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Aktualisiert am 31.12.2011
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Pininfarina Start: Kreatives Angebot

5.12.2001

Start
 New Edge-Elemente werden bewußt zitiert

Auf der IAA in Frankfurt stellte Pininfarina den Start vor. Der Start ist eine Designstudie auf einer flexiblen Ford-Struktur, die als Vorderrad- bzw. Allradantrieb genutzt werden kann. Das Projekt entstand anläßlich der neuen Zusammenarbeit zwischen Ford of Europe und Pininfarina im Bereich der Entwicklung und Produktion des Ford StreetKa, dessen Markteinführung für 2003 geplant ist. Das Design des Start ist eine Interpretation der typischen ästhetischen und sportlichen Stilemente der Marke Ford. Das Ergebnis ist ein kompaktes "2+2" Coupé mit versenkbarem Dach, wodurch der Start zu einem "Convertible" wird. Ford's European Design Chief, Chris Bird, war an der Auswahl der Designthemen beteiligt. Dies verdeutlicht den Stellenwert, den Ford of Europe der Zusammenarbeit mit Pininfarina beimisst.

Wie es der Name schon sagt, zeigt Start einen "Anfang" an. Der Start ist eine Stilübung, mit der Pininfarina die erste technische und industrielle Zusammenarbeit mit Ford of Europe würdigen möchte. Er ist eine Interpretation von Pininfarina für einen europäischen Sportwagen mit einigen technisch interessanten Lösungen und spiegelt das Engagement von Ford wider, Fahrzeuge mit besten Fahreigenschaften und modernem Design zu bauen.

Und so ist dieser Sportwagen eine kreative Übung, die ein Design mit herausgearbeiteten, bewusst einfach und elegant gehaltenen, aber trotzdem markanten Stilelementen ergab. Für die Innenausstattung wurde eine Struktur aus Stahlrohren in Verbindung mit klassisch-wertvollen Materialien gewählt, die auf eine handwerkliche Art verarbeitet wurden. Das großflächige Dach, das automatisch in sein hinteres Fach verschwindet, verleiht dem Fahrzeug die Vorzüge eines Coupé in Verbindung mit den Reizen eines Targa.

Design der Karosserie

Der Start ist ein "2+2" Coupé mit 420 cm Länge auf einer als Vorderrad bzw. Allradantrieb nutzbaren Struktur, und angetrieben vom 200-plus PS 2.0 Duratec Motor mit Garrett Turbolader. Die Form nach vorn ist keilförmig mit einer übersichtlichen Linienführung, die nach Pininfarina-Tradition solide Kompaktheit und eine kraftvolle Dynamik zum Ausdruck bringt. Pininfarina hat einige Stilelemente von Ford, wie kantige Formen und markante Linien übernommen, die typisch für die aktuelle Modellpalette sind. Beim Start verbindet sich die sportliche Eigenschaft mit ausgewogenen Volumen, einem Karroseriekörper mit geringen Ausmaßen, einer betonten Dach-Heckscheibenpartie sowie großen Radkästen für die Räder mit sechs Speichen.

Seitenansicht
  Bewußt einfach gehalten: Die Seitenlinie

Von vorn gesehen fallen besonders die waagerecht verlaufenden Linien auf, wobei der Kühlergrill von zwei seitlichen Lufteinlassöffnungen und den kleinen Scheinwerfern eingerahmt ist, die in die Flächen der Kotflügel eingelassen sind. Damit wird die Motorhaube optisch auf ein kompaktes Maß begrenzt. Die Windschutzscheibe ist unten verhältnismäßig breit, verjüngt sich jedoch in Richtung des Dachs. Erzielt wird damit die Wirkung einer "Glockenform".

Die niedrige und fliehende Flanke ist durch ein markantes Element gekennzeichnet, das die vorderen und hinteren Kotflügel verbindet und um die ganze Gürtellinie des Autos herumführt. Die die Fahrgastzelle bedeckende Kuppel wird von einer betonten Säule begrenzt, über die der Überrollbügel hinweggeführt wird. Dieser ist beweglich, um die Bewegung des Dachs nicht zu behindern, und trennt gleichzeitig Dach und Heckklappe mit einem großen Heckfenster, das bis zu den Flanken reicht. Die Leuchtgruppen mit senkrechter Ausrichtung entstehen aus zwei auf den Kopf gestellten Dreiecken mit gemeinsamer Grundlinie. Dreiecke sind ein weiteres typisches Stilelement des modernen Designs bei Ford. Auch die Heckpartie ist durch horizontal verlaufende Linien gekennzeichnet. Gewünscht ist der Eindruck von "sanfter Kraft".

