Villa d'Este: Avantgarde und Eleganz
15. 5. 2002
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| Der Siegerwagen der Mille Miglia 1940: Ein BMW-"Superleggera"-Coupé auf 328-Basis, gebaut bei Touring in Mailand |
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Der alljährlich stattfindende "Concorso dEleganza Villa dEste" ist Aushängeschild für eine Reihe weiterer Veranstaltungen und Wettbewerbe, in denen ausgesuchte und seltene Fahrzeuge präsentiert und prämiert werden. Neben der "Coppa d´Oro", die dieses Jahr ein 1931er Alfa 6C 1750, karossiert von Castagna, gewann, wurden u.a. auch ein Press Award oder der Preis für die beste Touring Superleggera-Karosserie vergeben.
Diesen speziellen Wettbewerb nahmen die Bayerischen Motorenwerke, Schirmherrin der Veranstaltung seit 1997, zum Anlaß, um den von der Mailänder Firma eingekleideten Siegerwagen der Mille Miglia von 1940 nach Cernobbio am Comer See zu bringen. Drei BMW-Art Cars, viele historische und aktuelle Fahrzeuge sowie die kontrovers diskutierten Entwürfe Z9, X-Coupé und CS1 sorgten für eine angemessene Präsenz der Münchener. Die Ausstellung der Konzeptstudien diente vor allem der Promotion des von BMW initiierten "Concorso dEleganza Villa dEste Design Award". Dieser speziell aktuellen Studien und Prototypen zugedachte Preis wendet sich an Manufakturen und unabhängige Designer. Die Studios der grossen Hersteller sind hingegen nicht zur Teilnahme zugelassen. Diese Neuerung im Programm geht auf die Jahre 1947 bis 1949 zurück, in denen ebenfalls neue Serienfahrzeuge und Sonderanfertigungen dem Publikum und einer Jury vorgestellt wurden. Um dieser Tradition neues Leben zu verleihen wurde der "Design Award" geschaffen.
Acht Studios zeigten zehn Fahrzeuge: Castagna zeigte den "Auge", ItalDesign war mit dem Aston Martin "2020" sowie dem Alfa Romeo "Brera" vertreten, Helmut Newton zeigte seinen "Touareg" auf Mitsubishi-Basis, Lizard stellte das "ProjectOne" vor, Pininfarina präsentierte den Citroën Osée, Spyker zeigte jeweils ein C8-Cabrio und -Coupé, Rinspeed den Presto und Zender den Straight 8. Von der Jury als preiswürdig befunden wurde der Alfa Romeo Brera von ItalDesign: Ein elegantes Coupé, das Elemente des aktuellen Alfa Romeo-Design zitiert und von einem V8-Maserati-Motor angetrieben wird.
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Der Gesamtsieger: Ein Ferrari 342 America Cabriolet von Pinin Farina aus dem Jahr 1953.
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Dieses Alfa Romeo 6C1750 Cabriolet Royale von Castagna aus dem Jahr 1931 wurde zum "Best of Show" gekürt.
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Den Design Award gewann der Alfa Romeo Brera von Ital Design, der erstmals in Genf 2002 zu sehen war.
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Die Wurzeln des traditionsreichen "Concorso dEleganza Villa dEste", der der gesamten Veranstaltung den Namen gibt, reichen bis in die Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Jedes Jahr wieder findet er in dem einmaligen, historischen Ambiente des Grand Hotels Villa dEste und im Park der Villa Erba am Comer See statt. Beim Auswahlverfahren zur Zulassung von klassischen Autos werden vor allem Fahrzeuge berücksichtigt, die als Einzelstücke oder in sehr kleiner Serie von Karossiers hergestellt wurden. Vierzig offene und geschlossene Fahrzeuge mit herausragendem Design aus fünf Dekaden stellten sich dieses Jahr dem Wettbewerb. Unter anderem sah man so ungewöhnliche Vehikel wie den Voisin C 25 "Aerodyne" von 1935, den Aston Martin "Atom" von 1940, den Afa Romeo B.A.T. 5 von 1953 oder die sehr schöne Lancia Fulvia Sport Trasformabile aus dem Jahr 1968, welche verdientermassen mit dem Preis für den elegantesten Lancia ausgezeichnet wurde. Besonderen Gefallen fand die Jury aber an dem Ferrari 342 America Cabriolet von Pinin Farina aus dem Jahr 1953, der zum Gesamtsieger gekürt wurde.
