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Lancia in Speyer:" Faszination und Leidenschaft"
13.11.2001
Eigentlich ist das Technikmuseum Speyer nicht gerade der richtige Ort, um die technische und künstlerische Geschichte einer Marke wie Lancia in einer Sonderausstellung zu präsentieren, denn die Ausstellungshalle ist voller Exponate, die schon durch ihre schiere Größe oder Exzentrik die Besonderheiten im Design und im technischen Entwurf vom Fahrzeugen wie einem Lancia Lambda überdecken. Dampflok-Demonstationen beherrschen die Akustik, Flugzeuge unter der Decke lenken den Blick nach oben, große amerikanische Feuerwehrautos dominieren mit ihrer roten Farbe. Die Fülle der Objekte erzwingt, die Fahrzeuge der Sonderausstellung gedrängt zu präsentieren. Trotzdem ist die Lancia-Ausstellung, die Fiat Deutschland zur Markteinführung des Thesis in Deutschland bis Ende März zeigt, ein Besuch Wert. Da ist zum ersten die Kuriosität, daß die Replika eines Rennwagens aus dem fünfziger Jahren der unbestrittene Höhepunkt ist, unter Originalen aus 70 Jahren Lancia-Produktion. Der Lancia D50 war ein Meilenstein in der Renngeschichte der Marke. 1954 von Vittoro Jano entworfen, hatte alle Anlagen, um Mercedes-Benz das Leben 1955 schwer zu machen, mit höherer Leistung und geringerem Gewicht als der W196. Finanzielle Probleme und der Tod von Alberto Ascari liessen diese Träume platzen. Erst Enzo Ferrari und Juan Manuel Fangio gelang es 1956 die erhofften Erfolge einzufahren. Nur zwei Originalfahrzeuge überlebten, der ausgestellte Wagen ist eine Rekonstruktion aus Originalteilen, die über die Jahre gesammelt wurden und damit durchaus ein Orginal. Der Einführung des Thesis huldigt die Ausstellung in den ersten Wochen mit den Dialogos, der als Konzeptfahrzeug die wichtigsten Stilmerkmale der neuen Limousine zeigt.
Die Qualität der ausgestellten Fahrzeuge ist hervorragend. Schon in der Eingangshalle zeigt ein blaues Flavia Coupe, wo der Schwerpunkt der Ausstellung liegt, in den fünfziger und sechziger Jahren. An diese Blütezeit der Marke soll nun angeschlossen werden. Alle technischen Höhepunkte sind zu sehen, natürlich ein Lambda, das erste Auto mit einer selbsttragenden Karosserie und Einzelradaufhängung vorne, die Aurelia B10 mit dem ersten V6-Motor und der ersten Schräglenker-Hinterachse in Transaxle-Bauweise. Ein wunderschönes B24 Cabriolet, ein Flavia Convertable entworfen von Michelotti und gebaut von Vignale und Flamina Coupe zeigen die besondere Eleganz der Lancia in den Sechzigern. Auch die Rallye-Geschichte der Marke wird mit den richtigen Exponaten dokumentiert: Fulvia HF, Stratos und Delta Integrale waren in ihrer Zeit Garanten für Siege. Leider fehlen Beispiele aus den späten Ziebziger und frühen Achzigern, ein Beta HF Volumex, ein Gamma und ein Thema 8.32 hätten die Ausstellung abgerundet.
(Text:
Dieter Roßbach) |
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