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Techno Classica: Endlich Frühling
01.05.2003
Wie jedes Jahr bestimmten auch diesmal wieder die Jubiläen das Bild der Messe. Mercedes-Benz stellte den 600 in den Mittelpunkt des Messeauftritts. Vor 40 Jahren, am 28. August 1963 wurde die große Mercedes-Limousine erstmals offiziell vorgestellt, ein exorbitanter Wagen, der alle Konkurrenzfahrzeuge dieser Zeit in den Schatten stellte. Innovative Konzepte, die auch heute noch nur Luxusautos vorbehalten sind, werden erstmals vorgestellt: Zuziehhilfen für die Türen, hydraulisch verstellbare Vorder- und Rücksitze, die Fenster, selbst der Kofferraumdeckel, die Antenne, die Klappen der elektronisch geregelten Heizung, der Belüftung und der Klimaanlage werden durch die Hydraulik geräuschlos betätigt. 2677 Fahrzeuge werden gebaut, und die meisten müssen überlebt haben, schliesslich ist die Auswahl an Mercedes 600 auf der Techno Classica immer recht groß. Bedingt durch das Jubiläum waren dieses Jahr mehr 600 zu sehen als 300SL, die sonst die Massenware unter den Luxusautos dieser Messe stellen. Leider hat uns Mercedes-Benz wieder einmal das Nallinger-Coupé vorenthalten. Hoffen wir also auf das 50-jährige Jubiläum in 10 Jahren. BMW feierte 80 Jahre Motorrad, 25 Jahre M1 und den ersten und bisher einzigen Formel1-WM-Titel eines Autos mit BMW-Motor. Gerade die Konfrontation des aktuellen BMW-Williams mit dem Brabham-BMW BT52 zeigte sehr deutlich, daß die heutigen Formel-1-Autos, geprägt vom Windkanal, mit der Eleganz und Ästhetik der alten Rennwagen nicht mehr mithalten können, "Form follows Function" in der schlechtesten Form. Ohne jeden Bezug zu einem Jubiläum bildet eine sehenswerte Sammlung von Cabrios und Roadstern den Mittelpunkt des Standes: BMW 3/15 DA 2 Kabriolett, ein BMW 3200 CS Cabriolet, das als Einzelanfertigung an die Quandt-Familie ging, das erste BMW M3 Cabrio, und der Prototyp des 850Ci Cabriolet, eines von drei gebauten Exemplaren, wecken Begierden. Der Z1, bei BMW trotz seiner Jugend schon zum Klassiker geadelt, verbindet die Roadster-Historie mit der Gegenwart. Volkswagens Autohaus hielt Wort und zeigte den restaurierten Beuttler-Porsche 356, der im vergangenen Jahr noch als Ruine auf dem Stand zu sehen war. Das Ergebnis ist perfekt und daher auch fragwürdig, im Grunde wurde der Wagen mit heutigen Mitteln neu erstellt, und dabei viele Altteile geschickt integriert. Bei den Händlern überwiegen die Hochpreis-Autos, Fahrzeuge für den kleineren Geldbeutel sind klar in der Unterzahl und zudem scheint mancher Anbieter bei der Umstellung auf den Euro einfach nur das Währungssymbol ausgetauscht zu haben. Für alle, die nicht auf der Suche nach einem neuen 300SL oder Ferrari waren, waren viele Objekte ein Deja Vue. Über die Jahre sieht man immer wieder die gleichen Autos. Die Besonderheiten zu finden, erfordert viel Sachkenntnis und Spürsinn. Aber es gibt sie immer noch. Ein Tojeiro-Hopf Sports Racer von 1957, eine Kieft Barchetta von 1955, der wunderschöne Jaguar XJ40 4.0 Estate oder der Jensen Nova mit Vignale Karosserie von 1965 entschädigen letztlich doch für den Eintrittspreis und die hohen Parkgebühren.
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(Text: Dieter Roßbach ) |
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