Formel-1 Rennwagens. Das Ein- und Aussteigen wird erleichtert, da es hoch geklappt werden kann. Auch sonst wurde auf die Bequemlichkeit der Fahrgäste bei der Konezption des Innenraumes besonderes Augenmerk gelegt. Die B-Säule ist völlig entfallen. Die hintere Sitzbank ist erhöht, so dass die Passagiere eine bessere Sicht nach vorne haben. Alle Fahrzeuginsassen haben Zugriff auf Telematikeinheiten.

Lenkeinheit
 Die Lenkeinheit ist inspiriert von aktueller Formel-1-Technik

Die Bremsen des Filo, entwickelt von Brembo, funktionieren ebenfalls elektronisch. Bertone betrachtet das hydraulische Bremssystem als überholt und damit auch die Notwendigkeit eines Bremspedals. Im Gegensatz zum neuen Mercedes SL, dessen Bremsen schon heute über elektrische Impulse aktiviert werden, sind im Bertone File keine Pedale mehr vorhanden. Der Fahrer oder die Fahrerin erhalten damit eine völlig neue Beinfreiheit

Dennoch muß das Konzept noch weiter entwickelt werden. Das empfindliche elektronische System muß vor Außeneinflüssen geschützt werden. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Versiegelung. Und obwohl das Bremssystem schon im jetzigen Entwicklungsstadium einem Vergleich mit dem herkömmlichen System standhält, wird auch in diesem Bereich weiter geforscht und optimiert.

Aber eigentlich liegt die Leistung der Designer auf einem völlig anderen Gebiet. Die Vision ist, das Auto zu einem wohnlichen, mobilen voll kommunikationsfähigen Lebensraum zu entwickeln. Roberto Piatti, Geschäftsführer von Stile Bertone: "Unser Zuhause hat sich im Laufe der Zeit zu einem System entwickelt, das unterschiedliche Technologien integriert. Wir sind der Meinung, dass die Zeit reif ist, auch die Automobile entsprechend anzupassen. Zu diesem Zweck werden die typischen Kennzeichen einer wohnlichen Umgebung verwendet: weiche Oberflächen, warme weiche Farben, natürliche Materialien, dezente Beleuchtung und einfach zu bedienende Radio-, Video-, Navigations- und Kommunikationssysteme."

Komfort für Passagiere
 Alle Passagiere haben Zugriff auf Kommunikations- und Komfortfunktionen

In Zusammenarbeit mit Nokia wurde ein Telematiksystem entwickelt, das in Zukunft eine drahtlose Kommunikation im Auto ermöglichen soll. Techniken wie Bluetooth, WAP u.a. sollen eine intelligente Einheit bilden, die sowohl Effizienz und Sicherheit als auch Unterhaltung für die Passagiere bieten soll. Gedacht wird neben Verkehrsinformationen, Routenplanung, Wetterinformationen auch an Ferndiagnosen bei Pannen. Über Internet sollen für die Unterhaltung z.B. Filme heruntergeladen werden können. Auch Musikfans dürften voll auf ihre Kosten kommen. In Zusammenarbeit mit der Firma Bose wurde das Audio-Entertainment-System entwickelt, das den Sound in der Fahrgastzelle verbessert.

(Text: Sangita Popat )
(Fotos: Bertone)

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