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Jeep Compass: "Go anywhere - do anything"
13.04.2002
Zuhause im Urbanen und talentiert im Gelände - der Jeep Compass soll Dynamik auf der Strasse sowie Agilität und Nehmerqualitäten abseits der befestigten Wege zusammenführen. Der Name "Compass" hat für die Chrysler-Group eine fast philosophische Bedeutung: Er soll signalisieren, dass mit diesem Konzept ein völlig neues Fahrzeugsegment geschaffen wurde. Die angepeilte Käuferschicht ist die der so genannten "Millenials" in den USA. Mit diesem Begriff werden die potentiellen Kunden beschrieben, die jünger sind als 24 Jahre und die sich mittelfristig zur grössten Konsumentengruppe in den Vereinigten Staaten entwickeln werden. Marktforscher nehmen an, dass die "Millenials" ein authentisches und erschwingliches Fahrzeug mit Charakter möchten. Es sollte geeignet sein, entweder Freunde oder viel Gepäck mitzunehmen und den Fahrspass nicht zu kurz kommen lassen . Auf der Basis der 1998er Studie "Jeepster" entwickelte das kalifornische Design-Studio der amerikanischen Marke ihre Vision. Geländegängigkeit, sportliches Fahrverhalten, Leistungsfähigkeit, flexible Raumkonzeptionen und Attraktivität im Preis sind die Eckpunkte des vorgestellten Jeep-Konzepts. Das zweitürige Fahrzeug hat, wie nicht anders zu erwarten, Allradantrieb, einen kurzen Radstand und einen niedrigen Schwerpunkt. In der leichten Uniframe-Stahlkarosserie ist ein 3,7-Liter-V6-Motor installiert, der 210 PS leistet und ein Drehmoment von 319 Nm auf die Kurbelwelle bringt, womit genug Kraft für alle Einsatzformen bereitstehen dürfte.
Das Gesicht liefert eine weitere Interpretation der klassischen Jeep-Physiognomie mit der vertikalen "Seven-Slot"-Kühleröffnung und Rundscheinwerfern. Diese Stilelemente werden im Stossfänger, der aus rostfreiem Stahl besteht, wiederholt: Der Unterfahrschutz verlängert optisch die Kühleröffnungen und wird seitlich von runden Zusatzscheinwerfern flankiert. Ausgestellte Kotflügel mit trapezförmigen Radkästen und betonten Kanten, Leuchtbänder für die Blinker und Schwellerbleche mit eingestanztem Jeep-Logo sorgen für den gewünschten maskulinen Look. Rückleuchten im Stil des Audi A4 flankieren das offen getragene Ersatzrad. Der hintere Stossfänger ist optisch eine Verlängerung des vorderen und stützt mit einer nach oben offenen, halbkreisförmigen Öffnung den Reservereifen nach unten ab. Während das Fahrzeug bis zur Gürtellinie ein grafisch akzentuiertes Blechkleid trägt, gibt es sich oberhalb dieser Linie konventionell und bedient sich der Formen eines europäischen Kompaktwagens einschließlich der stark betonten C-Säule. Das Dach zeigt eine stärkere Persönlichkeit und trägt ein deutliches Rautenmuster, das die Optik von Aluminium-Trittblechen, wie sie in der Industrie Verwendung finden, vergrössert wiedergibt. Integrierte Verzurrösen erlauben die sichere und stabile Befestigung von Transportgut.
Laut dem Willen seiner Schöpfer soll der Compass in Material und Bauweise robust, langlebig und widerstandsfähig sein und damit das Firmen-Motto "Go anywhere - do anything" mit Leben füllen. Innen sitzen alle vier Passagiere auf Schalensitzen. Das Gestühl ist mit grünem Leder und Goretex-Schutztüllen bezogen und somit pflegeleicht. Nach Umklappen der hinteren Sitze entsteht eine flache Ladefläche aus mattem, rostfreiem Stahl mit integrierten Verzurrösen in der Seitenverkleidung. In Jeep-Tradition ist der Boden mit Formgummimatten ausgelegt. Mit den Drehschaltern im aufgeräumten Armaturenbrett werden alle Hauptfunktionen betätigt. Das mit Leder bezogene Lenkrad ist im klassischen Drei-Speichen-Design gehalten und zeigt seine Aluminiumbasis offen. Die Instrumente sollen an traditionelle Zifferblätter von Armbanduhren erinnern, die Luftdüsen an klassisches aeronautisches Design. Ein ausgeprägter Haltegriff zieht sich über die volle Breite des Armaturenbretts, während ein optisch betontes "Rückgrat" durch den gesamten Innenraum verläuft. Dieses Design-Element findet sein Pendant in der gesamten Länge der Dachkonsole. Im Armaturenbrett befindet sich darüber hinaus eine multifunktionelle Datenübertragungsstation mit LCD-Bildschirm. Und letztendlich haben die Entwickler im Cockpit natürlich einen Kompass untergebracht. Insgesamt präsentiert sich die Studie als durchaus marktnah. Auf der aktuellen Cherokee-Plattform realisiert und mit dem Verzicht auf Überspitzungen im Design schreibt der Compass die aktuelle Linie der Marke in einer mehr sportlich orientierten Form weiter. Man kann wohl davon ausgehen, dass die Erkenntnisse, die man aus dieser Studie gewinnt, sich in zukünftigen Modellen wiederfinden.
(Text: Rainer Roßbach ) |
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