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Formel 1 vor 20 Jahren: GP von Frankreich, Circuit Paul Ricard, Le Castellet
06.09.2002
Das Qualifikationstraining bringt das erwartete Ergebnis. Alles andere als die erste Startreihe wäre für Renault im Heimrennen nicht akzeptabel gewesen, und daher stehen wieder einmal René Arnoux und Alain Prost auf den besten Plätzen. Didier Pironi ist Dritter, vor Riccardo Patrese auf Platz 4 und Patrick Tambay stellt seinen Ferrari auf Platz 5. Vier Franzosen auf den ersten fünf Startplätzen, ein Franzose als Führender im Gesamtklassement, der Grand Prix in Paul Ricard beginnt verheissungsvoll für die Grand Nation. Piquet ist Sechster in der Startaufstellung. Von den 8 Turboautos stehen sechs auf den ersten sechs Plätzen. De Cesaris und Giacomellis Zwölfzylinder-Alfas sind die besten Saugmotorautos. In der Vorbesprechung des Rennens hatte sich das Renault-Team mit den Fahrern geeinigt, Alain Prost zum Sieg zu verhelfen, da nur so seine Chance auf den Weltmeistertitel gewahrt werden konnte. Arnoux und Prost gehen nach dem Start direkt in Führung, gefolgt von Patrese und Piquet, die aber schnell Prost überholen können. Zum Schrecken des französischen Publikums erobert Patrese in der dritten Runde die Spitze, eine Runde später ist Piquet Zweiter. Alles deutet darauf hin, daß es Brabham ernst meint mit seiner Strategie, über ein leichtes Auto und einen Boxenstopp Vorteile zu finden. In der sechsten Runde jedoch muß Patrese sein Auto schon mit Motorschaden abstellen. In Runde 11 kommen sich Jochen Mass und Mauro Baldi zu nahe. Mass berüht die Streckenbegrenzung, der Wagen hebt ab, fliegt über die Leitplanken und landet kopfüber in den Zuschauerrängen, wo er auch noch Feuer fängt. Mass kann dem Wrack entkommen, einige Zuschauer werden verletzt, aber fatalere Folgen bleiben aus. In der vierundzwanzigsten Runde muß auch Nelson Piquet sein Auto in Führung liegend mit Motorschaden abstellen. Alain Prost kann mit René Arnoux Schritt halten, bis er eine Dichtleiste verliert und Abtrieb verloren geht und er, in der Erwartung der Stallregie, auf den letzten Einsatz verzichtet. Die Ferrari sind weit hinter ihm, die Sauger ohne jede Chance. Aber Arnoux denkt nicht daran, Prost die Führung zu überlassen, er nutzt den Vorteil des besseren Autos dazu, seinen Vorsprung auszubauen. Auch eindeutige Boxensignale konnten ihn nicht wirklich einbremsen. "Ich war nicht nur vor Alain Prost, ich hatte mehr als eine halbe Runde Vorsprung und selbst als ich langsamer fuhr, vergrößerte sich mein Vorsprung noch, also dachte ich: Vergiss es!" sagte Arnoux hinterher. Von da an herrschte Feindschaft im Renault Team. Arnoux gewinnt vor Prost, Didier Pironi baut mit seinem dritten Platz die Führung in der Gesamtwertung auf 9 Punkte vor Watson und 16 Punkte vor Prost aus, Patrick Tambay's vierter Platz vervollständigt den französischen Triumph im Heimrennen, vier Fahrer auf den ersten vier Plätzen.
(Text: Dieter Roßbach ) |
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