Karosserie und Dach sind aus Kunstharz mit einer grün/hellblauen Farbe mit einer besonderen Leuchtkraft, wodurch die Dynamik des Fahrzeugs und die geordnete Linienführung betont werden. Die Wahl fiel auf einen Lack, der Aluminiumteilchen enthält, und in verschiedenen Schichten aufgetragen wird. Das Ergebnis ist ein leuchtender"ChromEffekt".

Das Design der Innenausstattung

Mit dem Start sollten die aktuellen Tendenzen in Mode und Architektur zum Ausdruck gebracht werden und gleichzeitig die Dynamik der Marke Ford betont werden. Mit dem Ziel von sportlicher Eleganz vor Augen entwarfen die Designer bei Pininfarina den Fahrgastraum. Die einzelnen Flächen sind einfach gehalten, die Vordersitze haben eine anatomische Schalenform, vom Design her ebenfalls auf das Wesentliche beschränkt. Die Hecksitze lassen sich flach zusammenklappen, um die Bewegung des Dachs zu ermöglichen.

Cockpit
 Klassische Formen und neue Materialien: Das Cockpit

In die Türen und in den mittleren Bereich des Fahrgastraums sind Gitterstrukturen aus dünnen Stahlrohren eingelassen. Die Rohre sind teilweise sichtbar. Sie ragen an ihren äußeren Enden aus der Türauskleidung und dem Getriebetunnel heraus. Auf den Rohren ist der Schalthebel und der Griff zum Öffnen der Türen angebracht. Für die Polsterung von Armaturenbrett und Sitzen wurde ein kräftiges dunkelbraunes Leder mit feinen, sorgfältig per Hand ausgeführten Steppnähten verwendet: Der Gegensatz von Leder und Gitterstrukturen erzeugt den Eindruck von Modernität und Tradition. Die Türauskleidung und die Verkleidung der anderen Elemente der Karosserie sind aus hellgrauem Leder.

Das Lenkrad mit drei Speichen hat Ledereinsätze. Die Linienführung des Armaturenbretts ist horizontal. Blickpunkt ist ein großer Drehzahlmesser. Die anderen Instrumente liegen hinter einer durchsichtigen hellblauen Oberfläche, durch die die jeweiligen Mechaniken erkennbar sind. Rechts des mittleren Bereichs und an den äußeren Enden des Armaturenbretts befinden sich jeweils zwei Luftdüsen.

Das Klappverdeck

Die Möglichkeit, ein Coupé in ein offenes Fahrzeug und umgekehrt zu verwandeln ist das aktuelle Credo von Herstellern und Designern. Bei der Pininfarina Entwicklung handelt es sich um eine Targa-Lösung, wie sie Porsche beim aktuellen Carrera in der Serie anbietet. Der Antrieb des Daches ist elektronisch und völlig automatisch und bewirkt, dass das Dach in wenigen Sekunden in einem Stück in ein Fach unter der Heckscheibe gleitet.

Die über eine Taste gesteuerte Bewegung erfolgt hintereinander. Von einer Konfiguration als Coupé ausgehend mit offenem Verdeck, hebt sich der Uberrollbügel, der das Dach von der Heckscheibe trennt, leicht an, das Dach dreht sich und bewegt sich etwa 30 cm nach oben, um sich dann in Richtung Fahrzeugheck zu neigen. Die Rücklehnen der Hecksitze neigen sich, das Dach gleitet auf zwei seitlichen Führungen und erreicht seine endgültige Position unter der Heckscheibe über dem Ersatzrad. Der Überrollbügel kehrt in seine normale Stellung zurück. Der Vorgang ist der gleiche, um das Fahrzeug zurück in ein Coupé zu verwandeln.

Diese vom Konzept her ausgesprochen einfache Mechanik bietet Vorteile, wenn man das Offenfahren nicht pur geniessen mag. Das Dach "zerlegt" sich nicht, sondern bleibt ein einziges Teil. Die Heckklappe lässt sich normal öffnen, die Sicht nach hinten bleibt gut, zwischen Dach und Gepäckraumboden ist für Gepäck ausreichend Platz. Es handelt sich um eine Lösung, die den symbolischen Wert weiter unterstreicht, den Pininfarina dem Start beimisst: Kreative Lösungen für ein Sportfahrzeug, das die Technologie von Ford nutzt, um die Möglichkeit einer europäischen Zusammenarbeit zu zeigen.

(Text: Rainer Rossbach )
(Fotos: Pininfarina)

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