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Aktualisiert am 31.12.2011
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Volvos Kombis: Eine Erfolgsgeschichte von 50 Jahren

25.05.2003

pfeil  Produktionszahlen  

PV445
Der PV445 Duett von 1957 gefällt auch heute noch

Volvo kann auf eine lange Erfahrung im Bau von praktischen Fünftürern zurücksehen. Die schwedischen Kombis gelten als. geräumig, praktisch, robust und natürlich als sicher. So ist der Erfolg mittlerweile so gross, dass mehr als 50 Prozent der Volvo-Gesamtproduktion auf diese überaus praktischen Wagen entfallen. Die Erfolgsstory begann vor 50 Jahren: Vom 44 PS-starken ersten Volvo Kombi, dem PV445 Duett, bis zum Volvo V70 R mit 300 PS reicht mittlerweile der Stammbaum.

Volvo PV445 Duett (1953 - 1969)

Wie die meisten Automobilhersteller lieferte Volvo Ende der 40er-Jahre auch separate Fahrgestelle an unabhängige Aufbauhersteller, die darauf Lieferwagen oder leichte Lkw aufbauten. Dies war mit dem Volvo PV444 zu Ende. Denn die selbsttragende PV-Karosserie besaß keinen "Rahmen" zum Aufbau. Die Nachfrage nach einem separaten PV444-Chassis war groß und so entstand ein Chassis aus verschweißten Kastenprofilen mit kräftigen Querträgern. Radstand und Spurweite entsprachen dem PV444. Motor, Kraftübertragung, Bremsen, elektrische Anlage, Instrumente und die Vorderradaufhängung waren ebenfalls identisch, nur die Hinterachse musste wegen geänderter Befestigungspunkte modifiziert werden. Statt der nach vorn abgewinkelten Längslenker und Schraubenfedern bekam das Chassis Halbelliptik-Blattfedern und doppelt wirkende hydraulische Stoßdämpfer. Die Achsübersetzung wurde geändert und der Tank wanderte zwischen die beiden Längsträger auf die linke Seite. Abgesehen von diesen Änderungen wurden die Standardteile des PV444 verwendet. Die erste Version dieses 725 kg schweren Chassis mit der Bezeichnung PF445 wurde im September 1949 vorgestellt. Die Nutzlast lag, je nach Gewicht des Aufbaus, bei 500 bis 550 kg. Bis 1953 produzierte Volvo diese Fahrgestelle ohne Karosserie.

Zu dieser Zeit versuchten alle Automobilhersteller ihre Produktionszahlen durch neue Modelle zu steigern. Die ersten Entwürfe für einen Van entstanden im Mai 1952, ein Holzmodell im Originalmaßstab war im November fertig. Am 4. Juli 1953 wurde der erste Volvo PV445 Duett fertiggestellt - der erste Volvo Kombi. Der in Schweden benutzte Name Duett stützte sich darauf, dass das Modell "zwei Fahrzeuge in einem" offerierte - eins für die Arbeit und eins für die Freizeit.

Der Duett war ein geräumiges und - für damalige Zeiten - leistungsstarkes Fahrzeug. Die Motorleistung von ursprünglich 44 PS wurde sukzessive gesteigert, zunächst auf 51 PS, dann auf 60 PS, und in den USA war der PV445 Duett einige Zeit auch mit dem 70-PS-B14A-Motor erhältlich. Volvo bot drei Varianten an: einen Kastenwagen ohne hintere Seitenscheiben, einen Lieferwagen mit einem einfachen Rücksitz und hinteren Seitenscheiben sowie die "luxuriöseste" Version mit einer richtigen, umklappbaren Rücksitzbank und voll verglasten Seiten.

Während der gesamten Produktionszeit blieb das Fahrzeug nahezu unverändert. 1960 erhielt der Duett die ungeteilte Windschutzscheibe des PV544 und wurde gleichzeitig in P210 Duett umbenannt. Als 1962 der Volvo P220 (Amazon) Kombi auf den Markt kam, schien das Ende des Duett besiegelt. Doch das Auto erfreute sich nach wie vor großer Beliebtheit bei den Kunden und selbst die Präsentation des Volvo 145 im Jahr 1967 führte noch nicht gleich zum Aus. Aber durch die Einstellung der PV544-Produktion war kein Fahrzeug mehr vorhanden, von dem man Teile adaptieren konnte und so ging die erfolgreiche Ära schließlich 1969 zu Ende.

