Prova Logo
 
Inhalt
Magazin
Neues aus der Industrie
Neue Bücher
Nissan PIVO3
Audi R8 LMS ultra
Mercedes 190 E Evo II
Ford GT90
Renault 5
Alpine A 106
BMW i3 Concept
Land Rover DC100 Sport
Cadillac Ciel
e-Opel
Citroën Tubik
smart fortwo electric drive
Lister Monzanapolis
Chevrolet Miray Concept
Hispano Suiza Xenia
Fahrberichte
Lancia Thema
Mercedes Benz B 200
Fiat Freemont
Lexus CT200h
Ford Galaxy Titanium
Kultur : Unterwegs
Art und Cars bei Mercedes
Porsche Sonderausstellung
Aktualisiert am 31.12.2011
© 2011 virto GmbH
Formel 1 vor 20 Jahren: Großer Preis von Deutschland, Hockenheim

15.09.2002

pfeil  Startaufstellung   pfeil  Ergebnis

xxxx
 Renault und Brabham noch vor dem späteren Sieger Tambay

Die Sensation des Autosommers 1982 ist der neue Audi 100. Nachdem man vor Jahren den Ro80 eingestellt hatte, wagt man sich nun bei Audi wieder einmal an ein innovatives Fahrzeugkonzept. Viele Ideen, die durch den NSU in den Konzern gekommen waren, werden nun bei einer Großserienlimousine umgesetzt. Besonderes Merkmal des neuen Audi ist die bemerkenswerte aerodynamische Effizienz. Ein CW-Wert von 3,0 ist Weltrekord für Serienfahrzeuge und wird zudem nicht durch extreme Karosseriekonzepte erkauft. Die Optimierung vieler kleiner Details führt zu diesem Erfolg: Geklebte Front- und Heckscheiben, rahmenlose Seitenscheiben, die an Stiften geführt, plan zur Außenhaut liegen, überlappende Gummidichtungen an Hauben und Türen, keine umlaufende Regenrinne mehr, keine Sicken und Kanten. Dazu kommt ein günstiges Fahrzeuggewicht. Trotz Längenwachstum ist der Neue nur 30kg schwerer als der alte Audi 100, und ein guter Teil dieser Gewichtszunahme geht auf den um 20 Liter vergrößerten Tankinhalt zurück, das Grundmodell bringt 1080kg auf die Waage und verbraucht im Drittelmix 7,8l Normalbenzin.

Zum Großen Preis von Deutschland tritt Nigel Mansell wieder an. Dafür fehlt Jochen Mass nach seinem schweren Unfall in Le Castellet. Für ihn fährt Rupert Keegan den zweiten March. Theodore setzt Jan Lammers vor die Tür und gibt das Auto an Tommy Byrne.

Der Freitag ist warm und trocken. Didier Pironi fährt im ersten Zeittraining die beste Zeit. Am Samstag regnet es. In der Morgensitzung ist Didier Pironi auf einer schnellen Runde, als er auf Derek Daly aufläuft. In der Annahme, dass die Gischtwolke nur vom Williams stammt, überholt er ohne zu bremsen und rast in das Heck des Renault von Alain Prost, der durch die Gischt verdeckt vor Derek Daly liegt. Der Ferrari steigt auf, fliegt durch die Luft und landet mit dem Heck zuerst, um sich dann auf der Strecke zu überschlagen, bis er schließlich wieder auf den Rädern landet und in die Leitplanken schlägt. Pironi überlebt den Unfall schwer verletzt, beide Beine sind mehrfach gebrochen. Für den WM-Führenden ist das das Ende der Rennfahrerkarriere. Ferrari verliert damit den zweiten Weltklassepiloten innerhalb eines Jahres nach dem Tod von Gilles Villeneuve vor drei Monaten.

In der Startaufstellung bleibt die erste Startposition leer, da das Wetter am Samstag eine Zeitenverbesserung verhinderte, und Ferrari Pironi nicht zurückgezogen hatte. Dahinter reihen sich wie gewohnt die Renaults ein, Alain Prost steht dieses Mal vor René Arnoux, Nelson Piquet und Patrick Tambay folgen auf den Plätzen. Hinter Riccardo Patrese ist Michele Alboretos Tyrell das beste Saugmotorauto.

Brabham versucht immer noch, mit der Strategie des Nachtankens und Reifenwechselns Vorteile herauszuarbeiten. Vor jedem Rennen malt man sorgfältig Markierungen vor den Boxen auf, um Patrese und Piquet auf die richtige Parkposition zu leiten, zu jedem Rennen wird die Drucktankanlage aufgebaut, bei jedem Rennen schwitzen Männer in feuerfesten Anzügen und warten auf den ersten Boxenstopp, bisher noch ohne Erfolg, da die Wagen immer vor dem geplanten Boxenstopp ausgefallen waren.

Am Ende der ersten Runde führt wie erwartet Nelson Piquet. Langsam kann er sich von Arnoux, Prost und Tambay absetzen. In Runde 13 parkt Patrese seinen Brabham mit Motorschaden, nach 14 Runden muss Alain Prost ein weiteres Rennen abschreiben, eine defekte Benzineinspritzung zwingt ihn zur Aufgabe. Inzwischen hat Patrick Tambay René Arnoux überholen können. Nelson Piquet führt unangefochten, bis in der neunzehnten Runde hat er ein Polster von 24 Sekunden aufgebaut, als er auf Eliseo Salazar aufläuft. Der ATS kommt dem überholenden Brabham in die Quere, und damit ist das Rennen für Piquet gelaufen.

Tambay führt nun vor Arnoux und Watson, dahinter arbeitet sich ein brillanter Jaques Lafitte an Alboreto und Rosberg vorbei auf den vierten Platz vor, ehe er sich bei einem Ausflug von der Strecke eine Schürze beschädigt und alles verliert. John Watson kann seinen dritten Platz auch nicht halten, er fällt in der siebenunddreißigsten Runde mit einem Aufhängungsschaden aus. Damit gewinnt Patrick Tambay sein erstes Formel-1-Rennen, er ist der achte Sieger in diesem Jahr. Rene Arnoux wird Zweiter, Keke Rosberg Dritter und Michele Alboreto Vierter. Weitere Ausfälle auf den hinteren Rängen verhelfen Alfa Romeo und Arrows zu Punkten, Bruno Giacomelli erreicht Platz 5, Marc Surer Platz 6. Und Nelson Piquet macht Salazar handgreiflich klar, was er von seinen Fahrkünsten hält. Dabei hatte er Brabham und BMW vor einer weiteren Blamage gerettet. Der Motor hätte, wie sich bei Nachuntersuchungen im Werk zeigte, ohnehin nur noch eine oder zwei Runden gehalten und hätte BMW einen Totalausfall im ersten Heimrennen überhaupt beschert, wegen technischer Defekte und in Führung liegend.

Nach diesem Rennen führt weiterhin Pironi die Tabelle an. Ihm werden am Ende der Saison fünf Punkte für den Titel fehlen, Punkte, der er bei Konstanz des Ferrari wahrscheinlich schon in Hockenheim erzielt hätte.

(Text: Dieter Roßbach )
(Bild: prova)

Zurück zur Startseite

Prova Gesamtarchiv
Archivsuche
ausführen Hilfe
Termine
Impressum / Kontakt
 Anzeigen
Anzeige Porsche 804-Buch
Anzeige Porsche 908-Buch
Anzeige Porsche 917-Buch
Suchen nach:
In Partnerschaft mit Amazon.de