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Aktualisiert am 31.12.2011
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Volvo VCC: Intelligenter Luxus

24.04.2003

VCC
Die Evolution des Volvogesichts resultiert aus der Verwendung neuer Leuchttechnologien

Eleganz, hohe Qualität und intelligenter Luxus sind die Eigenschaften, die das Versatility Concept Car zu einer Design-Vision eines zukünftigen Fahrzeugs der V-Klasse von Volvo machen sollen. So bemüht sich das Außendesign des VCC gleichzeitig um Spannung und Einfachheit. Die Designstudios in Barcelona und Göteborg haben charakteristische Designelemente herausgearbeitet, die die Volvo- Familienähnlichkeit hervorheben: Breite Schultern und Seitenpartien, die stärker betont sind als beim Volvo V70 und Volvo S80. Die markante Frontpartie mit dem aufrecht positionierten Kühlergrill wird über glatte Seitenflächen mit dem steilen Heck verbunden. Die typische V-Form der Motorhaube entwickelt sich vom Kühlergrill ausgehend zu den A-Säulen.

Das markante Design des Hecks mit einer Heckklappe aus Glas, wie es auch beim Safety Concept Car zu sehen war, hat seine Wurzeln beim Volvo P1800 ES von 1971. Der große Kühlergrill erinnert an den Volvo 164 aus dem Jahr 1968.

Zu den interessanten Merkmalen der Frontpartie gehören die schlanken, vertikal angeordneten Scheinwerfer. Die inneren Elemente verwenden das "Static Bending Light"-System, das über drei Lichteinheiten verfügt, die in unterschiedlichen Winkeln ausgerichtet sind. Die obere zeigt direkt nach vorn und verhält sich wie ein konventionelles Abblendlicht. Sobald das Fahrzeug in eine Kurve einfährt, aktivieren mit der Lenkung verbundene Sensoren die zweite und auch die dritte Einheit, um die Strecke auszuleuchten. Dieses System baut beim Fahren auf kurvenreichen Straßen in der Dunkelheit ein breites und differenziertes Lichtmuster auf und trägt so zur Sicherheit bei. Die äußeren Scheinwerfer enthalten das Fernlicht und die seitlichen Begrenzungsleuchten. Die vorderen und hinteren Blinker, aber auch die Türgriffe korrespondieren mit dem architektonischen Charakter der Scheinwerfer und sind visuell, mit den Schultern als verbindendes Element, zum sogenannten "Volvo Bogen", vzusammengefasst. Die Verwendung von hochfestem Stahl bei der Konstruktion der A-Säulen ermöglicht ein schlankeres Design mit deutlich verbesserten Sichtverhältnissen ohne Einbußen bei der Sicherheit. Das VCC-Design wird in der Seitenansicht durch den Verzicht auf die B-Säule charakterisiert, die dadurch ermöglicht wurde, dass die Türen jeweils gegenläufig angeschlagen sind und die einen freien Blick auf den Innenraum ermöglichen. Volvo betont, dass diese Lösung aus Sicherheitsgründen ausdrücklich nicht für Serienfahrzeuge in Frage kommt: also beschränkt sich der Sinn dieser Lösung auf zweckfreie l’art pour l’art.

VCC
Im Innenraum suchen die Designer einerseits eine klare und reduzierte Sprache, andererseits werden aber auch aktuelle Multimediatrends integriert

Der Innenraum soll Ausdruck skandinavischen Luxus sein, übersetzt in die Volvo eigene Designsprache: Wohlbehagen, das von qualitativ hochwertigen Materialien, leichten und luftigen Innenausstattungselementen sowie einer differenzierten "sensorischen Erfahrung" herrührt Das Armaturenbrett ist eine Evolution des im Volvo XC90 verwendeten Instrumenträgers. Eine Minimierung von Designelementen soll die visuelle "Belastung" minimieren. Da skandinavisches Design traditionell dem Leitmotiv "Form follows function" folgt, sollte das eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, die keiner besonderen Erwähnung bedarf.

Der Innenraum des Versatility Concept Car hat keine sichtbaren Luftaustrittsöffnungen. Stattdessen wird die Luft über versteckte Auslässe verteilt. Dies soll unerwünschte Reflexionen in der Windschutzscheibe verhindern und eine geräuschlose Luftverteilung ermöglichen. Zusätzliche Luft wird durch die Tunnelkonsole geführt. Das Lenkrad mit starrem Mittelelement ermöglicht, wesentlich mehr Steuerelemente einschließlich der Wahlschalter für das Automated Shifted Manual-Getriebe auf dem Lenkrad zu platzierten. Die Gestalter betonen den ergonomischenVorteil, dass Schalter und Steuerelemente leichter erreichbar sind. Zudem findet ein leistungsfähigerer Airbag Platz.

