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Aktualisiert am 31.12.2011
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Froschkönig

07.10.2001

Frogster
 Der kleine Prinz: Opel Frogster

Cool und wandlungsfähig soll er sein: Der "Frogster" wurde von Opel auf der IAA 2001 vorgestellt. Die kompakte Studie verfügt über kein herkömmliches Dach, statt dessen sorgt ein stabiles, elektrisch getriebenes Rollo für Wetterschutz und Wandlungsfähigkeit. Zusammen mit den vier, einzeln umlegbaren Sitzen kann der Fahrer den Frogster so per Knopfdruck als ein- oder zweisitzigen Roadster, drei- oder viersitziges Cabriolet oder als Pick-up konfigurieren. Zum Parken wird der Rollladen einfach bis zur Frontscheibe vorgezogen.

Eine weitere Innovation des Verwandlungskünstlers ist ein zentral in die Armaturentafel einsteckbarer Mini-Computer. Mit ihm hat der Frogster-Fahrer ein Teil seines Autos immer in der Tasche. Denn dieser PDA soll nicht nur als persönlicher elektronischer Helfer dienen, sondern, per Funk, auch als "Autoschlüssel" oder zur Steuerung des Rollos. Eingeklippst in die Mittelkonsole des Frogster wird der Rechner zum Display für Radio, Navigation oder Heizung und Klima. (In Anbetracht der Stabilität heutiger Betriebssystemsoftware bleibt zu hoffen, das diese robuster als üblich ausfällt - nicht auszudenken, dass der Frogster wegen eines Systemabsturzes oder wegen Viren den Geist aufgeben würde).

 Film per Doppelklick:
 Wer hat Angst vorm PDA?

"Wir haben uns gefragt, wie ein Auto für die "Generation Playstation' aussehen müsste" , erinnert sich Opel-Design-Direktor Hans Seer. "Dabei kamen wir zu den Eckwerten "klein, preiswert, offen einerseits" - andererseits zu Begriffen wie "jung, spritzig, frisch. Das Resultat ist ein offener Kleinwage auf Basis des Agila, mit hoher Gürtellinie, grosser Innenraum-Variabilität und rustikalen Karosseriedetails." Das Fahrzeug zeigt Opel-typische Gestaltungsmerkmale wie die große trapezförmige Front und deutlich akzentuierte Radhäuser.

Zu erwähnen sind zahlreiche praktische Details. Dazu zählen beispielsweise seitliche Trittstufen oder wie Haltegriffe geformte große Verzurrösen am Heck. Zwei kleine Ladeklappen hinter den Türen öffnen den Zugang zur Ladefläche selbst bei geschlossenem Rollo. Charakterbildendes Merkmal des kleinen Verwandlungstalents, der wie der Corsa Eco über den ECOTEC 1.0 12V-Benziner (43 kW/58 PS) kombiniert mit dem innovativen Easytronic-Getriebe verfügt, ist das horizontale Rollo, das sowohl Dach als auch Kofferraum-Klappe ersetzt. Es besteht aus stabilen Aluminiumprofilen, die von Gummieinsätzen klapperfrei und wasserdicht verbunden werden. Das im Automobilbau völlig neue Element hat seine Bewährungsprobe unter härtesten Bedingungen seit langem bestanden: Senkrecht angeordnet, sichert es in Feuerwehr-Rüstwagen die lebensrettende Ladung. Die Alu-Lamellen werden von einem integrierten Elektromotor direkt am Heckabschluss aufgerollt. In dieser Konfiguration ist der Frogster ein Pick-up: Sind die Rücksitze gleichzeitig umgeklappt, beträgt die Ladelänge 1.250 Millimeter, bei Vierer-Bestuhlung bleiben immerhin 650 Millimeter Staulänge. Reichen diese Maße nicht, kann der Beifahrersitz umgeklappt werden. Wird das Rollo in seinen auf Höhe der Fahrzeug-Gürtellinie angebrachten Schienen geschlossen, entsteht in der ersten Stufe ein viersitziges Cabriolet.
Variabel Rollo Neopren
Variabel: die Karosserie Originell: Alu-Rollo Pflegeleicht: Neopren-Sitze
Die nächste Stufe macht den Frogster zum zweisitzigen Roadster, wobei die hinteren Sitzlehnen automatisch nach vorn klappen. Die letzte Stufe, bei der das Rollo innerhalb von 25 Sekunden auf seine volle Länge von drei Metern entrollt wird, ist die Parkstellung: Auch die vorderen Sitzlehnen klappen aus dem Weg, das Lenkrad wird einige Grad nach unten geneigt, die Abdeckung schließt bündig und regenfest mit der Frontscheibe ab.

Die Anspruchslosigkeit des Wetterschutzes setzt sich im Innenraum fort. Als Stoff für die vier einzeln elektrisch umlegbaren Sitze wurde ein Material gewählt, das an das Neopren erinnert. Der Vorteil der Materialwahl: Auch gelegentliche Regenschauer bei zurückgeschobenem Rollo hinterlassen keine bleibende Spuren. Durch den herausnehmbaren PDA steckt der Frogster immer in Hosentasche seines Besitzers. Der mobile Computer dient zum Öffnen und Schließen der Türen, die gewünschte Stellung des Rollos wird ebenfalls per PDA-Fernbedienung vorgewählt. Zentral in der Armaturentafel eingeklippst zeigt er wichtige Komfortfunktionen wie etwa Heizungs- und Klimaanlage an. Denn das fest vor dem Fahrer installierte digitale Display im Format 110 x 50 Millimeter beschränkt sich auf die Anzeige der unmittelbaren automobilen Funktionen: Tempo, Drehzahl, Tankinhalt, Ganganzeige der Easytronic und der vorgeschriebenen Warnlampen für Blinker oder Fernlicht.

Der Name der Studie ist übrigens ein Zitat aus der Opel-Geschichte. Ab 1924 hatte das Unternehmen einen Riesenerfolg mit dem offenen Kleinwagen 4/12 PS, der wegen seiner grüne Farbe im Volksmund schnell den Spitznamen "Laubfrosch" bekam. "Mit dem Frogster will Opel zukünftige Generationen von Autofahrern ansprechen", erläutert Opel-Vorstandschef Carl-Peter Forster: "Praktische Autos müssen nicht langweilig sein". Gut gesprochen, aber leider wird den Prinzessinnen (und auch Prinzen) verwehrt, den kleinen Frosch wachzuküssen.

(Text: Rainer Rossbach )
(Fotos: Opel)

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