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Aktualisiert am 31.12.2011
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C.G.: Haute Couture für Simca

28.05.2002

pfeil Technische Daten

RC Karo
Eins von zwanzig: C.G. B 1200 S Cabrio

Beim L´age d´or in Monthléry bei Paris sieht man öfter kleine Coupés und Cabrios, die wie italienische Sportwagen der sechziger Jahre daherkommen. Schaut man auf die Typenschilder findet man die geheimnisvolle Bezeichnung "CG". Dahinter stehen Chappe und Gessalin, die 1947 in Brie-Comte-Robert bei Paris eine Karosseriebaufirma gründeten.

Ab 1950 bauten sie für Talbot und Delahaye Karosserien aus Aluminium. Später stiegen sie um auf die Herstellung von Polyesterkarosserien für CD (Charles Deutsch), DB (Deutsch-Bonnet) und Alpine. So wurde z.B. 1953 ein Monoposto für Deutsch-Bonnet gebaut und ab 1953 die Hülle des Alpine 106, der, befeuert von einem 4CV-Triebwerk, die Ahnenreihe der Renault-Alpine begründete.

Ihr eigentliches Ziel war aber der Aufbau einer eigenen Marke. Um dieses Ziel zu erreichen etablierten sie eine strategische Partnerschaft mit Simca, die die Produktion der CG übernehmen sollte.

1966, während des Pariser Automobilsalons trat der Hersteller C.G. mit dem C.G. Spider 1000 zum erstenmal auf die Bühne. Die Karosserie dieses Wagens bestand aus Polyester und war auf einem Zentralrohrrahmen befestigt. Die Reaktion des Publikums war nicht besonders enthusiastisch, da der feminine Look und die schwache Motorisierung (40 PS aus einem 944ccm-Simaca-Motor) nicht gerade Begeisterung auslösten. Allerdings betrug die Höchstgeschwindigkeit gute 160 km/h, da das Gesamtgewicht bei nur 640 kg lag.

RC Karo
Die Coupé-Version zeigt ein eigenständiges Heck

Deshalb wurde 1967 in Paris ein neues Modell vorgestellt, der Sport 1000. Dieses Fahrzeug mit Hardtop war einfacher gehalten, um es günstiger anbieten zu können. Auch die Leistung war erhöht worden: Die von Tapie überarbeitete Simca-Maschine brachte es auf 60 PS. Diese Evolution setzte sich 1968 fort: Die Modelle Sport 1000 und Spider 1000 wurden durch die leistungsfähigeren 1000 S und den B 1200 S ersetzt. Die Modelle waren als Spider und Coupé lieferbar. Der Typ B 1200 S war mit der Maschine des Simca Coupé B 1200 S ausgerüstet, der aus 1204 ccm Hubraum 80 PS lieferte und für eine Spitze von 175 km/h gut war.

1970 kam als Variation des B 1200 S ein Leichtbaumodell auf den Markt, das die Typenbezeichnung "548" trug. Außer der Gewichtsersparnis wies es folgende Modifikationen auf: Die Bodengruppe bestand aus Aluminium, alle Fenster außer der Windschutzscheibe bestanden aus Plexiglas, die Polyester-Karosserie wies dünnere Wandstärken auf, seitliche Träger wurden erleichtert und die Stärke der aus Stahlblechen geformten Teile wurden reduziert. Zur Leistungssteigerung konnte ein Constantin-Kompressor geordert werden, der die Motorleistung auf 120 PS und die Höchstgeschwindigkeit auf 200 km/h hochschraubte. Die 548 wurden 1970 im Wettbewerb eingesetzt.

RC Karo
Das schöne, funktional gehaltene Cockpit

Aber auch die 1000er Modelle erfuhren Pflegemassnahmen: Auf 1118 ccm Hubraum hochgerüstet, versprachen die verfügbaren 49 PS eine Spitze von 165 km/h. Auch am Firmenlogo wurde entwickelt. Da die Fabrikation an der "Rue du Coq Gaulois" in Brie-Comte-Robert lag, entwickelte Uderzo (- der von Asterix - ) einen Hahn als Markenzeichen.

Während des Sommers 1970 brachte C.G dann ein spezielles Wettbewerbsmodell heraus, den "C.G. Proto-MC", der unter Larousse/Gelin das "Criterium des Cevennes" gewann. Dieses reinrassige Rennfahrzeug entstand auf Initiative von Chrysler France, vormals Simca, sowie Matra und C.G.. Das Triebwerk stammte aus dem Chrysler 180, das Chassis steuerte Matra bei und C.G. die Karosserie. Der C.G. MC (MC heisst Moteur Centrale) verfügte über 176 PS aus 2160 ccm Volumen.

Die Produktionsmodelle für 1971 waren der "B 1200 S" und der "548". Im gleichen Jahr entstand für Wettbewerbszwecke der Proto MC "Barquette" 1972, wiederum auf der Pariser Autoshow, erschien dann das letzte neue Produktionsfahrzeug. Der C.G."C1300" ersetzte den "B1200S". Neu war die Maschine des "Simca 1000 Rallye 2", die mit obenliegender Nockenwelle aus 1294 ccm 82 PS produzierte. Optional konnten Weber-Doppelvergaser geordert werden, die die Leistung auf 95 PS steigen liessen. Ins Auge fielen vor allem die Karosserie-Modifikationen: Die Zusatzscheinwerfer vorne waren tiefer gesetzt, im Heck fanden die Rückleuchten des Simca 1100 Verwendung und die Form der seitlichen Fenster wurde verändert.

RC Karo
Kurios: "Camionette" von 1973

Die Maschinen der Rennfahrzeuge wurden auf 2,2 l vergrössert und in der Leistung auf 225 PS gesteigert, worunter allerdings die Haltbarkeit litt. Der letzte neue C.G. MC erschien 1973 und erhielt, aufgrund seiner exzentrischen Form den Namen Camionette (Lieferwagen). 1974 stieg Chrysler aus dem Rallyeprogramm aus und konzentrierte sich auf die 3l-Sportprototypen der Markenweltmeisterschaft.

Das Ende für C.G. kam, als Matra den Bagheera herausbrachte, und die Ölkrise tat ihr Übriges. Im April 1974 schloss C.G. die Tore. Insgesamt wurden von 1966 bis 1975 500 Fahrzeuge gebaut, von denen 20 Cabriolets waren.

(Text: Rainer Rossbach )
(Fotos: Rainer Rossbach, Amicale CG)

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