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Formel 1 vor 20 Jahren: GP der Niederlande, Zandvoort
14.08.2002
Nach den zwei Rennen in Nordamerika gönnte sich die Formel 1 drei Wochen Pause. Zum Grand Prix der Niederlande gibt es wieder einige Veränderungen. Patrick Tambay tritt seinen Dienst bei Ferrari an, Roberto Moreno ersetzt den verletzten Nigel Mansell bei Lotus. Osella kommt nach dem tragischen Unfall von Riccardo Paletti in Montreal nur mit einem Wagen für Jean- Pierre Jarier und Jan Lammers ist bei Theodore wieder dabei. Didier Pironi hatte bei Tests in Paul Ricard Glück, als er einen schweren Unfall unbeschadet überstand, sein Wagen hatte sich überschlagen. Während die anderen Teams in Nordamerika Rennen fuhren, hatte sich Toleman auf die Weiterentwicklung des Fahrzeuges konzentriert und bringt ein deutlich verbessertes Fahrzeug nach Zandfoort. In der Startaufstellung sehen wir die bekannte Besetzung der ersten Reihe, Rene Arnoux steht wieder vor Alain Prost. Der Titel des "Trainingsweltmeisters" ist Renault kaum noch zu nehmen, aber man hat nun schon bei sechs Rennen kein Fahrzeug mehr in die Punkte bringen können. Um so mehr schmerzt den Pionier der Turbotechnik in der Formel 1, dass mit BMW ein echter Konkurrent heranwächst. Nelson Piquet ist nur sechs Hundertstel langsamer als Alain Prost und steht auf Platz drei, vor Didier Pironi. Schnellster Wagen mit Saugmotor ist Niki Laudas McLaren auf Patz 5, vor dem Ferrari-Neuling Tambay. Hinter Keke Rosberg auf Platz 7 stehen die Alfas, die wie Renault im Training gut aussehen, und dann im Rennen meist an aussichtsreicher Position versagen. Riccardo Patrese tritt nun auch im Brabham BT50-BMW an und steht auf Platz 10. Die Auszeit, die sich Toleman bei den letzten beiden Rennen gegönnt hatte, wird belohnt, Derek Warwick kann sich auf Position 13 qualifizieren, allerdings schafft Teo Fabi im zweiten Wagen keine brauchbare Zeit und muss beim Rennen zusehen. Toleman profitiert von der langen Zielgeraden in Zandfoort, und von neuen Pirelli-Reifen, die man hier vor dem Grand Prix hatte testen können. Ligier bringt ebenfalls ein neues Fahrzeug, den JS19, aber Eddie Cheever kann sich damit nicht qualifizieren und Roberto Moreno darf auch nur zusehen, während Elio de Angelis das gleiche Fahrzeug auf Startplatz 15 qualifiziert. Das Rennen beginnt wie üblich mit dem Kurzfeuerwerk. Prost übernimmt die Spitze, gefolgt von Arnoux, Pironi, Tambay, der einen guten Start hat und sich direkt um zwei Plätze verbessern kann, Niki Lauda und Piquet. In den ersten Runden kommt Pironi an Arnoux vorbei und Piquet kann Niki Lauda hinter sich lassen. In Runde 5 schliesslich ist Pironi auch an Alain Prost vorbei und beginnt, seine Führung auszubauen. Piquet hat sich inzwischen auch Arnoux und Tambay gegriffen und ist inzwischen Dritter, und Rosberg hat Lauda und Tambay überholt. Bis zur zweiundzwanzigsten Runde sind die Dinge an der Spitze aussortiert, als René Arnoux in spektakulärer Weise das Rennen beendet. Kurz vor der Tarzankurve verliert er ein Rad und rutscht geradeaus in die Leitplanken. Das Monocoque zerbricht bei dem Aufprall und absorbiert die meisten Kräfte, so dass er ohne Verletzungen bleibt. Inzwischen hat Piquet die Lücke zu Alain Prost schliessen können und kann sich in Runde 30 an die zweite Stelle setzen. Drei Runden später muss Prost den Renault mit dem üblichen Motorschaden abstellen, die Weltmeisterschaft rückt damit so langsam in weite Ferne, während Didier Pironi mit dem Sieg in Zandfoort seine Titelambitionen deutlich unterstreicht. Nelson Piquet wird zweiter, ein weiterer Erfolg für die Brabham-BMW-Kombination, das Paket beginnt, sich auf hohem Niveau zu stabilisieren. Keke Rosberg wird Dritter, vor Niki Lauda und Derek Daly, Mauro Baldi holt für Arrows einen weiteren Punkt, nachdem Tambay und Michele Alboreto kurz vor Schluss aufgeben mussten.
Die Überraschung des Tages gelingt Derek Warwick, der mit dem verbesserten Toleman die schnellste Runde des Rennens dreht, eine Zehntelsekunde schneller als Nelson Piquet. Schon zu Anfang des Rennens hatte er den Heckflügel verloren und musste einen Stop einlegen. Bei der Gelegenheit wurden auch gleich weichere Pirellis montiert, wohl in der Gewissheit, dass man das Rennen ohnehin nicht beenden würde. In der fünfzehten Runde war dann auch Schluss, Motorschaden wegen einer gebrochenen Ölleitung, aber man hatte die Sponsoren glücklich gemacht.
(Text: Dieter Roßbach ) |
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