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Peugeot RC: Karo ist Trumpf
14.03.2002
Traditionell zeigt Peugeot auf dem Genfer Automobilsalon Sportwagenstudien. Nachdem 2001 der futuristisch gestaltete "Feline" das Profil der Firma aus Sochaux schärfen sollte wurden 2002 die RC-Studien auf die Bühne gebracht. Diese zeigen sich vom Design her realitätsnah und harmonieren mit den Formen der aktuellen Produktlinien. Zwei Fahrzeuge wurden ausgestellt: Eins in Rot und eins in Schwarz. Konzipiert als 2+2-Sitzer mit Mittelmotor ist das schwarze Coupé "Pik" mit einem Benzinmotor ausgestattet und das Rote mit der Bezeichnung "Karo" wird von einem HDI-Dieselmotor angetrieben. Die Karosserie der RC besteht aus Carbonfaser. Diese ist selbsttragend ausgelegt und wird durch einen Käfig aus hochfestem Stahl verstärkt. In die Rohkarosse ist der Kraftstoffbehälter eingearbeitet. An das sehr steife Skelett sind die vorderen Kotflügel und die Türen angesetzt. Die Befestigungen von Aufhängung und Lenkung sowie der hintere Gitterrohrrahmen zur Motoraufnahme sind ebenfalls in den Carbonkörper eingearbeitet. Die hinteren Aufhängungen sind mit dem Motorrahmen verbunden, die Stossdämpfer jedoch sind wieder an der Karosserie befestigt. Der Blick nach vorne geht durch eine große Panoramascheibe. Die Wischer mit Regensensor werden jeweils direkt durch einen Elektromotor angetrieben und elektronisch synchronisiert.
Die schwingungsgedämpft gelagerten Antriebsaggregate stammen aus der Serienproduktion. Der Benzinmotor weist ein Volumen von 1997 ccm auf und leistet 181 PS, der Diesel kommt auf 175 PS aus 2168 ccm Hubraum. Die Kühlung befindet sich in der Front. Der Luftstrom wird aerodynamisch günstig im Bereich der Vorderräder ausgeleitet. Diese Lösung ist ästhetisch interessant, geht aber zu Lasten des Komforts von Fahrer und Beifahrer. Beim Diesel wird das Kühlsystem durch einen Luft-/Wassertauscher mit einem vor dem Hauptkühlkreis angeschlossenen Niedrigtemperaturkreis ergänzt. Beide werden durch den Mitteltunnel des Monocoque geführt. Die Kraftübertragung erfolgt mittels eines elektrohydraulischen Sechsganggetriebes. Optional können die Gänge über einen Schalthebel oder Tasten am Lenkrad eingelegt werden. Die Dreieckslenker vorne und hinten sind mittels fest verbundener Gummigelenke an der Karosserie befestigt. Zur Entkoppelung vertikaler Impulse sind beide vorderen Halbachsen mit einem entkoppelten Achsschenkelbolzen versehen und sorgen so für Lenkpräzision und hohen Fahrkomfort. Die vorderen stählernen Dreieckslenker sind als Hohlprofile gestaltet, um die Kühlluftströmung nicht zu stören, alle weiteren bestehen aus Leichtmetall. Bei der identisch konstruierten Hinterachse sind die oberen Dreieckslenker als Schwingen ausgelegt, welche die unteren Stossdämpferaufnahmen tragen. Vier Keramikscheiben sorgen im Zusammenspiel mit den 18"-Magnesiumfelgen und 245/45R18-Reifen von Michelin für eine effiziente Verzögerung. Die Front ist markentypisch. Durch die stärkere Schrägung der Klarglasscheinwerfer und dem grossen Kühllufteinlass entsteht eine sportwagentypische Aggressivität. Die Heckleuchten sind facettiert und in drei schräge Segmente unterteilt, eine Reminissenz an das 504er Coupé der ersten Baureihe.
Innen dominieren Rot und Schwarz als Leder und Stoff sowie Edelstahl und Aluminium. Die Schalensitze sind aus Carbon gefertigt. Der mit rotem Leder bezogene Armaturenträger zeigt die Geschwindigkeit digital und die Drehzahl analog. Die Elektrik stammt vom 307. Das Telematiksystem enthält neben den üblichen Unterhaltungskomponenten und dem Navigationssystem auch diverse Serviceangebote von Peugeot. Gefertigt in Stahl oder Aluminium und weniger extrem in der Führung der vorderen Luftströmungen könnte man sich beide Fahrzeuge durchaus als Serienprodukt vorstellen. Das Design ist sogar ein wenig konservativer als das des aktuellen 307. Einer Fertigung steht wohl entgegen, dass Sportwagenstudien bei Peugeot nie über ihr Ausstellungsdasein hinweggekommen sind. Dabei wäre gerade der "Karo" mit seinen Vorteilen beim Verbrauch und beim Drehmoment ein reizvolles Angebot. (Text: Rainer Rossbach ) |
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