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2000 km durch Deutschland: Familienfreundlich und ohne Dünkel
01.08.2002 Die 2000km durch Deutschland diesen Jahres waren geprägt von schlechtem Wetter. Fast alle Tage der Rundtour waren verregnet. Nur der Samstag vor dem Start war bis um 16:00 Uhr trocken und damit wiederum der beste Tag, als Zuschauer teilzunehmen. Während man sonst auf der Strecke die Fahrzeuge nur vorbeifahren sieht, und bei den Etappenzielen die Teilnehmerfahrzeuge im Mittelpunkt stehen, ist der Tag der Abnahme ein familienfreundliches Volksfest zum Nulltarif. Die Hüpfburgen und Rutschen beschäftigen die Kinder, während die Eltern sich neben den teilnehmenden Fahrzeugen noch dutzende anderer alter Autos ansehen können, da der Samstag mehr und mehr zu einem Treffen Gleichgesinnter für den Westen Deutschlands, die Niederlande und Belgien wird. Besonders schön ist dabei, daß es kaum Berührungsängste gibt, neben Vorkriegsfahrzeugen findet auch ein guter Record Sprint 1900 die ihm inzwischen gebührende Beachtung und manch jüngerer Zuschauer kann die Träume seiner Jugend wiedersehen. Dabei gehen die echten Exoten teilweise in der Masse unter oder werden nicht wahrgenommen, da sie optisch nichts hermachen, durch das Image der Marke in den Hintergrund gedrängt werden oder als Variante eines bekannten Themas nur Insidern auffallen. So kennt man den Fiat 500 Giardinetta, da er in der 500er-Szene ein beliebtes Fahrzeug ist, aber wann hat man je schon einmal einen Steyr Puch Kombi gesehen? Zum Steyr Puch gehört untrennbar der Begriff "Rennsemmel", 650TR mit Tiefbetträdern sind historisch korrekt, aber ein Kombi, das sich die Karosse mit dem Gardinetta teilt, ist vollkommen ungewöhnlich. Versteckt am Rande der Wiese parkte neben dem bekannten Mazda Rx-7 der ersten Serie, der so langsam Kult- und sogar Klassikerstatus erreicht, ein Rx-5. Dieses Auto wurde etwa 500 mal in Deutschland verkauft, überlebt haben dürften die wenigsten. Wer weiß überhaupt, daß Mazda je andere Wankelautos als die RX-7 hier im Programm hatte. Der gezeigte Rx-5 war vollkommen Original, komplett und unverbastelt und in den Händen eines echten Enthusiasten. Am Lloyd LT 600 Transporter aus den frühen Fünfzigern konnte man sehr schön ablesen, daß der projektierte VW Microbus ein Fahrzeug mit echtem Retrodesign ist, allerdings weniger von Volkswagenprodukten abgeleitet, sondern eine Kopie des Entwurfs, den Borgward damals schon in Serie produzierte. Gutbrod Superior, Goliath 700, Opel und Ford quer durch die Baureihen, eine ganze Palette von Glas- und Goggo-Mobilen machten diese Veranstaltung zu einem Muß für alle, die an Autos der Nachkriegszeit bis Anfang der Siebziger interessiert sind. Dazu kamen natürlich noch die bekannten Schönheiten, die man immer wieder und immer wieder gerne bei Ereignissen dieser Art sieht. Das Gewitter, das pünktlich um 16:00 die Wetterentwicklung für die Rundfahrttage einleitete, konnte der gelungenen Samstagsveranstaltung keinen Schaden mehr zufügen. Der Auftakt zur "2000km durch Deutschland" im Mönchengladbach ist ein sicherer Tipp in der Oldtimer- und Klassikerszene. (Text: Dieter Roßbach ) |
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