Die Mittelkonsole aus eloxiertem Aluminium erstreckt sich durch das ganze Fahrzeug ohne das Armaturenbrett zu berühren. Zwei Zentimeter trennen das schlanke Bauteil von der Instrumententafel und sollen so ein Gefühl von Leichtigkeit und grosszügigem Raum erzeugen. Auf der Mittelkonsole befinden sich zwei berührungsempfindliche Bedienelemente, mit denen die Temperatur für den Fahrer und den Beifahrer reguliert wird. Schon durch eine leichte Berührung gleiten die Steuerelemente nach oben oder nach unten, je nachdem, ob Fahrer bzw. Beifahrer eine wärmere oder kältere Temperatur bevorzugen. Diese wird durch LED-Leuchten angezeigt, deren Farbe von Blau zu Rot wechselt. Der Ventilator wie auch die elektrischen Fensterheber werden durch ähnliche Steuerelemente bedient. Auf der Mittelkonsole befinden sich darüber hinaus zwei einstellbare, mit Leder bezogene Armlehnen sowie unterhalb von ihnen zwei einzelne Getränkehalter. Für eine optimale Audio-Leistung ist der Sub-Woofer für das Premium-Sound-System im hinteren Bereich des Tunnels untergebracht.

Die luxuriösen Sitze sind in alter Sattler-Tradition hergestellt. Dickes Havana-Leder in Sattelqualität sorgt für eine hochwertige Optik und für Bequemlichkeit. Polster aus Temper-Schaum bieten guten Komfort. Die Vordersitze sind auf Schienen montiert, die in die äußere Türschwellerverkleidung und die Mitteltunnelkonsole integriert sind. Dadurch entsteht für die Passagiere auf den Rücksitzen ein ebener und großflächiger Fußraum. Die Sicherheitsgurte sind vollständig in die Sitzrahmen integriert. Die Rücksitze lassen sich einzeln und von Elektromotoren angetrieben verschieben, so dass eine grosse Flexibilität von Gepäckraumvolumen und Beinfreiheit möglich wird. Die Kopfstützen lassen sich umklappen und verbessern so die Sichtverhältnisse nach hinten, wenn keine Fondpassagiere an Bord sind. Unter der Armlehne befindet sich optional ein hochklappbarer integrierter Kindersitz für Kinder ab drei Jahren.

VCC
Der Gepäckraum zeigt sich variabel und ist mit luxuriösen Materialien ausgestattet

Ziel bei der Gestaltung des Gepäckraums beim VCC war es, denselben hochwertigen, sinnlichen Eindruck zu erwecken wie der Fahrgastraum. Die Verwendung von hochwertigen Materialien mit Sinn fürs Details vermittelt eine exklusive Atmosphäre, ohne dabei praktische Aspekte zu vernachlässigen. Für den Bodenbelag wurde ein spezielles Soft-Leder ausgewählt. Der Gepäckraumboden wird über Steuerelemente an der D-Säule elektrisch betrieben und gleitet aus dem Kofferraum, um das Beladen des Fahrzeugs zu vereinfachen. Unterhalb des Bodens befinden sich ein heizbares Fach und ein Kühlfach. Zusätzlich verfügt der Kofferraum über einen in die Verkleidung auf der rechten Seite integrierten Tresor während die linke Seite eine herausnehmbare kleine Reisetasche in passendem Leder enthält. Die obere Gepäckraumabdeckung ist ebenfalls elektrisch betrieben.

Die Dachverkleidung besitzt einen X-förmigen Rahmen, in dem sich die dimmbare Innenraumbeleuchtung befindet und die zum wohnlichen Ambiente des Innenraums beoiträgt. Sie wird durch Schieberegler in der Dachkonsole bedient. Die Solarzelle im Dach ist halbtransparent und vermittelt einerseits ein Gefühl von Transparenz und liefert auf der anderen Seite die Energie für das VAAC-System (Volvo Ambient Air Cleaner). Dieses System reinigt ununterbrochen die Luft im Fahrzeug, auch wenn der Motor nicht läuft.

Die Türverkleidungen enthalten große, mit Leder ausgekleidete, ausklappbare Lagerfächer und eine Beleuchtung. Die Handgriffe sind in gebürstetem, eloxierten Aluminium mit kontrastierenden polierten Kanten ausgeführt, die das Design der Mittelkonsole aufnehmen. Die Türeinsätze sind mit dem gleichen Leder wie die Sitze und der obere Bereich des Armaturenbretts bezogen. Material des gleichen Typs wird auch als Bodenbelag eingesetzt. Fußmatten aus echten Nubuklederschnüren verdichten den Eindruck besonderer Materialwertigkeit.