Aber auch die Teilnehmer, die ohne Auszeichnung blieben, beeindruckten die Besucher. So scheint der gezeigte Alfa Romeo Giulia Spider Prototyp von 1963 der Ahnherr aller folgenden Produktlinien der Mailänder Marke zu sein und ein Aston Martin DB 5 Shooting Brake ist mit seiner unaufgeregten Noblesse ein Höhepunkt britischen Fahrzeugbaus.
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BMW X-Coupé und Alfa Romeo 6C 2500 Super Sport (Touring, 1943)
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BMW Z9, Ferrari 365 GTS (Pininfarina, 1969) und Alfa Romeo 6C 2500 Super Sport (Touring, 1943)
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Aston Martin 2020 (ItalDesign) und Mercedes-Benz 300 SC Cabriolet
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Alfa Romeo Sportiva 2000 1954, ausgezeichnet als die eleganteste Bertone-Karosserie
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Exklusive Sportler der Sechziger Jahre: ASA 1000 Cabriolet und Coupé
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Alfa Romeo B.A.T. 5 (Bertone) 1953
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Aston Martin Atom, 1940
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Delahaye 135 Coupe des Alpes (Tüscher) 1938
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Lancia Fulvia Sport Trasformabile (Zagato)1968
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Fiat 1100 "Giardinetta" (Castagna) 1948
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Nash Healey (Pininfarina) 1953
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Helmut Newtons "Touareg"
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Spyker C8 Coupé und Cabriolet
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Alfa Romeo Giulia Spider Prototyp (Bertone/Alfa Romeo) 1963
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Voisin Aerodyne Saloon, 1935
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Beim Concorso dEleganza 2002 wurden aber nicht nur Wettbewerbe durchgeführt. Aus Anlass des neunzigsten Geburtstages von Nuccio Bertone zeigten die Turiner Designer ca. 30 eigene Entwürfe aus der Zeit von 1937 bis heute. Das älteste Exponat war eine Barchetta auf Topolino-Basis, zu der sich die Berühmtheiten wie Aston Martin Jet, Lamborghini Marzal, Alfa Romeo Carabo oder der Ur-Stratos gesellten - eine einmalige Gelegenheit, das uvre Bertones in der vollen Fülle kennen zu lernen. Besonders sympathisch war die Geste der Veranstalter an den italienischen X 1/9-Club, ihre Fahrzeuge, die als wohl populärste Bertone-Kreation gelten können, dem Publikum nahe zu bringen.
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Nuccio Bertones Meisterschaftsfahrzeug von 1937 auf Fiat 500 Basis
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Bertone Blitz, 1992
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Alfa Romeo Carabo, 1968
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Aston Martin Jet (Bertone)
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Lamborghini Marzal, 1967
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Sandro Munaris Lancia Stratos
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Bertone Trickster, 1998
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Bertone Testudo auf Chevrolet Corvair Basis, 1963
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Lamborghini Countach LP 400
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Zusätzliche Sonderaustellungen des Rolls Royce-Enthusiasts-Club sowie des Alfa Romeo 6C-Registers mit einer Reihe aufregend gestalteter Vorkriegs-Coupés und -Cabriolets machten den "Concorso dEleganza Villa dEste 2002" zu einer vergnüglichen und außergewöhnlichen Veranstaltung, die jedem Freund automobiler Kostbarkeiten neue Einblicke und Überraschungen bot.
(Text: Rainer Rossbach )
(Fotos: Rainer Rossbach, BMW Presse)
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