|
|
|
|
Formel 1 vor 20 Jahren: GP von San Marino, Imola
26.04.2002
Vor dem Rennen in Imola hatte die FIA den Protest gegen Nelson Piquet und Keke Rosberg in Brasilien anerkannt. Die Reaktion der FOCA-Teams Williams, Lotus, Brabham, McLaren, Ligier, Theodore, Ensign und Arrows boykottierten daraufhin das Rennen in Imola. Carlos Reutemanns Ausstieg hatte ein großes Stühlerücken zur Folge. Williams konnte Mario Andretti nur für das Rennen in Long Beach gewinnen, einem weiteren Engagement standen Andrettis Aktivitäten in den USA entgegen. Für den Rest der Saison durfe Derek Daly vom chancenlosen Theodore in den Williams wechseln. Geoff Less besetzte das nun freie Theodore-Cockpit. Marc Surers Rückkehr zu Arrows kostete Brian Henton den Platz, der aber für Slim Borgudd bei Tyrrell unterkam. Zur Qualifikation in Imola traten sieben Teams an: Ferrari, Renault, Alfa Romeo, Toleman und Osella, dazu die FOCA-Teams Tyrrell und ATS, die den Boykott boykottierten. Die Qualifikation brachte wieder die Renaults von René Arnoux und Alain Prost in die erste Reihe, gefolgt von Gilles Villeneuve und Didier Pironi. Alboreto stellte seinen Tyrrell auf den fünften Startplatz, noch vor den beiden Alfas von Giacomelli und de Cesaris. Die Abwesenheit weiterer Topteams ermöglichte es sogar Derek Warwick und Teo Fabi, erstmals beide Toleman zu qualifizieren. Und auch Riccardo Paletti übersteht zum ersten Mai die Qualifikation und darf am Rennen teilnehmen. Um den Zuschauern trotz des sehr dünnen Startfeldes gute Unterhaltung zu bieten, hatten sich die Ferrari- und Renault-Piloten abgesprochen, bis zur Mitte des Rennens zahlreiche Überholmanöver zu zeigen, um sich dann wieder in der Reihenfolge der Startaufstellung zu sortieren und das Rennen zur zweiten Hälfte wieder zu beginnen. Alain Prost fällt schon in der neunten Runde mit Motorschaden aus und Arnoux teil dieses Schicksal in der 45. Runde, er muss aus dem brennenden Auto flüchten. Gilles Villeneuve führt nun vor Didier Pironi, weit dahinter Alboreto auf dem Tyrrell. In der Annahme, daß die Teamorder ihm den Sieg liefern wird, läßt es Villeneuve ruhig angehen, geriet aber kurz darauf von der Bahn. Pironi nutzte das, um sich selbst in Führung zu bringen. Die Box versuchte nun, die Situation mit "Slow"-Signalen in den Griff zu bekommen, Villeneuve holt sich die Führung zurück. Nachdem er Pironi am ganzen Wochenende dominiert hatte und zum Zeitpunkt des Ausfalls von Arnoux in Führung war, glaube er ein Recht auf den Sieg zu haben. Pironi allerdings was anderer Meinung, mache Druck und wartete auf die Chance, den Sieg endgültig zu sichern. In der letzten Runde griff Pironi Villeneuve an, der mit dieser Aktion nicht mehr gerechnet hatte, überholte ihn in der Tosa-Kurve und siegte. Villeneuve hatte keine Chance mehr zu kontern und musste sich mit ,0366 Sekunden Rückstand geschlagen geben. Es war Didier Pironis erster Sieg auf Ferrari. Michele Alboreto wurde dritter, vor Jean-Pierre Jarier und den ATS von Salazar und Manfred Winkelhock. Die inzwischen übliche Disqualifikation traf diesmal Winkelhock, sein Wagen war 2kg zu leicht. Von den 14 gestarteten Wagen kamen nur 5 in die Wertung. Und zwischen Pironi und Villeneuve herrschte Feindschaft.
(Text: Dieter Roßbach ) |
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||