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Aktualisiert am 31.12.2011
© 2011 virto GmbH
Vitra Design Museum: Die Vielfalt des Stuhl-Designs

10.12.2002

Vitra-Designmuseum
Der Museumsbau von Frank O. Gehry bietet auf 700 qm Platz für die Vielfalt des Stuhldesigns

Mit dem Vitra Design Museum eröffnete im November 1989 der erste Ausstellungsbau des amerikanischen Dekonstruktivisten Frank O. Gehry in Europa. Weil am Rhein wurde zu einem Mekka für Design-und Architekturbegeisterte, denn das unkonventionelle Museumsgebäude steht in einer Reihe interessanter Architekturensembles des Amerikaners, als deren vorläufigen Höhepunkt man das Guggenheim-Museum im baskischen Bilbao betrachten kann.

Vitra hat als Unternehmen mit dem Möbel im Allgemeinen und dem Stuhl im Besonderen zu tun. Der Grundstein für das Museum, das sich selbstverständlich mit diesem Sitzmöbel beschäftigt, wurde in den frühen achtziger Jahren gelegt. Zunächst mit dem Ziel gegründet, die Firmengeschichte darzustellen, führte die Suche nach Objekten aus der eigenen Geschichte jedoch sehr schnell dazu, auch Entwürfe anderer renommierter Möbeldesigner zu erwerben und sich der Geschichte des Stuhls insgesamt zu widmen.

So entwickelte sich aus der Privatsammlung ein Publikums-Museum, das folgerichtig auch einen angemessenen Architektur-Rahmen benötigte. Und dieser sollte spektakulär und ungewöhnlich sein. Das Vitra Design Museum ist eine Collage aus Rampen, Türmen und Kuben. Expressiv, aber nicht willkürlich wird ihre Anordnung durch die Lichtführung bestimmt.

Ausstellung
Alle Epochen werden mit exemplarischen Stücken dargestellt

Der Vielfalt des Stuhl-Designs und den faszinierenden Schöpfungen der verschiedenen Epochen sollte ein einzigartiges Forum geboten werden. Die Planer sahen ihre Hauptaufgabe darin, im Vitra Design Museum das Bewusstsein der Menschen für ihre gestaltete Umwelt zu sensibilisieren und gleichzeitig das Wissen um theoretische und praktische Inhalte allgemein zugänglich zu machen.

Die Grundlage des Vitra Design Museums bildet eine der größten und bedeutendsten Sammlungen des modernen Möbeldesigns mit über dreitausend Objekten. Begleitet werden die Ausstellungsobjekte durch Zeichnungen, Skizzen und Bilder aus dem Archiv des Vitra Design Museums, die Interieurs sowie Details der Objekte als auch den historischen Kontext zeigen.

Auf 700 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigt man alle wichtigen Epochen und Stilrichtungen. Vom Beginn der industriellen Massenproduktion in der Mitte des 19. Jahrhunderts über die Entwürfe der klassischen Moderne bis zu den Farb-und Formexperimenten der Pop Art und den postmodernen Möbelskulpturen von "Memphis" in den achtziger Jahren sind viele herausragende Exponate zu sehen. So wären frühindustrielle Bugholzmöbel zu nennen oder Entwürfe aus dem Wien der "Belle Epoque". Bauhaus-Stahlrohrmöbel aus den zwanziger und dreißiger Jahren, exemplarische Beispiele skandinavischen Designs von 1930 bis 1960 oder die italienischen Gestalter nach 1950 beleuchten die avantgardistischen Strömungen des 20. Jahrhunderts. Namen wie George Nelson, Mario Bellini und Antonio Citterio und Ettore Sotsass zeigen die Bandbreite der Exponate.

Eames
Geborgenheit, Komfort und Wissen stehen im Mittelpunkt der Designphilosophie der Eames-Brüder.

Einen weiteren Schwerpunkt der Sammlung bildet die Designentwicklung in Amerika von den Entwürfen der Shaker bis zu den postmodernen Sitzmöbeln eines Robert Venturi. Im Mittelpunkt steht hier der 1988 übernommene Nachlass von Charles & Ray Eames, deren Entwürfe exemplarische Bedeutung für das amerikanische Design der Nachkriegszeit besitzen. Längst gilt die Vitra Sammlung als die wohl bedeutendste Sammlung des modernen Möbeldesigns.

Das Museum betrachtet es deshalb als seinen Auftrag, sich der Erforschung und Vermittlung historischer und aktueller Entwicklungen des Möbeldesigns und verwandter Sachgebiete zu widmen. In Weil werden wechselnde Ausstellungen entwickelt und präsentiert, die das Thema Design in Beziehung zu Architektur, Kunst und Gesellschaft sowie zu fremden Kulturen stellen.Das Museum betrachtet es deshalb als seinen Auftrag, sich der Erforschung und Vermittlung historischer und aktueller Entwicklungen des Möbeldesigns und verwandter Sachgebiete zu widmen. In Weil werden wechselnde Ausstellungen entwickelt und präsentiert, die das Thema Design in Beziehung zu Architektur, Kunst und Gesellschaft sowie zu fremden Kulturen stellen.

Aufgrund des enormen Erfolges des Weiler Museums reifte bei Vitra die Idee, das Thema Stuhl-Design durch Dependancen einem noch größeren Besucherkreis zugänglich zu machen.

Ein zweites Vitra Design Museum wurde im Juli 2000 in Berlin eröffnet und bildet architektonisch das Gegenstück zu dem Bau in Weil. Statt eines neuen Hauses bezog man ein einzigartiges Industriedenkmal: Das ehemalige Bewag-Abspannwerk „Humboldt “ im Bezirk Prenzlauer Berg war 1924 bis 1926 von Hans Heinrich Müller erbaut worden und gibt nun der Zweigstelle im Osten ihren Rahmen.

Kontakt:

Vitra Design Museum
Charles-Eames-Straße 1,
79576 Weil am Rhein
Infos: 0 76 21 / 702 37 30
Internet: www.design-museum.de

Vitra Design Museum Berlin
Kopenhagener Straße 58,
10437 Berlin/Prenzlauer Berg
Infos: 0 30 – 47 37 77 – 0
Internet:www.design-museum-berlin.de

(Text: Rainer Rossbach )
(Fotos: Vitra)

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