Volvo P220 Amazon (1962 - 1969)

P220
Den P220 Amazon von 1966 sieht man manchmal noch auf der Strasse

Im Jahr 1956 wurde der P120, besser bekannt als Amazon, vorgestellt: ein geräumiges, viertüriges Familienfahrzeug mit einem modernen Vierzylinder-OHV-Motor. Die Amazone war das erste Serienmodell aus der Feder des Volvo Designers Jan Wilsgaard, der sich stärker am italienischen Design der 50er-Jahre orientierte als, wie bisher üblich, an der amerikanischen Formgebung. In der Technik ähnelten sich der PV444 und der Amazon P12. Der B16-Motor des P120 war eine aufgebohrte Version des B4B aus dem PV444. Der ersten 60-PS-Version folgte bald ein 85-PS-Sport-Motor mit zwei SU-Vergasern. 1961 erschien der berühmte B18-Motor als 75-PS-Variante im Amazon 121 und als 90-PS-Variante im Amazon 122S Sport.

1962 präsentierte Volvo auf der Stockholm Motor Show mit dem P220 Kombi die dritte Amazon-Karosserie-Variante, die sich durch eine geteilte Hecktür und große Fenstern an den hinteren auszeichnete. Im Gegensatz zum Duett war der Amazon Kombi in punkto Komfort und Fahrverhalten der entsprechenden Limousine ebenbürtig. Da der Fünftürer auch nur geringfügig schwerer war, erreichte er fast die Fahrleistungen der Limousine.

Bis zur B-Säule war der Kombi mit der Limousine identisch. Doch ab der B-Säule unterschieden sich die beiden Karosserievarianten völlig, da die hintere Aufhängung umkonstruiert werden musste, um den Wagenboden abzusenken. Der rückwärtige Teil der Karosserie war auf einem Rahmen aus kräftigen Kastenprofilen aufgebaut. Der Laderaum maß bei heruntergeklappter Rückbank 183 cm bei 126 cm Breite und die Nutzlast betrug 490 kg. Von Anfang an besaß er serienmäßige Befestigungspunkte für Sicherheitsgurte, und ab 1959 wartete er serienmäßig ab Werk mit Dreipunktgurten auf.

Volvo 145 (1967 - 1974)

145
Das klare Design des Volvo 145 ist von zeitloser Eleganz

Mitte der 60er-Jahre hatte Volvo eine eigene Formensprache entwickelt, die sich durch klare Linien und das dritte Seitenfenster auszeichnete, das in den kommenden Jahrzehnten für einen charakteristischen Volvo Stil stand. 1966 wurde die 140er-Serie eingeführt. Damit etablierte Volvo auch ein neues Numerierungssystem, das sich logisch gab: Die zweite Ziffer in der Typenbezeichnung gab die Zahl der Zylinder an, die dritte und letzte die Zahl der Türen.

Motoren und Vorderradaufhängung waren weitgehend identisch mit denen des P120, die Hinterradaufhängung war eine Weiterentwicklung jener des Amazon-Kombi. Die angetriebene Hinterachse wurde jetzt von Längslenkern mit doppelten Schubstreben geführt. Die seitliche Führung übernahm ein Panhardstab, und die Schraubenfedern griffen hinter der Achse an Auslegern der Lenker an.

Auch wurde die Sicherheitsausstattung dieser Modelle verbessert. Eine verschweißte, selbsttragende Ganzstahlkarosserie mit guter Verwindungssteifigkeit dank der Verstärkung durch kastenförmige Stahlprofile sowie eine steife Bodengruppe und Dachrahmen waren ebenso Sicherheitsargumente wie das hochgezogene hintere Abschlussblech. Stahlprofile umgaben schützend den Innenraum, und im Dach war ein "Überrollbügel" für zusätzlichen Schutz im Falle eines Überschlags eingearbeitet. Energieaufnehmende Front- und Heckabschnitte - so genannte Knautschzonen - verbesserten die Sicherheit weiter.

