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Formel 1 vor 20 Jahren: GP von Belgien, Zolder
17.05.2002
VW schliesst einen Montagevertrag mit China. In Zukunft sollen Santana für die Funktionärsklasse in Shanghai produziert werden. Citroen erhöht die Preise, ein neuer 2CV kostet nun 8520,00 DM und ein gebrauchter ISO Grifo ist in gutem Zustand für 17000,00 DM zu haben. Nachdem die meisten FOCA-Teams Imola boykottierten, hatte man in einer Sitzung in Casablanca Kompromisse gefunden, die für ein vollständiges Teilnehmerfeld in Belgien sorgen. Zweiunddreißig gemeldete Fahrzeuge erfordern eine Vorqualifikation, der Riccardo Paletti und Raul Boesel zum Opfer fallen. Kurz vor Ende des Zeittrainings hat Didier Pironi die bessere Position der Ferraripiloten, sehr zum Ärger von Gilles Villeneuve, der die Niederlage im letzten Rennen noch immer nicht überwunden hat. Fünfzehn Minuten vor dem Ende der Sitzung geht Villeneuve noch einmal auf die Strecke, um mit seinem letzten Satz Qualifikationsreifen eine bessere Zeit zu erzielen. Schnell kommt er der Zeit von Pironi näher und versucht sich weiter zu verbessern, als Mauro Forghieri ihn in die Box hereinruft. Die abgenutzten Reifen lassen keine schnellere Runde mehr zu. Aber Rennfahrer mit Leib und Seele, kann Villeneuve auch auf der Auslaufrunde nicht langsam fahren. Mit 225 km/h kommt er über den Hügel kurz vor der Terlamenbocht Kurve und sieht den March von Jochen Mass vor sich.
Als erfahrener Rennfahrer mit mehr als 100 Grand Prix achtet Mass auf auflaufende Fahrzeuge, während er deutlich langsamer auch auf dem Weg in die Box zurück ist. Jochen Mass sieht den herausschießenden Ferrari, zieht nach rechts und gibt die Ideallinie frei. Aber links ist schon Villeneuve, der versucht hatte, den March außen zu überholen. Er trifft den rechten Hinterreifen des March und wird in die Luft katapultiert. Erst nach 100 Metern schlägt die Ferrarinase wieder auf den Boden auf, praktisch ungebremst, wird wieder hochschleudert, überschlägt sich, trifft beinahe den March beim nächsten Aufschlag und löst sich dann in alle Bestandteile auf. Für Villeneuve gibt es keine Hilfe. Sein Schwur, nie wieder mit Pironi zu sprechen, war auf makabere Weise eingelöst. Das Ferrariteam tritt daraufhin nicht zum Rennen an. Am Start stehen Alain Prost und Rene Arnoux in der ersten Reihe, vor Keke Rosberg, der hier zum erstenmal im neuen Williams FW08 startet, Lauda ist vierter. Brabham setzt erstmals nach Südafrika wieder zwei BT50-BMW ein. John Watson startet vom elften Startplatz. Arnoux hat den besseren Start und geht vor Keke Rosberg in Führung, gefolgt von Alain Prost, der vergebens versucht, an dem Finnen vorbeizukommen. Schon in der fünften Runde muss Arnoux mit Turboproblemen in die Box und auch Prost kann seine Position nicht halten. Er fällt hinter Lauda und de Cesaris zurück. In Runde 29 kann de Cesaris Lauda beim Überrunden vom zweiten Platz verdrängen, muss aber sechs Runden später mit Problemen an der Kraftübertragung aufgeben. Hinter Lauda kommt John Watson auf. Seine Reifenwahl, links harte, rechts weiche, beginnt sich auszuzahlen, er kann Lauda, der nur weiche Reifen aufgezogen hat, leicht überholen und beginnt, Rosberg unter Druck zu setzen. In der vorletzten Runde schließlich kommt der Williams von der Ideallinie ab, die Reifen sind aufgebraucht und John Watson geht in Führung. Eddie Cheever erobert für Ligier Talbot mit Rang 3 den ersten Podestplatz des Jahres. Im fünften Rennen gibt es den vierten Sieger.
(Text: Dieter Roßbach ) |
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