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Mercedes 300 SL: Sieg bei der Carrera Panamericana 1952
06.12.2002
Das Jahr 1952 war für die Mercedes-Benz Rennabteilung außerordentlich erfolgreich. Bei der legendären Mille Miglia erreichte man den zweiten und vierten Platz. In Bern wurden die ersten drei Plätze durch die SL-Prototypen belegt und in Le Mans erzielte man einen Doppelsieg. Die Krönung der Sportwagen-Rennen dieser Saison war der Vierfachsieg am Nürburgring. Eine letzte große Herausforderung wartete indes noch auf die Neubauer-Truppe: die rührige Mercedes-Benz Vertretung Prat Motors S.A. in Mexiko-City forcierte die Teilnahme an der 3. Carrera Panamericana Mexico. Das bedeutete 3100 Kilometer im Renntempo durch Mexiko, in fünf Tagen und acht Etappen. Mercedes-Benz nahm die Herausforderung an, und so begannen sorgfältige Vorbereitungen. Selbst Kraftstoffmischungen wurden erprobt, um bei Höhenunterschieden von nahezu Meereshöhe bis hinauf auf 3196 Meter jederzeit einen einwandfreien Motorlauf gewährleisten zu können Vier SL mit 3,1-Liter-Motoren und nunmehr 180 PS Leistung waren gemeldet: zwei Coupés unter Kling/Klenk, Wagen 8, und Lang/Grupp, Wagen 5, sowie zwei Roadster. Einen, die Nummer 9, pilotierte der neu ins Team aufgenommene amerikanische Sportwagenpilot John Fitch. Den Reservewagen, die Nummer 7, steuerte Alfred Neubauers Assistent Günther Molter. 92 Rennwagen standen am 19. November 1952 um 7.00 Uhr am Start in Tuxtla Gutiérres im Süden Mexikos. In Minutenabständen gingen als erste ein Cadillac und ein Jaguar ins Rennen, danach folgten die Mercedes-Benz mit den Startnummern 3, Lang, 4, Kling und 6, Fitch, ins Rennen.
Die ersten drei Abschnitte der gebirgigen 1100 Kilometer langen Südetappe sahen die 300 SL ganz vorne, aber auch mit Problemen konfrontiert. Kling hatte schon auf dem ersten Teilstück jenen berühmten Unfall mit dem Geier, der die Windschutzscheibe durchschlug und seinen Co Klenk kurzzeitig außer Gefecht setzte. Lang lief ein Hund in den Wagen, der den Bug lädierte. Alle drei Wagen mussten, aufgrund der schlechten Straßenbedingungen, mehrfach Reifen wechseln. Nach der dritten Etappe lagen die Mercedes in der Reihenfolge Kling, Fitch, Lang auf den Plätzen 2, 3 und 4. Die ab Mexiko City folgenden 2000 Kilometer der Nordetappe führten in fünf weiteren Teilstücken zum Ziel in Ciudad Juarez am Rio Grande del Norte. Es waren schnelle Passagen, die Fahrern und Wagen alles abverlangten. Kling gewann trotz eines Reifendefektes die zweite dieser Etappen. Allerdings führte Bracco, der ihn bei der Mille Miglia bezwang, auf Ferrari in der Gesamtwertung mit sieben Minuten Vorsprung. Lang lag auf Platz drei. Aber auch der nächste Abschnitt sah den Sieger Karl Kling. Am Start zur vorletzten Etappe, er lag nur noch 3,45 Minuten hinter Bracco, liess dieser die Mercedes-Benz-Crew wissen, dass sein Ferrari es wohl nicht mehr bis ins Ziel schafft. Die Kraftübertragung zerbröselte allmählich. Was heute Teil in einem Poker-Spiel wäre war damals echter Sportsgeist, denn der Ferrari fiel tatsächlich kurz danach aus. Fitch, bis dahin an vierter Stelle liegend, wurde wegen eines Reglement-Verstoßes disqualifiziert, durfte allerdings außer Konkurrenz bis zum Ziel mitfahren. Der letzte Abschnitt der Panamericana, ab Chihuahua, sah Kling und Lang in Führung. Die Durchschnittsgeschwindigkeit für die 358 Kilometer lange Strecke bis ins Ziel steht mit 218,495 Stundenkilometern für den Sieger Kling im offiziellen Protokoll.
Die Carrera Panamericana Mexico des Jahres 1952 ließ an Spannung und Dramatik nichts zu wünschen übrig und der Doppelsieg bei diesem gnadenlosen Langstreckenrennen rückte das Flügeltüren-Coupé endgültig in den Blickpunkt des Interesses. Die Auftritte der Mercedes-Benz 300 SL legten den Grundstock zur SL-Legende, die nun schon 50 Jahre währt. Im Mercedes-Benz Museum steht der SL mit der Chassis-Nummer 2. Nummer 5 diente 1952 Caracciola bei der Mille Miglia und in Bern, wo er schwer verunglückte. Wieder aufgebaut, erlebte der Wagen mit Lang die Carrera Panamericana. Nach der Restaurierung 1988/89 ist er auch heute noch, frisch wie vor 50 Jahren, bei diversen Oldtimerveranstaltungen anzutreffen.
(Text: rrDaimlerChrysler ) |
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