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Opel Meriva: "FlexSpace" für Innenraum-Variabilität
10.12.2002
Intelligente Wandlungsfähigkeit, großzügiger Innenraum und modernes Design bei kompakten Außenmaßen: Nach diesen Kriterien hat Opel den Meriva konzipiert. Wichtigstes Merkmal des neuen Meriva, der zum Start mit Diesel- und Benzinmotoren zwischen 1,6- und 1,8 Litern Hubraum und einem Leistungsspektrum von 55 kW (75 PS) bis 92 kW (125 PS) angeboten wird, ist sein völlig neues Rücksitzsystem. In der normalen Fünfsitzer-Stellung bietet der Fronttriebler drei Plätze im Fond. Komfortabel ist die Konfiguration mit zwei Einzelsitzen in der hinterst möglichen Position: Dann ist der Meriva ein außergewöhnlich geräumiger Viersitzer, der auf allen Plätzen bei Bein- und Schulterfreiheit den Vergleich mit der automobilen Mittelklasse nicht scheuen muss. Wird mehr Gepäckraum benötigt, lassen sich mit wenigen einfachen Handgriffen die beiden äußeren Einzelsitze unabhängig voneinander entweder nach vorn schieben oder komplett versenken. Die mittlere Sitzfläche ist in dieser Anordnung einfach weggeklappt. Selbst in dieser sehr komfortorientierten Konfiguration bleibt reichlich Raum für das Gepäck. Als Fünfsitzer verfügt der Meriva über ein Kofferraumvolumen von rund 490 Litern und damit mehr als in der Kompaktklasse üblich. Und bei Bedarf kann er mit wenigen Handgriffen in einen zweisitzigen Van mit einem fast 1,70 Meter langen, über 1.300 Liter fassenden Laderaum verwandelt werden. Das Konzept ermöglicht eine weitgehende Freiheit in der Konfiguration des Innenraums und trägt somit der Tatsache Rechnung, dass kompakte Automobile heute häufig nur mit ein bis zwei Personen und selten mit mehr als vier Personen besetzt sind. Basis der Flexibilität ist ein Radstand, der mit 2.630 Millimetern fast an den des Zafira (2.694 mm) heranreicht. Bei der Außenlänge ist der Unterschied deutlicher: Der Neuling ist mit 4.042 Millimetern genau 27,5 Zentimeter kürzer.
Der Meriva zeigt die Proportionen eines Minivans auf sehr kompakter Fläche. Aufgabe für das Design war es, diese Grundform einerseits dynamisch umzusetzen, andererseits die charakteristische Opel-Formensprache weiter zu entwickeln. Zwischen scharfen Kanten liegen gewölbte Oberflächen. An den Seiten prägt eine Lichtkante die Ansicht, sie leitet das Auge von den Scheinwerfern bis zum Heck und unterstreicht die Seitengrafik mit den vier Fenstern. Zugleich bildet diese Kante eine akzentuierte Karosserieschulter, die zusammen mit den kräftigen Radhausbögen dem optischen Auftritt des Meriva mehr Markanz verleihen soll. Typisch sind die trapezförmig auslaufende Motorhaube mit der mittigen Falte, die technische Anmutung der Scheinwerfer sowie die markante Chromquerstrebe mit dem Blitz. Hinten sind die hoch liegenden Rückleuchten in die Dachsäulen integriert. Die flächige Heckklappe ist im unteren Bereich mit einer Stufe akzentuiert. Zum Eindruck eines geräumigen Autos tragen die kurzen Überhänge ebenso bei wie die schlanken, gebogenen Säulen und der ab der B-Säule leicht abfallende Dachbogen bei. Die zusätzlichen vorderen Fenster verstärken das Empfinden von Transparenz, zugleich vermitteln sie den Frontpassagieren ein lichtes, großzügiges Raumempfinden. Die klare, technisch wirkende Grafik setzt sich auch im Innenraum fort. Das leicht geschwungene Cockpit ist übersichtlich und klar gezeichnet. Unter einer bogenförmigen Abdeckung liegen vier Rundinstrumente für Tankinhalt, Drehzahl, Geschwindigkeit und Kühlwassertemperatur. Das Info-Display ist zentral auf der Instrumententafel untergebracht. Eine geschwungene Linie trennt den inneren Bereich des Cockpits von den Randbezirken ab; eine querliegende Chromleiste sorgt für eine horizontale Gliederung. Das FlexSpace-System
