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Aktualisiert am 31.12.2011
© 2011 virto GmbH
Nissan 350Z: Neubeginn

350Z
Für sportlichen Appeal sorgt der grosse Kühllufteinlass

Warum Nissan das Sportwagensegment trotz grosser Erfolge speziell in Amerika so lange brach liegen liess lässt sich nur schwer nachvollziehen. Die 240 Z- und 260 Z-Baureihen waren seinerzeit die meistgebauten Sportwagen der Welt und für die Japaner ein grosser wirtschaftlicher Erfolg. Nun endlich erscheint nach langer Zeit ein Nachfolger auf der Bühne, der 350Z.

Mit diesem will Nissan einen Spitzenplatz auf dem Sportwagenpodium zurückerobern. Dazu entwickelte man einen Zweisitzer, der einen 3,5-Liter-V6 unter der Haube hat. Die Europaversion des Sportlers ist gegenüber den japanischen und nordamerikanischen Versionen, die schon länger auf dem Markt sind, neu abgestimmt und an die höheren Geschwindigkeiten und Fahrbedingungen angepasst.

Ausgangspunkt des Projekts 350Z war ein weisses Blatt Papier, und das Ziel der Entwickler war, einen neuen Sportwagen zu schaffen, der Autoenthusiasten auf der ganzen Welt begeistert. Deshalb blieb Nissan beim 350Z den Grundprinzipen des Sportwagenbaus treu: lang gestreckte Motorhaube, langer Radstand, kompakte Passagierkabine und kurze Karosserieüberhänge an Front und Heck. Dazu die klassische Konfiguration mit Motor vorn und Hinterradantrieb. Ausserdem eine gute Gewichtsverteilung und eine genaue Balance für sicheres Fahren auch in extremen Situationen.

Aber man legte bei der Entwicklung auch Augenmerk auf den praktischen Nutzen. So verfügt das Modell über ein geräumiges Kofferabteil, das durch eine breite Heckklappe zugänglich ist. Das Heck nimmt ohne Probleme zwei Golftaschen (-> das Standard-Raummass für Sportwagen-Kofferräume) oder einen grossen Koffer auf. Weitere Staumöglichkeiten bestehen im abschliessbaren Fach hinter dem Beifahrersitz, das eine Aktentasche aufnehmen kann.

Design und Technik des neuen 350Z entstanden sowohl in Japan und als auch in den USA. Sie versahen den Neuling mit klassischen Sportwagenproportionen. An der Front sorgt ein breiter Lufteinlass unterhalb des Stossfängers für die Beatmung des 3,5-Liter-V6. Besonderes Merkmal der knapp gehaltenen Passagierkabine ist die nahezu dreieckige Dachlinie: Sie steigt steil bis zur Mitte der Kabine an und fällt ebenso schräg wieder ab - hinunter zur breiten C-Säule. Eine horizontale Falz verläuft von der Oberseite der Türen über die Kofferraumklappe bis zum Heck. Die Heckklappe selbst besitzt einen schmalen Spoiler und geht in eine steile Abrisskante über. Integrierte Stossfänger an beiden Fahrzeugenden bilden den Fahrzeugabschluss. Die ausgestellten Radhäuser beherbergen 18-Zoll-Leichtmetallräder im Sechsspeichendesign, bestückt mit unterschiedlich grossen Reifen: 225/45R vorn und 245/45R hinten.

350Z
Abgerundete Formen und die Abrisskante bestimmen die Heckansicht

Das Karosseriedesign des 350Z spielt mit dem Kontrast zwischen gerundeten Kurven und betont kantigen Details. So heben sich beispielsweise die bündig eingepassten Projektor-Scheinwerfer und die eckigen Rückleuchten deutlich von den Rundungen der Radkästen ab. Auch an anderen Stellen bilden geometrisch strenge Formen einen Gegensatz zu subtil gezeichneten Flächen. Beispielsweise die massiven Aluminium-Türgriffe, die vertikal angebrachten Reflektoren aus orangefarbenem Rauchglas an den Aussenseiten der vorderen Stossfänger oder die beiden grossen Auspuffrohre zu beiden Seiten des Hecks.

Dem Piloten bietet der 350Z ein fahrerorientiertes Cockpit. Direkt im Blickfeld befinden sich drei Rundinstrumente, von denen der Drehzahlmesser in der Mitte die wichtigste Rolle spielt. Er ist grösser als der neben ihm platzierte Tachometer bzw. die kombinierte Kraftstoff- und Kühlwassertemperaturanzeige. Die gesamte Dreiereinheit bewegt sich parallel zum höhenverstellbaren Lenkrad, wenn dessen Neigung verändert wird. In der Mitte des Armaturenbretts zeigt der 350Z drei kleinere, separat eingelassene und zum Fahrer hin geneigte Instrumente, die als Zitat verstanden werden sollen. Voltmeter, Öldruckanzeige und Tripcomputer greifen in Form und Platzierung drei ähnliche Instrumente auf, die bereits der 240Z besass. Ein gut geformter Sportsitz soll dem Fahrer optimalen Seitenhalt bieten. Der Beifahrersitz hingegen zielt mit einer weicheren Polsterung und einer breiteren Rückenlehne eher auf entspanntes Reisen.

