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Aktualisiert am 31.12.2011
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Formel 1 vor 20 Jahren: GP von USA (Ost)

06.07.2002

pfeil  Startaufstellung   pfeil  Ergebnis

John Watson/McLaren MP4
 John Watson erobert die Tabellenführung
Als Ersatz für Gilles Villeneuve hat Ferrari inzwischen Patrick Tambay unter Vertrag genommen, aber in Detroit tritt man trotzdem nur mit einem Wagen für Didier Pironi an. Jan Lammers hatte sich bei seinem Unfall in Moncao den Daumen gebrochen, Theodore verzichtet daher auf einen Start, genau wie Toleman sich die Transportkosten in die USA spart und statt dessen das Fahrzeug weiterentwickelt. Da es nicht die heute üblichen Startverpflichtungen gibt, können die kleinen Teams jederzeit entscheiden, ob die Teilnahme an einem Rennen in den Kostenrahmen passt.

Detroit ist neu im Formel-1 Kalender. Nach Ende der GP- Rennen in Watkins Glen hat es Jahre lang keine Formel-1-Rennen an der Ostküste der USA gegeben. Detroit hat als Sitz der amerikanischen Automobilindustrie besondere Bedeutung für die Formel 1, aber der Kurs wird von den Fahrern nicht geliebt. Kurze Geraden, 90-Grad-Kurven, ein welliger Straßenbelag und Betonbarrieren machen die Strecke langsam und tückisch. Dazu fehlt jede Erfahrung mit der neuen Strecke.

Nelson Piquet fällt den Trainingsmodalitäten zum Opfer. 1982 gibt es je ein Zeittraining am Freitag und am Samstag und die beste Zeit zählt für die Startaufstellung. Ein Motorproblem am Brabham verhindert Freitags eine brauchbare Zeit und das Samstagstraining ist verregnet. Der amtierende Weltmeister kann sich nicht für das Rennen qualifizieren.

Alain Prosts Pole Position ist eine kleine Überraschung, da man bisher auf Stadtkursen von einem Defizit der Turbos ausgegangen ist. Mit seiner schnellsten Zeit läutet Prost damit endgültig das Ende der Saugmotoren in der Formel 1 ein. Andrea de Cesaris wird Zweiter im Training. Leider konnte Alfa seine guten Trainingsergebnisse durch fehlende Zuverlässigkeit nicht in Zielankünfte umsetzen, die Saison ist von Höhen im Training und Tiefen im Rennen gekennzeichnet. Keke Rosberg stellt den Williams auf die dritte Startpostition, gefolgt von Pironi und der großen Überraschung des Trainings, Manfred Winkelhock auf ATS mit Platz 5. Rene Arnoux enttäuscht mit einem vierzehnten Startplatz.

Prost kommt am besten weg, gefolgt von de Cesaris und Rosberg. Manfred Winkelhock kann aus seiner guten Ausgangsposition kein Kapital schlagen, in der dritten Runde endet der ATS in einer Mauer.

In der siebten Runde kollidieren Roberto Guerrero und Elio de Angelis. Der nachfolgende Riccardo Patrese muss in die Leitplanken ausweichen, eine Unterbrechung des Rennens ist die Folge.

Den Neustart gewinnt wieder Prost, der vor Rosberg, Pironi, Giacomelli und Eddie Cheever auf Ligier in Führung geht, aber Probleme mit der Benzinversorgung lassen ihn in der 23. Runde hinter Rosberg zurückfallen. John Watson hat sich bis zum Rennabbruch von Startplatz 17 auf den 13. Rang vorgearbeitet und setzt seinen Vormarsch weiter fort. Inzwischen zweiter, beginnt er, Jagd auf den Führenden zu machen. In Runde 37 übernimmt er die Führung von Keke Rosberg, der mit aufgebrauchten Reifen und nachlassenden Bremsen zu kämpfen hat. Niki Lauda hat inzwischen Pironi und Cheever überholt und hat Rosberg im Visier, der McLaren scheint in Detroit gut zu funktionieren. Beim Versuch, den Williams zu überholen, berühren sich die Wagen und Lauda findet sich in der Streckenbegrenzung wieder. Dafür kommt Eddie Cheever immer stärker auf, er kann erst Pironi und dann den angeschlagenen Rosberg überholen und so den ersten Platz auf dem Podest für Ligier erobern. Rosberg wird schließlich auch noch von Pironi abgefangen und kommt als vierter ins Ziel, vor Derek Daly und Jaques Lafitte, der das gute Ergebnis von Ligier komplettiert.

Mit seinem zweiten Saisonsieg übernimmt John Watson die Führung in der Punktetabelle, vor Pironi. Alain Prost, der Favorit für den Titel und bisher Führende, fällt auf Platz drei zurück.

(Text: Dieter Roßbach )
(Bild: prova)

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