Die Variabilität des Meriva entsteht durch das FlexSpace-Raumkonzept. Die hintere Sitzanlage ist in drei voneinander völlig unabhängige Einheiten aufgeteilt: zwei breite Einzelsitze und einen schmaleren Mittelsitz. In der Grundposition finden im Fond drei Personen Platz. Die Innovation des FlexSpace-Systems ist der Konstruktion des mit einem Dreipunkt-Automatikgurt und einer voll versenkbaren Kopfstütze ausgerüsteten Mittelsitzes zu verdanken. Seine Lehne ist 15 Zentimeter schmaler geschnitten als das Sitzpolster, und mittels einer Viergelenk-Kinematik liegt sie nach dem Zusammenklappen des Sitzes auf gleicher Höhe wie die Polster der beiden äußeren Einzelsitze. Danach lassen diese sich auf quer montierten Schienen um jeweils 75 Millimeter nach innen rücken. Im nächsten Schritt kann man sie um 70 Millimeter nach hinten schieben. Die Lehnen lassen sich dann noch von der Normalstellung in eine Ruheposition bringen. Aber es ist noch mehr Flexibilität möglich. Der Laderaum in der Viersitzer-Konfiguration kann vergrößert werden, indem man die äußeren Einzelsitze im Fond voneinander unabhängig nach vorne schiebt. Insgesamt beträgt der Verstellweg der Sitze in Längsrichtung 200 Millimeter. Stellt man nun zusätzlich die Lehnen steiler als normal, ergibt sich ein Gepäckraumvolumen von über 530 Litern. Klappt man alle drei Sitze flach nach vorne und arretiert sie in der tiefsten Stellung, entsteht eine ebene, fast 1,70 Meter lange Ladefläche. Wird schließlich noch die Lehne des Beifahrersitzes nach vorn umgelegt, ist selbst der Transport eines Surfbretts möglich. Zusätzlich bietet der Meriva eine Vielzahl von Ablagen. Neben einem großen Handschuhfach gibt es zwei Cupholder. In der Armaturentafel lassen sich zudem Cassetten, CDs oder das Handy verstauen. Die vorderen Türen beherbergen Fächer mit Dosenhaltern, zwischen Vordersitzen und Türen bietet außerdem noch eine Ablage zum Beispiel für Regenschirm oder Taschenlampe Platz. Auf Wunsch sind auch Stofftaschen an der Rückseite der Frontsitze erhältlich, und ein Netz an der Mittelkonsole bietet im Beifahrer-Fußraum weitere Staumöglichkeiten. Für die Fondpassagiere gibt es als Option einen jeweils an der Rücklehne der Frontsitze angebrachten Klapptisch mit integrierten Cupholdern plus darunter platzierten Staunetzen, in denen beispielsweise Zeitungen untergebracht werden können. Taschen in den hinteren Türen sowie kleine Ablageboxen anstelle der hinteren Aschenbecher bieten weitere Ablagemöglichkeiten.
Eine besondere Ausstattung hinten ist die auf Wunsch erhältliche multi-funktionale Armlehne Travel Assistant, die auf der Rückseite der umgeklappten Lehne des Mittelsitzes eingeklinkt werden kann. Sie bietet nach Bedarf eine um 70 Millimeter verschiebbare Auflagefläche, zwei ausfahrbare Cupholder und in ihrem Innern unter einem Deckel eine über fünf Liter große Staubox. Wird der mittlere Fondsitz benötigt, lässt sich die gesamte Box mitsamt der Lehne einfach nach hinten klappen. Im Kofferraum sorgen Taschenhaken an den Rückseiten der beiden Einzelsitze, sechs Haken für die Befestigung eines Laderaumnetzes sowie zwei seitliche Fächer mit Netzen für reichlich Staumöglichkeiten. Im Laderaumboden befindet sich zudem noch ein mit einer Klappe abgedecktes, 56 Liter großes, dreigeteiltes Staufach für die Unterbringung kleinerer Einkäufe oder eines Aktenkoffers. In Verbindung mit dem Stereo-CD-Radio CDR 2005 ist ein Rücksitz-Audio-System erhältlich, das zwei Anschlüsse für Kopfhörer umfasst. Auf Wunsch erhältliche, aus dem Zafira bekannte DVD-Entertainment-System AutoVision. Spielkonsolen können ebenfalls angeschlossen werden. Die Vielseitigkeit des neuen Minivans wird auch im Modellprogramm deutlich. Je nach Bedarf können die Kunden zwischen mehr funktions- oder komfortorientierten Paketen wählen, für Besitzer, die besonderen Wert auf das Erscheinungsbild ihres Meriva legen, gibt es ein Optik-Paket. Unterschiedliche Stoffe und Zierleisten differenzieren die einzelnen Ausstattungslinien im Innenraum. Neben der reichhaltigen Ausstattung ermöglicht eine Fülle von Optionen wie beispielsweise Xenon-Scheinwerfer, Klimaanlage oder Klimatisierungsautomatik, eine Lederausstattung oder attraktiv gestaltete Leichtmetallräder eine individuelle Wunschausstattung des neuen Opel Meriva. Für Frischluftfans bietet Opel den Meriva mit zwei elektrisch betätigten Glasdächern an. Das vordere ist ein Schiebe-/Ausstelldach, das hintere Glasdach kann gekippt werden. Sicheres Fahren Der Meriva startet mit drei Benzin- und einem Dieselaggregat. Im Herbst 2003 