Verantwortlich für die Fahrdynamik ist der Motor - ein Aggregat aus der VQ-Reihe von Nissan, die 1994 eingeführt wurde. Der 3,5-Liter-V6-Saugmotor mit 24 Ventilen wurde in der Europaversion neu abgestimmt und erzeugt nun eine Höchstleistung von 206 KW/280 PS. Das Drehmomentmaximum beträgt 363 Nm bei 4800 Umdrehungen. Die sechs Gänge des manuellen Getriebes werden mit einem sehr kurzen Schalthebel gewechselt. Dadurch sind die Wege betont kurz und sportlich. Der V6-Motor wurde direkt hinter der Vorderachse untergebracht, um eine gut Gewichtsverteilung von 53 zu 47 zwischen vorn und hinten zu erreichen. Die Übertragung der Antriebskraft zum Hinterachsdifferenzial besorgt eine besonders leichte einteilige Kohlefaser-Kardanwelle.

Besonders bemerkenswert ist, laut Nissan, die hohe strukturelle Festigkeit - und daraus resultierend ein besonders präzises Handling. Bei der Entwicklung griffen die Ingenieure auf Erfahrungen aus dem Motorsport zurück und versahen das Chassis des 350Z unter anderem vorn und hinten mit Hilfsrahmen. Am Heck hilft dem A-förmigen Hilfsrahmen eine massive Stützstrebe, die sich über die gesamte Breite des Kofferraums erstreckt und von aussen gut sichtbar ist. Diese ist in Schwarz und Silber lackiert und mit einem stilisierten Z-Logo vesehen. Sie erhöht nicht nur die Steifigkeit der Karosserie, sondern sie dient auch als Verankerungspunkt für Gepäcknetze im Kofferraum. Die Wirkung des vorderen Hilfsrahmens wird ebenfalls durch einen Stützträger verstärkt: ein Stahlrohr, gefüllt mit Urethan-Hartschaum, das unterhalb der Haube quer über den Motorraum verläuft. Zusätzliche Festigkeit erhält das Chassis darüber hinaus durch Verstärkungen der Nähte am Bodenblech und eine doppelte Abdeckung des in der Fahrzeugmitte untergebrachten Tanks.

Eine präzise Lenkung und Schmiedealuminium-Einzelradaufhängungen an allen vier Rädern sollen den 350 Z Kurven praktisch ohne Karosserieneigung umrunden lassen. Für einen guten Fahrkomfort sorgen zudem die von Nissan entwickelten "ripple control"-Stossdämpfer, die die Übertragung hochfrequenter Vibrationen reduzieren. Brembo-Bremsen mit goldfarbenen Bremssätteln runden das Technikpaket des Sportwagens ab.

350Z
Die Europa-Version wurde an die dynamischeren Fahrgewohnheiten der alten Welt angepasst

Der 350Z wurde mit vielen kleinen Modifikationen an die Verhältnisse in der "Alten Welt" angepasst. Dazu zählt die Verwendung eines grösseren Kühlers und zusätzlicher Kühlrippen am Hinterachsdifferenzial. Veränderte Luftkanäle am Unterboden leiten ausserdem mehr Kühlluft zum Differenzial. Und der Kraftstofftank mit 80 Liter Volumen ermöglicht eine grosse Reichweite. Dem höheren Tempo auf Europas Strassen trägt Nissan mit einem "Aero Kit" für den 350Z Rechnung. Er besteht aus einem Front- und Heckspoiler sowie einem Diffusor unter dem Heck, wodurch der Luftwiderstandsbeiwert des Wagens auf cw = 0,29 sinkt und Auftrieb der Karosserie bei schneller Fahrt reduziert wird. Die europäische Version des neuen Z ist zudem mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP ausgerüstet.

Neben den in beiden Ausstattungsstufen serienmässigen 18-Zoll-Rädern kann der 350Z optional auch mit RAYS-Schmiede-Alurädern der gleichen Grösse bestückt werden, die an jedem Rad vier Kilo Gewicht sparen. Der Sicherheit dienen Fahrer- und Beifahrer-Airbags sowie Seiten- und Curtain-Airbags. Zur Serienausstattung zählen darüber hinaus Xenon-Scheinwerfer, eine Alarmanlage, beheizte Aussenspiegel und eine integrierte Freisprecheinrichtung für Mobiltelefone. Die Topversion des 350Z verfügt zusätzlich über ein 240-Watt-Premium-Soundsystem von Bose mit Sechsfach-CD-Wechsler, 25-cm-Woofer hinter dem Fahrersitz und der Geräuschkompensationstechnik Bose Audiopilot. Elektrisch verstellbare und beheizbare Ledersitze sind ebenso Standard wie elektronische Geschwindigkeitsregelung. Auf Wunsch ist zudem eine attraktive orangefarbene Leder-Innenausstattung erhältlich.

Dass dieses Fahrzeug zuerst auf dem japanischen und US-amerikanischen Markt eingeführt wurde spricht eine deutliche Sprache. Wie seine Vorgänger wird der 350 Z in Europa eher ein Exot bleiben. Europäische Konkurrenten wie Audi TT und Alfa GTV, die zum Teil schon mehrere Jahre am Markt sind, zeigen ein wesentlich emotionaleres Design. Und Chrysler zeigt mit dem Crossfire, dass man auch in den USA attraktive Sportwagen zeichnen kann. Angesichts dieser starken und etablierten Konkurrenz wird für den braven Nissan, trotz aller technischer Kabinettstückchen, auf dem alten Kontinent nur eine kleine Nische bleiben.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Nissan)

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