|
|
|
|
Formel 1 vor 20 Jahren: GP von Monaco
06.06.2002
Auch das sechste Rennen der Saison verläuft nicht normal. Monaco ist immer Garant für außergewöhnliche Rennen, aber der Grand Prix von 1982 stellt alle anderen Rennen in den Schatten und ist ein guter Kandidat für das verrückteste Formel1-Rennen aller Zeiten. Dabei fängt der Grand Prix eher langweilig an. René Arnoux hat beim Start die Führung übernommen, bis er in der fünfzehnten Runde die Leitplanken berührt und ausscheiden muss. Alain Prost und Renault marschieren vom Start weg in Richtung auf den erwarteten Sieg, und Riccardo Patrese bemüht sich, ihm vom zweiten Platz aus das Leben etwas schwerer zu machen. Didier Pironi hat sich mit dem einzigen Ferrari auf Platz drei eingerichtet, gefolgt von de Cesaris und Derek Daly, nun auf Williams. Lauda, Watson, Lafitte, Giacomelli und Piquet sind ausgefallen. So zieht sich das Rennen dahin, bis es drei Runden vor Schluss zu regnen beginnt. Patrese und Pironi kommen Prost immer näher, während Alboreto seinen f ünften Platz in der Leitplanke verliert. Die Strecke wird extrem rutschig. Bei der Anfahrt zur Tabac-Kurve gerät der Prost-Renault außer Kontrolle und schlägt erst rechts, dann links in die Begrenzung ein. Alain Prost entsteigt einem total zerstörten Rennwagen unverletzt, Riccardo Patrese erbt die Führung in Runde 74, um sie kurz nach Passieren der Zielline zu Beginn der letzten Runde auch wieder zu verlieren. In der Bahnhofskurve dreht sich der Brabham, und Patrese würgt den Motor ab. Nun führt Pironi vor de Cesaris und Derek Daly. Im Tunnel, zwei Kurven vor der Ziellinie, verläßt auch Pironi das Glück, der Ferrari bleibt stehen, kein Benzin mehr. Nun hat de Cesaris die Chance, das Rennen zu gewinnen. Als Crashpilot verrufen, hat er es geschafft, den Alfa über 70 Runden ohne Kratzer durch Monte Carlo zu fahren und hat nun den Sieg vor Augen, aber auch ihm fehlt das Benzin dazu, er muss seinen Wagen weit hinter Pironi parken und kommt so noch nicht einmal in den Genuss der Führung des Rennens. Der nächste Versuch gehört Derek Daly, der hier seinen Aufstieg vom Theodore-Team zu Williams mit einem Sieg krönen könnte. Es soll nicht sein. In der Tabac setzt er seinen Williams rückwauml;rts in die Streckenbegrenzung, reisst dabei den Heckflügel ab und beschädigt das Getriebegehäuse. Der Ölverlust besiegelt kurz darauf das Aus des flügellosen Williams. Noch im Rennen sind die Lotus von Mansell und de Angelis mit zwei Runden Rückstand und nun in Führung. Aber mittlerweile ist Patrese wieder unterwegs. Die Streckenposten haben entschieden, dass der Brabham an einer gefährlichen Stelle steht und ihn weggeschoben. Patrese lässt den Wagen den Berg hinunter rollen und versucht, ihn zu starten. Tatsächlich springt der Motor wieder an, und Patrese ist plötzlich wieder im Rennen und vollendet als Einziger die geforderten 76 Runden. Dadurch kommen auch Pironi, de Cesaris und Daly wieder in die Wertung, die bei einem endgültigen Ausfall von Patrese und einem Doppelsieg von Lotus hinter alle jetzt noch Fahrenden zurückgefallen wären, so aber eine Runde Vorsprung haben. Die Verwirrung ist komplett, Patrese muss mit sanfter Gewalt auf das Podest geschoben werden, um den Siegerpokal in Empfang zu nehmen, da er sich auch nicht sicher ist, ob er nun als Erster über die Ziellinie gefahren ist. Renault und Alain Prost sind die grossen Verlierer, statt deutlich in der Punktewertung zu führen, haben alle anderen Piloten noch Titelchancen. Der Zwischenstand: Prost 18, Watson 17, Pironi 16, Rosberg 14, Patrese 13, Lauda 12 Punkte.
(Text: Dieter Roßbach ) |
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||