|
|
|
|
Pininfarina Enjoy: Road and Track
Mit dem ENJOY, einem sowohl für die Straße als auch für den Wettbewerb geeigneten Roadster, thematisiert Pininfarina wieder einmal das Konzept eines sportlichen Fahrzeugs. Das Ergebnis ist ein verspieltes Auto für den jugendlichen Autofahrer, der dem heutigen technischen (Komfort-)Overkill wenig Bedeutung beimisst. So ist der kleine Roadster einfach in der Bedienung und bereitet sportliche Fahrfreude, wobei Sportlichkeit nicht unbedingt hohe Leistung bedeutet. Der ENJOY von Pininfarina ist ein auf das Wesentliche beschränkter Roadster, ein Fahrzeug, das dank seiner doppelten Persönlichkeit Fahrfreude mit der Passion für den Rennsport verbindet. Wie im Rennfahrzeug sollen die Rückmeldungen des Sportwagens so genau sein, dass man das Verhalten des Fahrzeugs stets vorhersehen kann, und so soll ein Gefühl für die präzise Fahrzeug-Kontrolle entstehen. Der ENJOY steht in einer Tradition mit vielen Pininfarina Concept Cars wie Autobianchi A112 Giovani Spider (1973), eine Karosseriestudie für ein kostengünstiges Sportfahrzeug mit abnehmbarem Hardtop, dem Peugette 104 Spider (1976) auf der Basis des Peugeot104 Coupe oder des Ethos (1992), einer zweisitzigen Barchetta mit Mittelmotor, Aluminiumrahmen und einer Karosserie aus wiederverwertbaren Kunststoffen. Neuerdings produziert Pininfarina mit dem Ford Streetka auch einen Vertreter dieses Fahrzeugtyps. Der Streetka ist ein kompakter, sportlicher Roadster, einfach zu fahren und nicht zu kostspielig.
Mit dem ENJOY versucht Pininfarina diesen Ansatz noch weiter auf den Punkt zu bringen. Das Ergebnis ist eine starke und ästhetische Persönlichkeit, die dem Fahrer die gleichen Emotionen schenkt wie ein Motorrad ein Auto in einer reinen Form. Die Betonung des Konzepts liegt auf Leistung und Vergnügen - keine unnützen Zutaten, sondern ausschließlich Zweckmäßigkeit. Die Vielseitigkeit des Konzeptes ergibt sich aus einer Struktur aus "Funktions"-Blöcken: ein mittlerer Körper und vier abnehmbare Kotflügel. Damit läßt sich das Fahrzeug mit montierten Kotflügeln auf der Straße bzw. mit abmontierten Kotflügeln auf der Piste bewegen. Der ENJOY hat keine Windschutzscheibe sondern zwei, wie Spoiler auf die Motorhaube gesetzte Scheiben. Für den Fahrgastraum gilt das gleiche puristische Rezept: bedingungslose Einfachheit und ein intelligenter Minimalismus. Sitze und Innenausstattung sind aus nicht brennbarem, wasserabweisendem Material. Dem Motorrad abgeguckt sind die auf das Wesentliche beschränkten Bedienhebel und Instrumente. Das Lenkrad ist so geformt, dass der Zugang ins Fahrzeug nicht behindert wird. Es verfügt, wenn das Auto auf der Rennstrecke gefahren wird, über eine Drehzahlanzeige. Ein Display mit einer doppelten Funktion, nämlich der Anzeige von allgemeinen und technischen Informationen, befindet sich am Armaturenbrett in einer Position, die auch vom Beifahrer eingesehen werden kann. Aus der Analogie zum Motorrad heraus wurde unter der vorderen Haube ein Raum vorgesehen, in dem Sturzhelm, Motorradhandschuhe und -anzug untergebracht werden können. Ebenfalls im vorderen Teil des Fahrzeugs befindet sich das Tonneau-cover-System, eine Art fester Persenning, mit dem der Fahrgastraum ganz oder teilweise geschlossen und vor Witterungseinflüssen geschützt werden kann.
Die aus Fiberglas hergestellte Karosserie hat eine keilförmige Abkantung, die in die Flanke mündet. Vorne teilt ein Luftleitblech den Luftstrom und lenkt diesen in einen Kanal über den Motorraum und durch die Aufhängung bis zu den seitlichen Kühlern. Die Variabilität des ENJOY wird optisch mit vier ausgeprägten eckigen Elementen dargestellt, nämlich den vier abmontierbaren Kotflügeln mit den Leuchtgruppen. Vorne sieht man eine Flügelform, die zu einem Spoiler über die ganze Breite wird, wenn die Radabdeckungen entfernt werden. In der Seitenfläche befindet sich ein ausgeprägter Luftauslass als Luftaustritt für die Kühler. Diese sind in der Front in seitlichen Ausbuchtungen untergebracht . Die zwei Flügeltüren klappen zum Öffnen nach oben. Zwei kleine Kuppeln auf der Heckklappe übernehmen die Funktion eines Überrollbügels und schließen als Flossen ab, in die die Stopplichter integriert sind. Diese dienen, wenn das Fahrzeug auf der Rennpiste im Einsatz ist, als Sicherheitslampen. Denn sie bleiben am Fahrzeug, auch wenn die Kotflügel entfernt wurden. Ebenfalls vorgesehen am Heck ist ein kleiner integrierter Spoiler und weitere ausfahrbare Luftleitbleche im unteren Teil.
Ein Hauptmerkmal des ENJOY ist sein leichter und außergewöhnlich widerstandsfähiger Rahmen. Er besteht aus Strangguss-Aluminium, wie es zum ersten Mal bei der Elise verwendet wurde. Der Rahmen ist die tragende Struktur des Fahrzeugs. Das bedeutet, dass im Unterschied zu normalen Fahrzeugen die Karosseriebleche beim ENJOY keine tragende und stabilisierende Funktion haben. Ihre Aufgaben sind folglich Komfort, Schutz für den Fahrer und die Aerodynamik. Motorräder und zweisitzige Rennfahrzeuge, Konzepte, die den ENJOY inspiriert haben, sind auf die gleiche Weise konstruiert. Der Rahmen von Lotus ist eine Weiterentwicklung des innovativen verklebten Aluminium-Rahmens der Elise. Die Technologie dieses Rahmens ist eine echte Innovation im Sportwagenbereich. Selbst in die heutige Industriefertigung hat die Aluminium-Klebetechnik noch keinen Einzug gefunden. Der 4 Zylinder Motor mit 1795 ccm ist nach dem "Lotus Performance" System überarbeitet worden und leistet 135 PS (100 Kw).
Verwandte Themen:
(Text: Redaktion PROVA ) |
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||