folgt ein neuer Common-Rail-Direkteinspritzer-Dieselmotor mit 1,7 Litern Hubraum. Der 1.7 CDTI erfüllt, wie alle Benziner, bereits die Euro 4-Abgasnorm. Neben einer hohen Durchzugskraft der Motoren war ein Entwicklungsziel die Entkopplung von Antriebseinheit und Karosserie. Der Meriva verfügt daher über einen hydrogeformten vorderen Hilfsrahmen, der die Befestigungspunkte für die Dreieckslenker, Lenkgetriebe- und Kühlungsmodule sowie die Drehmomentstützen der Motorlagerung trägt. Die Motorlager selbst sind in der neutralen Drehmomentachse angeordnet. Dabei wird das Gewicht der Antriebseinheit von Lagern getragen, die in der dynamischen Drehachse des quer eingebauten Triebwerks links und rechts angeordnet sind. Die beim Fahren auftretenden dynamischen Längskräfte (Kippbewegungen) nehmen zwei zusätzliche Drehmomentstützen auf. Diese Pendellagerung in der neutralen Achse - auch als Neutral Torque Axis oder kurz NTA-Lagerung bezeichnet reduziert als störend empfundene Vibrationen besonders im Leerlaufbetrieb und bringt so eine klare Komfortverbesserung. Eine Besonderheit ist das automatisierte Schaltgetriebe Easytronic. Bei ihm ist das Kupplungspedal durch elektronisch gesteuerte Stellmotoren ersetzt. Der Fahrer hat so die Möglichkeit, entweder selbst zu schalten, oder die Gangwahl der Elektronik zu überlassen. Die Easytronic ist von Beginn an in Verbindung mit dem 1.6 ECOTEC-Benziner verfügbar, für das 1.8 ECOTEC-Aggregat folgt sie im Herbst 2003. Das Fahrwerk des Meriva greift auf bewährte Komponenten anderer Opel-Baureihen zurück, die für den Neuling angepasst und weiterentwickelt wurden. An der Vorderachse kommt die aus dem Corsa bekannte Mc-Pherson-Konstruktion mit Dreieckslenkern und Stabilisator zum Einsatz, während an der Hinterachse die kompakte Torsionslenkerachse aus Astra Caravan und Zafira Pate stand. Die elektrische Servolenkung EPS (Electric Power Steering) des Corsa wurde mit Elementen aus dem neuen Vectra weiterentwickelt. Der Meriva besitzt serienmäßig Scheibenbremsen rundum mit ABS. Ebenfalls an Bord ist ein Bremsassistent, der die Ansprechzeit der Bremsen verkürzt. Meriva-Modelle mit dem 1.8 ECOTEC-Benziner oder dem stärkeren ECOTEC-Diesel-Aggregat verfügen serienmäßig über die Traktionskontrolle TC Plus mit Motor- und Bremseingriff, sämtliche Benzinmotoren sind optional mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP bestellbar. Alle Versionen rollen auf Reifen der Dimension 185/60 R15, mit Ausnahme des Opel Meriva mit der Einstiegsmotorisierung, der in Verbindung mit Reifen der Größe 175/70 R14 ausgeliefert wird. Die Sicherheitskonzepte Einer der Schwerpunkte der Entwicklung war der umfassende Schutz der Passagiere bei einem Unfall. Die Passagiere in der stabilen Sicherheitszelle werden durch eine Reihe von Schutzvorrichtungen gesichert. Serienmäßig sind zwei Full Size Frontairbags, zwei Seitenairbags, einstellbare Kopfstützen, Dreipunktgurte, Gurtschlossstraffer und Gurtkraftbegrenzer vorne, zwei Isofix-Kindersitzbefestigungen und das von Opel-Pedal-Release-System. Aktive Kopfstützen an den Vordersitzen können in Kombination mit Full Size Kopfairbags geordert werden. Die Isofix-Anbindung ist auch für den Beifahrersitz erhältlich. Eine optionale Sitzbelegungserkennung auf der Beifahrerseite sorgt dafür, dass Front- und Seitenairbag deaktiviert werden, wenn auf dem Beifahrersitz eine Kinderwiege beziehungsweise ein Kindersitz mit entsprechendem Sensor installiert ist. Entwickelt wurde das Fahrzeugkonzept des Meriva gemeinsam vom Internationalen Technischen Entwicklungszentrum (ITEZ) von Opel in Rüsselsheim und dem Entwicklungszentrum von GM do Brasil in São Paulo. Die Fertigung des Chevrolet Meriva für den südamerikanischen Markt erfolgt im brasilianischen Werk São José dos Campos. Der Opel Meriva, der im spanischen Saragossa produziert wird, ist speziell auf die Bedürfnisse europäischer Kunden ausgerichtet. Beide Modelle unterscheiden sich beispielsweise durch eine andere Motorenpalette, das Sitzsystem und Elemente der Innenraum-Ausstattung sowie das Angebot an Ausrüstungsoptionen.
(Text: Rainer Roßbach ) |
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