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"BE UP": Mobilität für Stadt und Strand
17.09.2002
Wer öfter nach Frankreich kommt, wird Kleinstfahrzeugen begegnet sein, die als Mobilitätsbremsen über die Landstrassen bewegt werden. Einer der Hersteller dieser meist konservativ gezeichneten Vehikel ist Automobiles Ligier. Seit 1980 am Markt, wurden bisher mehr als 80.000 dieser Fahrzeuge in Frankreich und im Ausland verkauft. Um neue Kundenkreise zu erschließen, wurde im Jahr 2000 der "Be Up" entwickelt. Als Satdtautomobil für eine junge Klientel projektiert, bietet er Platz für zwei Personen. Positioniert zwischen Automobil und Scooter wird das 2,71 m lange Fahrzeug von einem Zweizylinder-Viertakt-Benzinmotor mit einem Hubraum von 505 Kubikzentimetern angetrieben. Eine Breite von 1,45 m und eine Höhe von 1,56 m lassen den "Be Up" für alle Situationen im urbanen Verkehr geeignet erscheinen. Das Aggregat kommt von Piaggio in Italien und erreicht eine Leistung von 13,6 kW (21 PS), die eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ermöglichen. Geschaltet wird mit einer CVT-Automatik. Das Chassis ist als Aluminium-Space-Frame ausgelegt, mit dem ein Sicherheitskäfig aus gegossenen Teilen und Rohren verschweißt ist. Der 17l-Tank befindet sich an zentraler Position des Chassis. Einzelradaufhängung und vier Scheibenbremsen sorgen für die Fahrsicherheit. Die Reifen des Formats 135/80R 13 sind auf gegossene Leichtmetallfelgen aufgezogen, die zusammen mit den verchromten Leuchteinheiten für die optischen Akzente sorgen.
Die Beplankung, die im wesentlichen aus Motorhaube, Schweller, Kotflügel und einer Kofferraumbox besteht, wird aus Polykarbonat hergestellt. Dach und Windschutzscheibe können abgenommen werden, dann geniesst man Cabriogefühle in einem nach oben offenen Sicherheitskäfig. Die Türen sind reduziert auf einen Sicherheitsbügel, der aus zwei Aluminiumrohren besteht. Die Stoßfänger vorne und hinten bestehen aus profiliertem Leichtmetall. Auf Komfort muß nicht verzichtet werden: Tageskilometerzähler, Uhr, Zigarettenanzünder, Kraftstoffanzeige, Aschenbecher sowie Leuchtanzeigen für Batterie, Bremsflüssigkeit, Öldruck, Bremsbeläge und Starter sorgen für PKW-Flair. Optional ist sogar eine Heizung vorgesehen. Das Konzept wurde von Giugaro Design entwickelt, eine Tochterfirma von Italdesign. Die italienischen Gestalter und Ingenieure entwickeln seit Gründung der Firma im Jahr 1968 Mobilitätskonzepte: Neben Autos, Fahrrädern und Motorrollern wurden auch Projekte im Eisenbahnbereich entwickelt. Damit verfügt man über die Kernkompetenz, ein Produkt wie den "Be Up" als völlig neue Fahrzeugklasse am Markt zu positionieren. Design, Produktion und Technologie sollen eine Fusion zwischen technischen Notwendigkeiten und modischen Ideen schaffen, die sich in einer neuen Form von Stadtfahrzeug manifestieren. Im Zusammenspiel mit eigens entwickelten Accessoires soll der Ligier als Lifestyle-Produkt vermarktet werden.
Vermarktung und technische Unterstützung erfolgen über die Stützpunkte der Piaggio-Gruppe und stützen sich damit auf ein grosses Vertriebsnetz. Beide Firmen schlossen wirtschaftliche und industrielle Abkommen für eine verstärkte Kooperation zum Nutzen der Käufer. Nachdem schon 2001 der Verkauf in Italien und Griechenland aufgenommen wurde, soll auf Basis dieser Partnerschaft 2002 die Markteinführung des "Be Up" in der Schweiz, in Frankreich und in Deutschland erfolgen. Stärkstes Argument für den Erwerb des Fahrzeuges ist, dass es in Italien und Frankreich schon ab 16 Jahren gefahren werden kann. In Deutschland gilt die Grenze von 18 Jahren. In der Tradition der italienischen "Giardinetta" der Sechziger Jahre, die bevorzugt auf Basis von Fiat 500 und 600 gebaut wurde, scheint der luftige "Be Up" vor allem für südliche Feriengebiete geeignet zu sein. In Mitteleuropa werden die klimatischen Bedingungen sicher für eine Begrenzung des Marktpotentials sorgen. Chancen werden sich vor allem in den Feriengebieten der Küsten ergeben, wo man sich eine Nutzung als Leihfahrzeug vorstellen kann. (Text: Rainer Rossbach ) |
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