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Aktualisiert am 31.12.2011
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Formel 1 vor 20 Jahren: Großer Preis von Österreich, Zeltweg

05.10.2002

pfeil  Startaufstellung   pfeil  Ergebnis

Ein Cosworth-Sieg auf einer Turbostrecke
 Ein Cosworth siegt auf einer typischen Turbostrecke

Die Höhe des Österreichrings kommt den Turbo-Autos zugute, da sie durch Anpassungen des Turboladers Ladedruck und Leistung an die Gegebenheiten anpassen können, während die Saugmotor-Autos mit Leistungsverlusten zu kämpfen haben. Zum Grand Prix von Österreich ist der Formel-1-Zirkus in einer niedergeschlagenen Stimmung. Gilles Villeneuves Tod in Zolder und der schwere Unfall des in der Weltmeisterschaft führenden Didier Pironi haben Spuren hinterlassen. Ein Rennen ohne fatale Zwischenfälle und mit interessantem Motorsport musste her.

Ferrari bringt nur ein Auto für Patrick Tambay. Tausende von Ferrarifans hoffen, daß er erfolgreich sein kann. Aber die Qualifikation am Samstag zeigt, daß gegen die Brabham-BMW nicht anzukommen ist, Nelson Piquet und Riccardo Patrese stellen ihre Autos ungefährdet in die erste Startreihe. Mit mehr als einer Sekunde Rückstand auf den Ersten folgt Alain Prost auf Platz drei, dann kommen Tambay und Arnoux. Keke Rosberg ist sechster und damit bester Saugmotor-Fahrer, gefolgt von Elio de Angelis im Lotus, mit rund 4 Sekunden Rückstand auf Piquet.

Schon am Start sind beide Alfa und Derek Daly mit dem Williams durch einen Unfall aus dem Rennen, nach der ersten Runde fehlen auch Rupert Keegan und Michele Alboreto.

Ferraris Siegträume platzen auch schon in der ersten Runde. Tambay fängt sich einen Plattfuß ein, als er über Wrackteile des Startunfalls fährt. Der fällige Reifenwechsel wirft ihn weit zurück. Die restlichen vier Turbos ziehen dem Feld davon, Patrese in Führung vor Piquet. An fünfter Stelle gelingt es Elio de Angelis, sich vom Rest der Saugmotorautos abzusetzen.

Den ersten Turbo erwischt es in der sechzehnten Runde, Arnoux muss den Renault mit Motorschaden abstellen. Dann kommen die Boxenstopps der Brabham. Piquet reiht sich vor Keke Rosberg auf dem vierten Platz ein, kann sich aber nicht wieder entscheidend absetzen. Patrese hat genug Vorsprung, mit einem perfekten Boxenstopp behält er die Führung, um drei Runden später mit Motorschaden auszufallen. In Runde 49 schliesslich muss auch Alain Prost, in Führung liegend, sein Auto abstellen, Motorschaden.

Nach vier Jahren wieder ein Lotus-Sieg
 Nach vier Jahren wieder ein Lotus-Sieg

Nun führt überraschend Elio de Angelis auf dem Lotus, vor Keke Rosberg, der Piquet hat überholen können und beginnt, auf den Führenden aufzuschliessen. Keiner der beiden hatte bisher einen Grand Prix gewonnen, entsprechend motiviert gehen de Angelis und Rosberg zur Sache. Rosberg ist deutlich schneller, zu Beginn der letzen Runde hat de Angelis nur noch 1,6 s Vorsprung. Der Lotus ist nur mit vollen Tanks einigermaßen zu fahren, je leichter er wird, desto kritischer wird sein Fahrverhalten. Dazu kommt, daß der Motor in den letzten Runden Aussetzer hat, möglicherweise durch Probleme in der Benzinversorgung in schnellen Kurven. In der Texaco-Schikane schliesslich hängt der Williams am Getriebe des Lotus, Rosberg legt sich den Gegner zurecht für einen Angriff in der letzten Kurve. Aber er verliert den Schwung und kann sich nicht entscheidend neben de Angelis setzen. Das Beschleunigungsduell zur Ziellinie hin verliert er mit 0,05 Sekunden.

Mit de Angelis gibt es einen weiteren Premierensieg in diesem Jahr, für Lotus ist es der erste Sieg seit vier Jahren und für Colin Chapman der letzte vor seinem Tod. Für Keke Rosberg kommt plötzlich der Titel in Reichweite. Pironi führt immer noch mit 6 Punken Vorsprung, wird aber kein Rennen mehr fahren. Keke Rosberg liegt auf Platz zwei, ohne ein Rennen gewonnen zu haben.

(Text: Dieter Roßbach )
(Bild: prova)

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