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Nissan Micra C+C: Klappdachcoupé für Vier
28.12.2002
Nissans neuer Micra, der auf dem Pariser Salon 2002 Premiere feierte, trägt seine japanische Herkunft offen zur Schau. Während frühere Fahrzeuggenerationen ihre Abstammung durch internationales Einheitsdesign zu verbergen suchten, zeigt sich das neue Modell in der Tradition experimenteller Studien, wie man sie von der Tokio Motor Show kennt. Das freundliche Micky-Maus-Gesicht mit den tropfenförmigen Scheinwerfern und die stämmige, wohlkalkulierte Figur des Nissan werden ihre Wirkung bei der vornehmlich weiblichen Käuferschaft nicht verfehlen. Zur Darstellung weiterer Entwicklungsmöglichkeiten des Kompaktwagens zeigten die Japaner an der Porte de Versailles die Studie eines Cabrios mit Klappdach. Das ist nicht weiter originell, aber der vom deutschen Nissan-Designableger in Geretsried gezeichnete Micra C+C zeigt formale Eigenständigkeit. Zudem wartet er mit einigen technischen Besonderheiten auf, die das platzraubende Faltdach im Sinne einer verbesserten Raumökonomie weiterentwickeln. Angepeilte Zielgruppe sind Kunden mit einer Vorliebe für qualitativ hochwertige und stilvolle Produkte, die mit der Wahl ihres Autos auch ein Stück ihrer Persönlichkeit dokumentieren wollen. Gutverdienende Single-Haushalte sollen sich ebenso wie junge Paare ohne Kinder angesprochen fühlen. Wie bei allen vergleichbaren Konzepten bewirbt man die Dachkonzeption als ideale Lösung für jene, die im Sommer gerne offen unterwegs sein wollen, auf ihren fahrbaren Untersatz aber auch im Winter nicht verzichten möchten. Speziell Stadtbewohnern ohne eigene Garage offeriert man das Hardtop als verlässlicheren Schutz im Vergleich zu einem Stoffdach. Der Unterschied zu den aktuell auf dem Markt präsenten Coupé/Cabrios liegt in der Ausführung des Hardtop als Glasdach sowie in einer neuen Klappmethode, die mehr Raum für Gepäck lässt. Ein konventionelles, zweiteiliges Klappdach ist oberhalb des Rückfensters angelenkt und faltet sich ähnlich wie die Schalen einer Muschel zusammen. Durch die Krümmung von Dach und Rückfenster führt diese Konstruktion zu einem großen, nicht nutzbaren Zwischenraum. Beim Micra C+C legen sich die beiden Dachhälften wie zwei Löffel im Besteckkasten ineinander. Es soll so mehr Volumen bleiben, um Koffer oder den wöchentlichen Supermarkt-Einkauf verstauen zu können.
Bei geöffnetem Dach verbleiben 200 Liter Inhalt; bei geschlossenem Dach steigert sich dieser Wert auf 310 beziehungsweise 400 Liter, wenn zusätzlich der Mittelteil der Rückbank flachgelegt wird. Aber auch an die Unterbringung persönlicher Gegenstände wurde gedacht: Es gibt ein 11 Liter großes Handschuhfach und ein 10-Liter-Staufach unter dem Beifahrersitz. Durch das Glasdach gibt sich der Innenraum, in dem vier Personen Platz finden, auch im geschlossenen Zustand hell und einladend. 20 Sekunden vergehen, bis das Verdeck auf Knopfdruck vollständig im Kofferraum verschwindet. Neben dem durchdachten Verdecksystem bietet der C+C einen mit handgenähtem Leder und zweifarbigen Stoffbezügen ausgekleideten Innenraum. Die dunkelbraun gehaltenen Oberflächen der Mittelkonsole und des Mitteltunnels kontrastieren mit den crèmefarbenen Sitzbezügen. Experimentiert wird mit der Optik der Schalter und Hebel: Für deren Einfassung kommt ein neuartiger, transparenter Kunststoff in Marmor-Anmutung zum Einsatz. Die in der Serienversion eingesetzten Komfortmerkmale finden sich auch in der Studie. Dazu zählt der intelligente Schlüssel, der es erlaubt, ohne Suchen in der Jacken- oder Hosentasche den Wagen auf- und zuzuschliessen. Ein Regensensor und so genannte "friendly lights ", die im Dunkeln das Vorfeld des Fahrzeugs ausleuchten, sollen dem Fahrer weitere Annehmlichkeiten bieten. Das On-Board-Telematik-System "Carwings " mit Satelliten-Navigationssystem und Kommunikations-Technik zeigt, was man in Zukunft auch in dieser Klasse an elektronischen Erweiterungen vorfinden wird.
Die Karosseriestruktur des Cabrios ist bis auf Höhe der Gürtellinie identisch mit den drei- und fünftürigen Micra-Versionen, unterscheidet sich aber deutlich im oberen Bereich. Die vergrößerte Windschutzscheibe ist an ihrem oberen Ende stärker gekrümmt als beim Serienmodell und geht fließend in das zweiteilige Glasdach über. Die flachere Dachlinie, das leicht verlängerte Heck und der in den Kofferraumdeckel integrierte Heckspoiler sorgen für die sportliche Note. In der Seitenansicht zeigt der C+C die bogenförmige Silhouette des Serien-Micra und damit seine Familienverbundenheit. Der Radstand von 2.432 mm und die Breite von 1660 mm entsprechen der Limousine, die Höhe ist jedoch um 85 Millimeter niedriger. Nissan hält dieses Coupé/Cabrio für ein dynamisches und ausdrucksstarkes Fahrzeug, das sowohl Frauen wie Männer ansprechen soll. Lifestyle-Charakter und die emotionale Note verbinden sich mit dem großen Stauraum zu einem vollwertigen Viersitzer und machen so den Micra C+C auch zu einem praktischen Auto.
(Text: Rainer Roßbach ) |
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