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Aktualisiert am 31.12.2011
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Formel 1 vor 20 Jahren: GP Südafrika, Kyalami

9.03.2002

pfeil  Startaufstellung pfeil  Ergebnis

Renault auf dem Weg zum Sieg
 Renault auf dem Weg zum Sieg

Die neue Formel-1-Saison hat begonnen und viele, die heute frühmorgens aufstehen, um ein Rennen in Australien live mitverfolgen zu können, kennen die Formel 1 nur als Veranstaltung, in der Ferrari und McLaren die Titel unter sich ausmachen. Das große Medieninteresse macht auch langweilige Rennen zu Quotenrennern. Dabei gibt es die Formel 1 schon seit über 50 Jahren und viele Rennen waren spannender und interessanter als die der letzten Jahre.

Begleitend zu den Rennen der aktuellen Saison wollen wir in einer Serie zwanzig Jahre zurückblicken. 1982 ist das Jahr, in dem Maserati den Biturbo vorstellt, Aston Martin die Lagonda-Limousine baut, BMW den ersten Dreier, Porsche den 924 und VW hat noch den ersten Golf im Programm. Walter Röhrl gibt bei der Rallye Monte Carlo mit dem unterlegenen Ascona den Audi Quattros und etlichen Porsche 911 das Nachsehen und siegt mit unglaublichen 3:49 Minuten Vorsprung. Und 1982 ist das Jahr, in dem dem Turbomotor in der Formel 1 endgültig der Durchbruch gelingt.

Die Saison 1982 beginnt schon am 23. Januar. Das erste Rennen findet in Südafrika statt, in Kyalami, 24 km östlich von Johannisburg, Richtung Pretoria. Kyalami ist bei den Piloten beliebt, da man dem schlechten Winterwetter entfliehen kann, die Zeitverschiebung zu Europa nur eine Stunde beträgt und Kyalami Ranch, die Standardunterkunft aller Formel-1-Teams, Urlaubsatmosphäre schafft.

Niki Lauda hat sich entschlossen, doch wieder im Kreis herum zu fahren und sofort bei McLaren, schon damals ein Topteam, einen Platz gefunden. Auch Jochen Mass ist wieder dabei, allerdings nur für March. BMW erweitert die Reihe der Motorenlieferanten mit einem 1,5l-Vierzylinder, der exklusiv Brabham zur Verfügung gestellt wird. Manfred Winkelhock fährt für ATS. Vier Teams fahren Turbomotoren: Renault, Ferrari und Toleman, dazu Brabham im Wechsel mit einem Cosworth-Sauger. Ligier setzt den Matra-V12 ein. Die Rennfahrzeuge dieser Jahre sind geprägt durch die rasant steigende Motorenleistung der Turbos, durch den Ground-Effekt der Schürzen-Chassis, die nie gekannte Kurvengeschwindigkeiten zulassen, durch spezielle Qualifikationsmotoren und -reifen und durch einen Sicherheitsstandard, der den Fahrern in ernsten Situationen keine Chance läßt. Entsprechend hoch ist auch die Zahl der Opfer.

Die FIA hatte sich eine Superlizenz ausgedacht und den Fahrern vor dem ersten Training Papiere zur Unterschrift vorgelegt, in den ihnen verboten wird, sich negativ über Veranstalter und die Sportbehörde zu äußern und die die Offenlegung der Verträge fordert. Niki Lauda pflegt sein Image als Kämpfer und Querdenker sofort wieder, indem er alle Piloten zu einem Streik bewegen kann, Pironi diskutiert als Sprecher der Fahrer mit der FIA. Alle dreißig Fahrer boykottieren das Freitagstraining und übernachten gemeinsam auf einem Matratzenlager in einer Turnhalle, um den Teamchefs und dem Veranstalter keine Chance zu geben, die Front aufzubrechen. Am Morgen gibt die FIA vorläufig nach, das Training kann beginnen.

Neben den großen Teams haben wieder lokale Fahrer zum Rennen gemeldet, insgesamt 36 Nennungen liegen vor, 30 davon kämpfen um die 26 Startplätze. Durch den frühen Saisonstart bringen viele Teams die Vorjahresautos nach Südafrika. Als Konsequenz des Fahrerstreiks wird das Freitagstraining komplett gestrichen.

Kyalami ist Turbo-Land, die Höhe von 1750m benachteiligt die Saugmotoren, 100 PS weniger und eine 30 km/h niedrigere Endgeschwindigkeit teilen das Feld in zwei Klassen. Das Training endet trotzdem mit einer Überraschung. Nelson Piquet stellt den Brabham mit dem neuen BMW-Motor neben Rene Arnoux‘s Renault in die erste Startreihe, es hätte sogar die Pole werden können, hätte Berni Ecclestone Piquet nicht im ersten Training Startverbot erteilt, aus Rache für die Teilnahme am Streik. Der favorisierte Alain Prost erreicht nach einem Trainingsunfall nur den fünften Startplatz, hinter Villeneuve auf Ferrari und Patrese auf dem zweiten Brabham. Pironi auf dem sechsten Startplatz macht die Dominanz der Turbos komplett, erst in der vierten Reihe stehen mit den Williams von Reutemann und Rosberg die ersten Sauger. Niki Lauda startet nach zwei Jahren Pause vom dreizehnten Platz.

pfeil  Startaufstellung

Das Rennen beginnt mit einer Alleinfahrt der Renault, Prost holt sich in der vierzehnten Runde die Führung. Dahinter beginnt das von der Saugerfraktion erhoffte Turbosterben. Piquet scheidet durch Unfall aus, Villeneuves Ferrari vergeht in einer großen Rauchwolke, Pironi muss mit Reifenschaden an die Box. Nur die beiden Renault führen unbeeindruckt das Rennen an, bis es dann auch Prost erwischt: Reifenschaden in Runde 44, weit nach der Hälfte des Rennens. Er kann sich gerade noch an die Box retten und nimmt das Rennen an neunter Position wieder auf, mit einer Runde Rückstand auf den Teamkollegen. Und dann beginnt das Rennen des Alain Prost, mit immer neuen Rekordrunden arbeitet er sich nach vorne, um nach weiteren 29 Runden wieder die Führung von seinem Teamkollegen zurückzuerobern. Pironi hatte sich zwischenzeitlich auf Platz 3 vorgearbeitet, um dann an der Box mit Motorschaden auszufallen. Patrese ist auch nicht mehr im Rennen. Und selbst für Renault endet die Veranstaltung mit einem kleinen Wermutstropfen. Statt des möglichen Doppelsiegs beraubt ein Fehler von Jean Sage Rene Arnoux um den zweiten Platz. Die Überlegenheit der Renaults im Rennen war so groß gewesen, daß Sage einfach seinen eigenen Rundentabellen glauben konnte, die Carlos Reutemann in der gleichen Runde wie Arnoux meldeten. Also liess er ein Boxensignal zeigen, daß Arnoux einen Rundenvorspung anzeigte. Arnoux machte also keine Anzeichen, seinen Platz zu verteidigen, als Reutemann an ihm vorbeizog: Weg war der zweite Platz. Niki Lauda beendet seinen Wiedereinstieg mit einem vierten Platz.

pfeil  Ergebnis

Nach dem Rennende entzieht die FIA allen Piloten die Lizenz.

(Text: Dieter Roßbach )
(Bild: prova)

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