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Pontiac Solstice: Das reine Vergnügen
9.02.2002
"Sich in eine puristische Fahrmaschine zu verlieben ist einfach" sagte Bob Lutz (69), der neue Impulsgeber im GM-Management. Ende September 2001 machte sich das Entwicklungsteam von Pontiac daran, diesen Gedanken in ein Showcar für die Detroit-Show 2002 umzusetzten. Historisch steht Pontiac für die sportliche Ausstattung der amerikanischen Suburb. Wenn man von Grausamkeiten wie dem Fiero GT der achtziger Jahre absieht, hat die Marke eine lange Tradition dynamischer und durchaus faszinierender Fahrzeuge, z.B. die TransAm der sechziger und frühen siebziger Jahre. Einen erschwinglichen, puristischen Roadster für den Nordamerikanischen Markt zu bauen, der sowohl technisch wie vom Erscheinungsbild her die qualitativen Ansprüche internationalen Märkte erfüllen soll war die Aufgabenstellung für die Designer. Gewünscht waren markante und schlichte Linien für das Aussendesign und ein funktionales und einladendendes Inneres mit dem Fokus auf die primären Bedürnisse eines aktiven Fahrers. Dieser offene Zweisitzer sollte erschwinglich sein (ca. 20.000 $) und flexibel zu produzieren.
Im kalifornischen GM-Studio entwickelte man auf der Basis eines vorliegenden Coupé-Entwurfs (siehe Technische Daten) in nur vier Monaten einen fahrbereiten Prototyp. Entstanden ist ein aparter Sportler, der seine dynamischen Talente lässig und selbstbewusst zur Schau stellt. Die in einem doppelten Bogen gespannte Karosserielinie, die metallgraue Lackierung und die 19 Zoll Vorder- und 20 Zoll Hinterräder geben dem Fahrzeug eine europäische Statur. Die Markenidendität wird durch einen verchromten Pontiac-Traditionskühler hergestellt. Übereinanderliegende Auspuffrohre à la Opel Speedster, verchromte Luftauslässe im Heck und Klarglasleuchten unterstreichen die Orientierung am zur Zeit gültigen europäischen Gestaltungskanon. Das Verdeck ist ein einfaches Faltdach, das mit einer Hand bedient werden kann und das unter einer festen Klappe mit aerodynamisch ausgeformten Hutzen verstaut wird. Der Innenraum ist in sattelbraunem Leder ausgeführt, Konsole und Armaturenbrett sind in der Karosseriefarbe gehalten und mit Titan-Akzenten versehen. Im direkten Blickfeld des Fahrers befinden sich nur Tachometer und Drehzahlmesser, alle anderen Informationen über die Betriebszustände des Fahrzeugs werden auf einem kleinen LCD Monitor rechts vom Hauptarmaturenbereich angezeigt.
Der Solstice wird von einem 2.2 Liter Vier-Zylinder-DOHC-Kompressor-Motor angetrieben, der bis zu 240 PS leistet und in klassischer Sportwagenmanier seine Leistung auf die hinteren Rädern abgibt. Das Getriebe ist eine manuell zu schaltende Borg Warner Sechsgang-Box, die auch in der Chevrolet Corvette zum Einsatz kommt. Aufbauend auf einer kleinen GM-Plattform, die in ihrer Struktur verstärkt wurde, kommt eine Vorderradaufhängung mit einer Zahnstangenlenkung zum Einsatz, die vom Subaru WRX stammt. Die aus Aluminium bestehende hintere Einzelradaufhängung wurde von der GM Crossover Geländewagenfamilie abgeleitet. Das hintere Differential wurde von den neuen GM Mid-Size Geländefahrzeugen übernommen. Da der Zweisitzer viele seiner technischen Komponenten aus dem GM-Teileregal bezieht, scheint eine Serienfertigung möglich. Falls sich, so Robert A. Lutz, ein starkes Interesse auf der Käuferseite abzeichnet, könnte der Solstice zumindest bald in amerikanischen Show-Rooms stehen. (Text: Rainer Rossbach ) |
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