|
|
|
|
Formel 1 vor 20 Jahren: GP USA, Long Beach
16.04.2002
Der zweite Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft war die East-African-Safari Rallye. Ein unmotivierter Walter Röhrl bleibt schon am ersten Tag wegen mangelnder Afrikaerfahrung mit seinem Opel Ascona 400 in einem Schlammloch stecken und verliert 1 Stunde. Trotzdem reicht es am Ende noch für einen zweiten Platz in der Gesamtwertung. Shekhar Mehta auf Datsun Violet GT gewinnt die Rallye zum fünften Mal. Da er aber nur hier antritt, und damit alle Konkurrenten um den Titel hinter Röhrl bleiben, ist das wie ein weiterer Sieg auf dem Weg zur Weltmeisterschaft. Der neue Golf GTD beeindruckt mit 70 Diesel-PS, Rover bringt den Range Rover mit 4 Türen, und Jaguar versucht, dem XJ-S Coupe mit dem Fireball-System des Schweizers Michael May die ungezügelten Trinksitten zu bändigen, ein Testverbrauch von 19,1l/100km bei 300PS sind aus heutiger Sicht immer noch vollkommen unakzeptabel. Der USA GP West wird in Long Beach auf einem Stadtkurs ausgetragen. Vorbei an der „Queen Mary“, die als Hotelschiff die Uferpromenade beherrscht, fahren Formel-1-Rennfahrzeuge quer durch die Stadt. Ein Stadtkurs ist immer für Überraschungen gut: Andrea de Cesaris stellt seinen Alfa Romeo 182 auf die Pole Position, vor Niki Lauda. Die zweite Reihe gehört Renault, vor Bruno Giacomelli auf dem zweiten Alfa. Der erste Ferrari folgt auf Platz sieben, was dem Triumph der Alfas im Training noch eine besondere Würze verleiht. Das Jean-Pierre Jarier den Osella auf Startplatz 10 stellt, ist eine echte Sensation. In den zwei Wochen zwischen dem GP in Rio und dem in Long Beach hat sich Carlos Reutemann entschlossen, nicht länger Formel 1 zu fahren. Mario Andretti nutzt diese Gelegenheit, vor heimischem Publikum noch einmal einen konkurrenzfähigen Formel-1-Rennwagen zu fahren und heuert bei Williams an. Am Start setzen sich De Cesaris und Arnoux an die Spitze, gefolgt von Lauda und Giacomelli. In Runde 6 versucht Giacomelli mit einem optimistischen Überholversuch, an Lauda vorbeizukommen und schlägt dabei in Arnoux’s Heck ein. Watson arbeitet sich nach vorne, um als Dritter vor Villeneuve, Rosberg und Piquet einen Boxenstop für neue Reifen einlegen zu müssen. Villeneuves Kampf mit Keke Rosberg zwingt ihn zu einem Umweg durch die Auslaufzone. In Runde 15 erobert Lauda die Spitze von de Cesaris, als dieser von der Ideallinie abkommt und auf dem sandigen Streckenteil nicht richtig beschleunigen kann. Lauda setz sich ab. In Runde 35 ist der Auftritt von de Cesaris beendet, ein Motorschaden und eine Mauerberührung verhindern Punkte für Alfa Romeo. Im dritten Rennen nach dem Wiedereinstieg in die Formel 1 steht Lauda wieder auf dem Siegerpodest. Rosberg kommt als Zweiter ins Ziel, Villeneuves Einsatz wird nicht belohnt, der dritte Platz wird ihm wegen eines falschen Heckflügels aberkannt. Renault bringt kein Auto ins Ziel. In drei Rennen gab es bisher drei verschiedene Piloten auf der Pole Position, zwei verschiedene Sieger, drei der neun Fahrer, die am Rennende auf dem Podest standen, verloren anschließend Ihre Punkte durch Protest.
(Text: Dieter Roßbach ) |
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||