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Auto Union Typ C: Modellbau als Kunst
25.09.2002
Für die Saison 1936 brachte Auto Union einen neuen Rennwagen an der Start, den Typ C mit einem 6-Liter-V12-Motor und 520 PS. Ein ZF-Sperrdifferential verbesserte die Fahrbarkeit des Wagens deutlich. Das Team bestand aus Hans Stuck, Archille Varzi und Bernd Rosemeyer als Stammfahrer, dazu kamen Rudolf Heydel, Ernst von Delius und Rudolf Hasse als Reserve- und Nachwuchsfahrer. Rennleiter war Dr. Karl Feuereisen. Das Eifelrennen war das erste Grand Prix-Rennen des Jahres in Deutschland, da die Veranstaltung auf der AVUS wegen Streckenumbauten abgesagt worden war. 300.000 Zuschauer kamen in die Eifel, um die Silberpfeile zu sehen, trotz extrem schlechten Wetters. Nebel hatte den ganzen Tag über der Eifel gelegen, der sich zum Start etwas lichtete, aber ein heftiger Regen machte die Situation für die Fahrer nicht angenehmer. Vom Start weg ging Nuvolari an die Spitze, gefolgt von Caracciola, der sich aus der dritten Startreihe nach vorne gearbeitet hatte. Dritter war Rosemeyer. Caracciolas unerreichter Fähigkeit, bei Regen schnell zu sein, mußte sich Nuvolari schon in der ersten Runde beugen, im Karussell übernimmt der Mercedes die Spitze. Aber schon in der dritten Runde verliert er sie wieder an Nuvolari und muss wenig später mit Motorschaden aufgeben. Dann kam der Nebel zurück und damit Rosemeyers große Stunde. In der Südkehre konnte er den Alfa von Nuvolari überholen und verschwand im Nebel. Von Brauchitsch, der an dritter Stelle lag, musste seinen Wagen ebenfalls mit Motorschaden abstellen, die Vergrößerung des Hubraums auf 4.7l hatte die Stabilität der Motoren deutlich geschwächt. Hinter dem führenden Auto Union lagen nun drei Alfa der Scuderia Ferrari, aber bei einer Sicht von teilweise weniger als 30m ist an einen Angriff nicht zu denken. Alle reduzierten in den Nebelbänken ihre Geschwindigkeit, bis auf Rosemeyer, der scheinbar durch den Nebel hindurchsehen konnte. Trotz erbitterter Gegenwehr verlor Nuvolari 30 Sekunden pro Runde auf den Führenden. Bernd Rosemeyer siegte unangefochten vor Nuvolari, Brivio und Fangio auf Alfa und Hermann Lang als bestem Mercedes-Fahrer. Die besondere Klasse Rosemeyers bei diesem Eifelrennen zeigt sich im Vergleich zu den Teamkollegen. Varzi, Stuck und von Delius kommen erst auf den Plätzen 7, 8 und 9 ins Ziel. Das Jahr 1936 gehört Auto Union. Bernd Rosemeyer dominiert in diesem Jahr die Grand Prix-Rennen und wird Europameister. Mercedes-Benz zieht sich schon Mitte der Saison wegen gravierender technischer Probleme und fehlenden Erfolgen zurück. Der Siegerwagen des Eifelrennens ist Muster für ein anspruchsvolles Projekt, zu dem sich Martin Schröder, seit Jahrzehnten in Fachkreisen anerkannter Spezialist für Oldtimer und Antiquar, sowie Janos Rakoczy, Chefrestaurator des Technischen Museums in Budapest, zusammengefunden haben: Der Neubau des Auto Union Typ C 1936 nach historischen Vorbild im Maßstab 1:8. Nur 25 Exemplare des legendären Bernd Rosemeyer Siegerwagens sollen als Modell originalgetreu hergestellt werden. Die bisher fertiggestellten Teile lassen ahnen, welch handwerklicher Aufwand getrieben wird. Allein die Anfertigung der winzigen Kronenmuttern oder der Speichenspanner nach historischem Vorbild erfordert das Fingerspitzengefühl eines Uhrmachers. Filigrane Handwerkskunst zeigt auch der Wasserkühler mit dem darunterliegenden Ölkühler. Jede einzelne Messingstrebe wird originalgetreu nach präzisen Detailzeichnungen im Maßstab 1:8 angefertigt. Kompromißlos wird am Ende das Modell dem Original gleichen. Lediglich die Stärke des Blechs der Karosserie kann aus Stabilitätsgründen nicht auf ein Achtel reduziert werden. Im Februar 2003 soll der Prototyp vorgestellt werden, der geplante Preis beträgt 15.000 Euro. Der Vertrieb des Modells im Internet liegt exklusiv bei die uns auch das Bildmaterial des Modells zu Verfügung gestellt haben.
(Text: Dieter Roßbach ) |
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