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Volvo SCC: Wachgeküsst?
28.01.2002
"Optimale Sicht" ist das Thema des Safety Concept Car, es enthält aber außerdem, Volvos Tradition entsprechend, eine Reihe von Techniken, die die persönliche Sicherheit und das passive Sicherheitssystem verbessern. Sicherheit war in den 70er Jahren das grosse Marketingthema der Schweden und oft litt das Design darunter. Die verschiedenen Varianten der 240er Baureihe werden sicherlich nicht in den Pantheon der sinnlichen und eleganten Autos eingehen: Klobige Autos mit klobigen Stossstangen beschützten Leute, die eigentlich gar nicht Auto fahren wollten. Diese Zeiten sind gottlob vorbei. Deshalb freut es die Ästheten, dass das SCC seine Verwandschaft zum PS 1800 ES "Schneewittchensarg" offen zeigt - und eine Beziehung zu einer Epoche herstellt, in der Volvo schöne und sportliche Autos baute. Es wäre erfreulich, wenn die klassischen Formgebungen der Volvo-Historie schöne neue Schwedenautos inspirieren würden.
Deshalb wurde das SCC für das Auge konstruiert. Und dies bezieht sich nicht nur auf die Gestaltung, sondern darauf, dass vor allem das Blickfeld des Fahrers optimiert wurde. Sobald sich der Fahrer setzt, identifiziert ein Sensor die Position seiner Augen. Der Sitz wird automatisch der Größe des Fahrers angepasst, so dass das bestmögliche Blickfeld entsteht. Gleichzeitig werden die Pedale, das Lenkrad und die Mittelkonsole einschließlich Schalthebel so verschoben, dass sich alle Instrumente in ergonomischer Reichweite befinden. Der Fahrer hat dadurch den besten Überblick über das Geschehen außerhalb des Fahrzeugs und auch optimale Sicht auf die Instrumententafel. Doch nicht nur die optimale Sitzposition sorgt für Sicht. Der Fahrer kann auch durch die seitlichen A-Säulen der Windschutzscheibe hindurchsehen, da diese aus einem Metallrahmen mit durchsichtigem Plexiglas bestehen. Die B-Säulen sind, freistehend, nach innen gebogen und folgen der Form des Sitzes, um so freie Sicht nach hinten zu gewähren.
Straße und warnt den Fahrer, sobald sich der Abstand zu schnell verringert. Bei einem scharfen Bremsmanöver reagieren die Bremslichter mit einem pulsierenden Blitzmodus und warnen so den nachfolgenden Verkehr. Außerdem arbeitete Volvo an der passiven Sicherheit. Die Vordersitze bilden zusammen mit den B-Säulen des Fahrzeugs einen Sicherheitsrahmen, der bei Unfällen mit Überschlag und beim Seitenaufprall mindestens so effektiv sein soll wie konventionelle B-Säulen. Zwei neuartige 4-Punkt-Sicherheitsgurtsysteme, zusätzlichverläuft ein Brustgurt von der Schulter zur Hüfte, sorgen für die Fixierung der Passagiere. Der Kreuzgurt sorgt dafür, dass die bei einem Unfall auftretenden Kräfte gleichmäßiger über den Brustkorb verteilt werden. Der Centre-Buckle-Gurt V4 ist ein neuer 4-Punkt-Sicherheitsgurt mit einem Mittelverschluss und Schultergurten, die V-förmig über den Brustkorb laufen. Der Gurt hält die Schultern optimal und sichert den Körper bei einem Überschlag in seiner Position. Der Rücksitz hat zwei elektrisch verstellbare Sitzpolster, deren Höhe stufenlos eingestellt werden kann, um Kinder unabhängig von ihrer Körpergröße in die bequemste und sicherste Sitzposition zu bringen. Am Vorderteil des Wagens befindet sich ein verdeckter, externer Airbag, der sich aufbläst, um Fußgänger oder Fahrradfahrer bei einem Unfall besser zu schützen.
Das System kann außerdem mit einer Reihe von Fahrzielen vorprogrammiert werden. Dann ist das Navigationssystem entsprechend eingestellt, sobald der Fahrer die Tür entriegelt. Ein Herzfrequenzsensor registriert Herzschläge von Mensch und Tier in einem geparkten Fahrzeug. Dieser Sensor wird aktiviert, wenn jemand in den Wagen einbricht und sich darin versteckt. Er dient auch als Erinnerung, falls ein Kind oder ein Tier im Wagen vergessen wurde. Sobald der Fahrer sich mehr als 100 Meter vom Wagen entfernt, kann der VPC diese Informationen über ein Handy übertragen. Es ist auch möglich, Informationen von einem PC oder Handheld-Computer zu übermitteln. Zu der personalisierten Kommunikation zwischen Fahrzeug und Fernbedienung kann der Fahrer bestimmte Daten bezüglich seiner Gesundheit hinzufüge (Informationen über allergische Reaktion auf Medikamente, Herzprobleme etc.). Diese Informationen werden an das Telematik-System des Fahrzeugs übertragen und im Falle eines Unfalls an den Notfalldienst gesendet. Dadurch erhält das Rettungsteam bereits medizinische Informationen, während es auf dem Weg zum Unfallort ist, was zu einer schnelleren, effizienteren und zuverlässigeren Behandlung beitragen kann. Das Telematik-System im SCC ist eine Weiterentwicklung des Volvo On Call. Studien des Ford-Forschungslabors und Volvo Cars haben gezeigt, dass es möglich ist, die Menge wichtiger Informationen zu erhöhen, die bei einem Unfall vom Fahrzeug an den Notfalldienst übertragen werden. Zu diesen Informationen gehören auch Bilder von den Kameras im Wageninneren. Das erweiterte On Call-System registriert auch automatisch, wie viele Menschen sich beim Unfall im Wagen befinden, wo sie gesessen haben, wie viele angeschnallt waren und in welche Art von Unfall der Wagen verwickelt wurde. Das System wird sogar in gewissen Grenzen in der Lage sein, Feedback über die aufgetretenen Kollisionskräfte zu geben, denen die Fahrzeuginsassen ausgesetzt waren. Die Frage muss erlaubt sein, ob z.B. Herzfrequenzprozessoren die Mobilität entscheidend weiter entwickeln. Interessant wäre, unter Einbeziehung aller fahraktiver Sicherheitsfeatures, ein Modell darzustellen, welches der Form des PS 1800 ES nicht nur äusserlich sondern auch im Geist nachspürt. (Text: Rainer Rossbach ) |
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