Die präzise Auswahl von schwedischem Sattelleder und Nubukleder im Konzert mit Hochglanzoberflächen und dem Design des Kofferraumabdeckung erzeugen die Ästhetik eines hochwertigen Schranks. Aluminium wird innen wie außen auf unterschiedlichste Weise als Dekor eingesetzt, z. B. eloxiert, gebürstet, sandgestrahlt oder auch poliert. Die außergewöhnliche Innenraumbeleuchtung erhöht das Gefühl von Exklusivität und die Farben innen und außen suchen nach der perfekten Harmonie: das ist es, was Volvo als "Haute Couture" im Automobilbereich bezeichnet.

VCC
Das transparente Dach wird von einem x-förmigen Träger gestützt und trägt mit der integrierten Solarzelle zur Stromversorgung bei

Angetrieben wird das Volvo Versatility Concept Car von einem Sechszylinder-Reihenmotor mit Turbolader und Direkteinspritzung sowie 2,6 Litern Hubraum, der es auf 250 PS bringt. Trotz eines Fahrzeuggewichts von mehr als 1.300 kg soll sich dieses Aggregat mit 6,5 Litern auf 100 Kilometer begnügen. Dies wird durch eine Reihe neuer Techniken erreicht, die innerhalb der nächsten zehn Jahre zur Serienreife entwickelt werden sollen. Der Schwerpunkt der neuen Turbotechnik liegt auf dem Wirkungsgrad der Verbrennung. Diese Technik verwendet den Ladeüberdruck, um die Verbrennungskammer von allen Abgasspuren zu reinigen und so den Wirkungsgrad zu erhöhen. Das Direct Start&Stop System sorgt dafür, dass der Motor abgestellt wird, sobald das Fahrzeug anhält, beispielsweise an Ampeln. Wenn das VCC wieder anfahren soll und die Kupplung am Druckpunkt ist, wird Kraftstoff direkt in den Motor eingespritzt, wodurch dieser zündet und das Fahrzeug sanft beschleunigt wird. Das Compression Auto Ignition (CAI) System macht sich die Vorteile eines großen Motors zunutze, den Kraftstoffverbrauch zu vermindern und Abgasemissionen zu reduzieren. Das System stellt ein mageres Kraftstoff-Luftgemisch her, das im Brennraum komprimiert selbst zündet, wenn der Motor mit Teillast und bei niedrigen bis mittleren Drehzahlen läuft.

Das Automated Shifted Manual ist ein normales Schaltgetriebe, das mit Hilfe von elektronisch gesteuerten Stellgliedern automatisch geschaltet werden kann. Der Fahrer kann es also genau wie ein herkömmliches Automatikgetriebe benutzen. Da es sich jedoch um ein manuelles Schaltgetriebe handelt, hat es aufgrund von verminderten Reibungsverlusten einen höheren Wirkungsgrad als ein Automatikgetriebe, was zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch führt.

VCC
Die hohe Gürtellinie, die grossen Räder und der filigrane Dachaufbau sorgen für eine sportliche Optik

Das Problem des Drehmomentverlusts, der bei Automatikgetrieben zum Zeitpunkt des Schaltens auftritt, wurde beim VCC durch ED (Electric Drive) gelöst. Die ED-Einheit, die durch einen separaten 42-Volt-Akku betrieben wird, bietet darüber hinaus eine erhöhte Antriebskraft bei geringen Drehzahlen, bevor der Turbolader den erforderlichen Druck erreicht hat, und optimiert so das Ansprechverhalten des Motors. Überdies lädt die Electric Drive-Einheit die Batterie, sobald der Fahrer den Fuß vom Gaspedal nimmt, um die Geschwindigkeit zu reduzieren. Diese Energie kann beispielsweise dazu verwendet werden, das Versatility Concept Car über kurze Strecken ausschließlich mit elektrischer Energie zu fahren, wie z. B. bei sehr geringer Geschwindigkeit im Stau. Die ED-Einheit kann entweder auf der Antriebsachse oder direkt an den Hinterrädern montiert werden.

Beim Versatility Concept Car werden die oben genannten Techniken mit der Verwendung von leichten Materialien, in erster Linie Aluminium und Kohlefaser, kombiniert. Das Ergebnis ist eine zehnprozentige Gewichtsreduzierung im Vergleich zu einem Volvo S80 ähnlicher Größe. Die 20-Zoll-Räder haben pannensichere „Run Flat“-Reifen von Pirelli mit den Maßen 245/40 R 20.

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(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Volvo)

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