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Stola GTS: Hommage an heroische Jahre
08.08.2003
Schon mit dem S82 aus dem Jahr 2001 liess die Turiner Traditionsfirma Stola, hauptsächlich als Dienstleister im Prototypenbau für die Automobilindustrie tätig, erkennen, welches Potential im Design des Porsche Boxster steckt. Kleine, an der Porsche-Tradition orientierte Änderungen der Luftzuführungen, die der Beatmung des Mittelmotors dienen, zeigten eine überraschende Wirkung. Die Öffnungen in den seitlichen, hinteren Kotflügeln wurden verschlossen und durch eine Reihe von Lüftungsschlitzen in den Schultern ersetzt. Zudem wurden zwei Lüftungsgitter in die Mitte der Motorhaube eingelassen. So wurde aus dem Serien-Boxter, der teilweise etwas grob geraten ist, ein berückend schöner Sportwagen, der begeistert seine Abstammung zeigt. An diese Studie knüpft der "Stola GTS" von 2003 an. Die Turiner möchten mit diesem Konzept an die Fahrzeuge der GT- und Markenweltmeisterschaft der Sechziger Jahre erinnern. Vor dieser Projektionsfläche lassen sich wesentliche Gestaltungsmerkmale des GTS erklären: Das Dach greift die Form des Ferrari 250 LM von 1964 auf, die beiden kleinen Frontspoiler sind typisch für die Sportprototypen dieser Epoche und die Lackierung zitiert das erfolgreiche John Wyer-Gulf Team, das sowohl mit den Ford GT 40 wie auch den Porsche 917 wesentlich am Gewinn verschiedener Weltmeistertitel beteiligt war.
Aber auch die im Italien der 60er Jahre noch lebendige Tradition, hochwertige Fahrzeuge mit Sonderaufbauten versehen zu lassen, haben den Stola GTS geprägt. So wurde das Äußere der Porsche Boxster-Basis nachhaltig verändert: Neben dem geänderten Dach fallen vorne die schon erwähnten kleinen seitlichen Spoiler sowie der modifizierte Lufteinlass auf. Die vorderen Leuchteinheiten sind mit Abdeckungen versehen, die in Wagenfarbe lackiert sind und Hauptscheinwerfer sowie Blinker optisch deutlich trennen. Zudem ist in die Fronthaube eine Tankklappe eingelassen. Die Seitenlinie lebt vom Verzicht auf die Türgriffe und von den Lüftungsschlitzen in der Schulter der Heckkotflügel. Das weit nach hinten gezogene Dach sowie der ausgeprägte Heckspoiler setzen zusammen mit dem schwarzen Streifen an der Basis des GTS zusätzliche optischen Akzente. Mehrteilige Aluminiumfelgen mit Zentralverschluss und die GoodYear-Schriftzüge der Reifen sorgen für eine Spannung zwischen Zitat und aktueller Form. Das Heck bezieht seine dynamische Ausstrahlung aus den grossen dreiteiligen Luftöffnungen, die links und rechts jeweils einen Auspuff aufnehmen, dem grossen Spoiler sowie den zwei schmalen Gittern, die parallel zum zentralen, auflackierten Streifen angeordnet sind. Die Änderungen im Innenraum fallen moderater aus: eine aluminiumverkleidete Mittelkonsole und leichtmetallumrandete Instrumente sorgen im Zusammenspiel mit der metallenen Schalteinheit und den grauen Sportsitzen für das passende Ambiente.
Die technischen Werte lesen sich eindrucksvoll: Der Doppelturbomotor leistet 480 PS bei 3600 ccm Hubraum. Bei einem Basisgewicht von 1260 kg reicht das für den Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden. 200 km/h werden in 11,5 Sekunden erreicht und die Spitzengeschwindigkeit beträgt mehr als 300 km/h. Grossdimensionierte Brembo-Doppelkolben-Bremsen sowie ein höheneinstellbares Fahrwerk sorgen dafür, dass die Leistung beherrschbar bleibt. Über die Lackierung des GTS lässt sich streiten für viele, die die Hochzeiten der Sportwagenweltmeisterschaft miterlebt haben ist es wohl die einzig Mögliche. Fest steht, dass den Italienern mit diesem Konzept ein interessanter Stilmix im Spannungsfeld zwischen den Hochleistungssportwagen der Sechziger Jahre und heutigen Konzepten gelungen ist. Falls sich die Interessenten finden, wird das Turiner Unternehmen drei Exemplare des GTS fertigen.
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(Text: Rainer Roßbach ) |
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