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Aktualisiert am 31.12.2011
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Corvette "Moray": Latin Lover

24.03.2003

Chevrolet Moray
Das Heck ist klassisch Corvette und italienisch verfeinert

Der "Moray" ist eine Hommage Giugiaros an die Chevrolet Corvette, der nunmehr fünfzig Jahre alten Ikone des amerikanischen Sportwagens. Einerseits zeigt sich das Konzept beeinflusst vom Innenraum des 59er C2, andererseits orientiert sich die Aussenform der italienischen Studie an der "Coke Bottle"-Corvette von 1968. Sechs Liter Hubraum aus einem längs eingebauten V8-Motor, Hinterradantrieb, Automatikgetriebe und 400 PS sorgen für Leistung.

Moray ist der englische Name für "Muräne": Die fließende Fortbewegungsart dieses schlangenförmigen tropischen Raubfisches hat die Karosseriegestaltung beeinflußt. Selbstverständlich auf dem Chassis und der Mechanik einer Corvette aufgebaut, lässt sich der Namensgeber bereits in den fließenden Linien des Profils, das von Sicken geschärft ist, erkennen. Auch die geschwungene Gürtellinie soll an die Bewegungen einer schwimmenden Muräne erinnern, während die lange Schnauze, ein typisches Corvette-Merkmal - durch die spindelförmigen Frontscheinwerfer und geometrisch geschnittene, aggresiv wirkende Lufteinlässe geprägt wird. Exzentrisch wirken die kleinen runden Zusatzscheinwerfer im Schnittpunkt von Kühleroberkante und der nach unten verlängerten Scheinwerferlinie – hier sucht italienische Eleganz den Dialog mit amerikanischer Direktheit.

Chevrolet Moray
Der Innenraum zitiert die verschwenderische Pracht der Fünfziger und Sechziger

Die hinteren transparenten Dachsegmente können wie Insektenflügel hoch geklappt werden, wobei die Scharniere an der hinteren Strebe befestigt sind. Die B-Säule wurde durch einen Zentralbogen aus Stahl ersetzt, auf dem die beiden Dachhälften befestigt sind. Sie geben den Zugang zum Fahrzeuginnenraum frei. Leicht zu entfernen, gestatten diese "Flügel"-Türen, den Moray von einem "Kristallkuppel"-Coupé fast in einen Roadster umzuwandeln - möglicherweise ein Designzitat, das etwas ironisch an die amerikanischen "Dream Cars" der wundervoll naiven Fünfziger Jahre erinnern soll. Auch die chromumrandeten "Kiemen" in der Seitenansicht huldigen einem Kult des "Etwas zuviel" und verpassen der Muräne einen leicht schrägen Einschlag.

Insgesamt aber bestehen die Designer darauf, die gestalterischen Maßstäbe berücksichtigt zu haben, die die Geschichte dieses archetypischen US-Sportwagens beherrschten: Einfachheit, Pragmatismus sowie eine typisch amerikanisch-hedonistische Vorstellung von Sportlichkeit. So ist das Heck corvettetypisch kurz und mit runden Lampen bestückt. Nur an der äusseren Begrenzung des hinteren Abschlusses haben sich die Italiener Freiheiten erlaubt – eine Kante hier, eine Sicke da, einige überlappende Konturen, und schon verliert der Machismo seine Direktheit. Am wenigsten überzeugend wirkt die Studie in der Seitenansicht: Die Frontpartie ist zu flach und der Aufbau zu grazil geraten.

Chevrolet Moray
Scharf geschnittene Lufteinlässe, gepaart mit fließenden Formen bestimmen die Front

Während ItalDesign sich am Karosseriekörper einerseits seine kleinen barocken Vergnügen erlaubt, wurden andererseits etwa die Seitenspiegel durch Kamerasysteme ersetzt, um die Reinheit der Seitenlinie zu erhalten. Die Außenfarbe findet sich auch im Fahrzeuginnenraum: Lackierte Flächen zitieren den 59er Corvette-Jahrgang. Auch der halbkreisförmige Instrumententräger und die ebenfalls halbkreisförmig ausgeführte Blende vor dem Beifahrer bemühen sich um ein authentisches Bild. Es entstehen Sitznischen, die direkt aus den Fünfziger Jahren zu stammen scheinen. Auf der breiten Mittelkonsole befinden sich Armaturen und Schalthebel auf einer Aluminiumpanele und das zweifarbige Dreispeichenlenkrad zitiert ebenfalls die Heckflossen-Ära. Leder gibt es nur an den Stellen, die mit dem Fahrer in direkte Berührung kommen.

Für den Corvette-Fan, der den Hard Rock der amerikanischen Sportwagen liebt, ist ItalDesigns "Moray" wahrscheinlich zu verspielt und zu feminin. Spass macht es in jedem Fall zu sehen, wie die italienischen Designer feinnervig die Ikonografie der Corvetten überdrehen und in ein ironisches Konzept übersetzten, das das Vorbild in keiner Weise kleiner werden lässt.

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(Text: Rainer Roþbach )
(Fotos: ItalDesign, Rainer Roßbach)

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