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OG 2002: 30 Jahre Oldtimer Grand Prix auf dem
Nürburgring
12.08.2002
Wer mehr machen wollte, als nur auf den Tribünen zu sitzen und den Rennen zuzusehen oder durch das Fahrerlager zu laufen, musste schon am Samstag zum Nürburgring fahren. Der Regen in der Nacht von Samstag auf Sonntag und Sonntag morgen verwandelten die Parkplätze rund um die Rennstrecke in Morastlöcher. Zwei Jubiläen bestimmen die diesj”hrige Veranstaltung: 75 Jahre Nürburgring und 30 Jahre Oldtimer Grand Prix. Die geänderte Streckenführung sorgte dafür, das der Alfaclub, die Ferraris und Porsche von ihrem traditionellen Platz in das obere Fahrerlager umziehen mussten und damit näher an das Geschehen rückten. Natürlich glänzte Porsche wieder einmal mit zwei Schmuckstücken aus dem Museumsfundus, einem 908/3 in der Spezifikation "Targa Florio 1970" und dem Siegerwagen der letzten Targa Florio 1973, einem 935. Bei den Rennteilnehmern war die Zweiklassengesellschaft deutlicher denn je zu sehen. Während alle, die sich mit einem Zelt zur Wartung und Reparatur ihrer Fahrzeuge begnügen mussten, damit beitrugen, dass der Besuch des Fahrerlagers keine Geldverschwendung blieb, waren diesem mehr denn je die Boxenanlagen, in denen sich die Edelrenner der Formel-1 und der Gruppe C eingerichtet hatten, zum Fahrerlager hin geschlossen. Diese Fahrzeuge konnte man nur während des Rennens und für ein paar Minuten im Park fermé sehen. Schade, denn wann hat man zuletzt einmal einen BRM P160 in rennfertigem Zustand im Detail bewundern können? In der Gruppe C waren neben den Porsche 962 die Jaguar XJR 10 und 16, ein Aston Martin AMR1 und ein Nissan NPT-10 zu sehen. Und dann war da noch Jörg Obermosers TOJ S02 von 1974. Spannende Rennen gab es obendrein; besonders der Kampf zwischen den Lotus in der Formel Junior zeigte einmal mehr, dass Motorsport mehr sein kann, als sich hinter einem roten Formelrennwagen einzureihen und auf Platzverbesserungen durch Ausfälle der Besserplazierten zu hoffen. Bei den Fahrzeugen der Besucher ist eine stete Entwicklung zu hoher Qualität zu sehen. Egal ob BMW 02, Vorkriegspeugeot oder Lancia Delta HF Integrale, Originalität und gepflegte Patina bei unrestaurierten Autos sind inzwischen guter Standard, wirklich schlechte Autos sieht man hier nicht mehr. Die bei der Bonham-Auktion angebotenen Fahrzeuge hinterliessen einen zwiespältigen Eindruck. Höhepunkt war ein Lamborghini Miura SV, eher peinlich dagegen ein VW T2 tiefer, breiter, in giftgrün. Die Rennabteilung bestand aus einigen zweitklassigen Formel-1-Rennwagen der Achtziger , dem letzten Merzario-Rennwagen, einem Formel-2 mit BMW-Motor von 1982 und einem Kurtis Kraft Offenhauser Indy Frontmotor-Roadster. Dazu kam der deTomaso F2-Rennwagen von 1969, ein sehr interessantes, da seltenes und formal sehr eigenständiges Fahrzeug. Insgesamt hat der Grand Prix unter dem schlechten Wetter gelitten. Gerade die Entdeckungen am Rande der Veranstaltung, die sonst den besonderen Reiz des Oldtimer Grand Prix ausmachen, fielen dieses Jahr spärlicher aus, aber es waren immer noch mehr als genug - die Reise in die Eifel hat sich wieder einmal gelohnt. (Text: Zurück zur Startseite |
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