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Aktualisiert am 31.12.2011
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Guggenheim-Museum Las Vegas eröffnet mit "The Art of the Motorcycle"

8.10.2001

Indian
Indian und andere Kultmaschinen in avantgardistischer Architektur

Im Museumsbau des holländischen Avantgardearchitekten Rem Koolhaas ist auf dem Areal des Venetian Resorts-Hotel-Casino mit dem Guggenheim Las Vegas das siebte Museum der Solomon R. Guggenheim Foundation eröffnet worden.

Neu konzipiert vom amerikanischen Architektur-Guru Frank Gehry, zeigt Guggenheim vom 7. Oktober 2001 bis 7. Juli 2002 "The Art of the Motorcycle" mit 130 Motorräder von 40 Herstellern aus der ganzen Welt. Die Ausstellung schlägt eine Brücke zwischen Kunst, Kultur und Technik und dokumentiert, wie sich das Motorrad vom Vehikel zum Kulturgut entwickelt hat.

Anfang der 90er Jahre begeisterte Thomas Krens, Direktor der Solomon R. Guggenheim Foundation, BMW für seine Idee einer Ausstellung über das Phänomen Motorrad. Er sprach wie selbstverständlich vom "Kulturgut Motorrad". Schon damals faszinierte der Gedanke an eine Wertverschiebung. Das Motorrad war nicht mehr nur ein Zweirad mit Verbrennungsmotor, ein technisches Fortbewegungsmittel und Industrieprodukt und ein Mittelding zwischen Automobil und Fahrrad. Das Motorrad gewann eine kulturelle Perspektive. Technische wie künstlerische Bereiche werden als gleichwertige Bestandteile unserer kulturellen Gegenwart gezeigt: Technik prägt unsere Kultur, wie diese unsere technischen Lebenswelten kultiviert.

Für die Geschichte der Kunst und mehr noch für die Geschichte des Motorrads war 1998 ein denkwürdiges Jahr. Am 25. Juni dieses Jahres wurde im Guggenheim-Museum in New York die Ausstellung "The Art of the Motorcycle" erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Motorräder in einem Fahrzeug- oder Technik-Museum: Das hat es seit Erfindung des Motorrads im 19. Jahrhundert immer wieder gegeben. Motorräder als Objekte einer eigenen Ausstellung in einem weltberühmtem Kunstmuseum - das hatte die Welt bis dahin noch nie gesehen. Entsprechend unterschiedlich fielen die ersten Reaktionen auf dieses Aufsehen erregende Projekt in der Öffentlichkeit aus.

Indian
"The Wild One" mit Marlon Brando machte 1954 Motorradfahren zum Kult

Viele sprachen von einer Sensation, von einer faszinierenden Idee, einige von einem Skandal, von der Entweihung eines Kunsttempels. Für das Museum of Modern Art ebenfalls in Manhattan war dieses Konzept schon längst etabliert: Die Designabteilung zeigt Gebrauchsdesign, das unserem Alltag ein Gesicht gibt.

"Motorräder sind Maschinen mit Charisma, sie erwecken Urgefühle von Freiheit und Furcht, Wagemut und Neugier", schreibt Melissa Pierson in ihrem Buch "Über die Leidenschaft ein Motorrad zu fahren". Und so ist das Motorrad ein Verkehrsmittel jenseits der Rationalität, ein Vehikel der Lust und der Meditation - frei nach Tao, "Der Weg ist das Ziel".

"The Art of the Motorcycle" wurde zu einem sensationellen Erfolg. Die seinerzeit ebenfalls von Frank Gehry inszenierte Ausstellung im Guggenheim in New York avancierte zur bestbesuchten Schau seit der Eröffnung des Museums im Jahre 1959. Auch das Gastspiel im architektonisch revolutionären Guggenheim-Museum im spanischen Bilbao verzeichnete im Jahr 2000 einen Besucherrekord. Insgesamt haben schon mehr als eine Million Menschen "The Art of the Motorcycle" gesehen.

(Text: Rainer Rossbach)
(Fotos: BMW)

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