Der Sicherheitsaspekt hatte das Design des Fahrzeugs vom ersten Entwurfsstadium an geprägt. Die Lenksäule war zum Schutz gegen Eindringen in den Fahrgastraum bei Frontalkollisionen geteilt, und das Lenkrad gab beim Aufprall nach. Das Armaturenbrett war rundum mit einer Sicherheitspolsterung versehen und alle Schalter und Hebel waren waren als potentielle Gefahrenquelle eliminiert. Gerade der Beseitigung aller vorstehenden Teile unterhalb des Armaturenbretts hatte man besondere Aufmerksamkeit gewidmet und die Türinnenseiten und das Dach wurden mit einer speziellen Polsterung versehen. Das wichtigste Sicherheitsdetail der 140er-Serie war jedoch das Zweikreis-Bremssystem mit Scheibenbremsen rundum, ein System, das zu jener Zeit hauptsächlich Renn- oder Sportwagen vorbehalten war.

1967 wurde der Volvo 145 Kombi eingeführt. Die ersten Kombis dieser Reihe wirkten mit ihren beiden Seitenscheiben hinter den Türen etwas gewöhnungsbedürftig. Jeweils eines dieser beiden Fenster konnte zwecks besserer Luftzirkulation im Wageninneren geöffnet werden. 1971 kehrten die Designer zur konventionelleren Lösung mit einem längeren Seitenfenster hinten zurück. Technisch war der Kombi bis auf die verstärkte Hinterachsaufhängung identisch mit der viertürigen Limousine. Im Unterschied zum P220 war die Heckklappe einteilig und öffnete sich nach. 1969 erschien der Volvo 145 Express, ein 145 mit erhöhtem Dach, der eine maximale Laderaumhöhe von 101 cm bot.

Volvo 245 (1974 - 1993)

265
Ein 265 Kombi für den amerikanischen Markt von 1977

Der Volvo 140 galt in seiner Zeit als das "sicherste Automobil der Welt" - doch der Volvo 240 gab sich weitaus besser. Die Lenksäule war mit mehreren Sollknickstellen versehen und der Tanks befand sich an der besonders geschützten Stelle vor der Hinterachse.

Erstmals in der Geschichte von Volvo wurde im Jahr 1974 der 245 Kombi nicht nachträglich eingeführt, sondern gleichzeitig mit den viertürigen Versionen 244 und 264 sowie der zweitürigen Variante 242. Ein Jahr später kamen der aufwändigere 265 Kombi und der zweitürige 262 hinzu. Die wichtigsten neuen Merkmale fanden sich unter der Haube. Der Vorderwagen war gegenüber der Vorgänger-Serie komplett neu konstruiert. Die neue Vorderradaufhängung mit McPherson-Federbeinen bot mehr Platz für den Motor und war auch hinsichtlich der Energieabsorption beim Aufprall von Vorteil. Die neue Zahnstangenlenkung arbeitete exakter und verminderte das Lenkungsspiel. Die Hinterachsaufhängung und die Bremsen waren leicht modifiziert. Vorn waren die Modelle etwas niedriger als ihre Vorgänger, wenngleich die großen Gummistoßstangen sie gegenüber der alten Serie um 13 cm verlängerten.

Der B20A-Motor mit 82 PS wurde noch in einer 240-Version verwendet, alle anderen 240-Modelle waren mit einem neuen Motor ausgestattet, dem B21 mit zahnriemengetriebener obenliegender Nockenwelle. Die Bezeichnung 21 wies auf den Hubraum von 2,1 Liter (2127 ccm) hin. Die Grundkonstruktion (mit Graugussblock und fünffach gelagerter Kurbelwelle) war die gleiche wie vorher, doch war er jetzt mit einem Querstrom-Zylinderkopf aus Leichtmetallguss mit Ansaugkrümmer auf der einen und Auspuffkrümmer auf der anderen Seite kombiniert. Diese Konstruktion verbesserte nicht nur den Gaswechsel, sondern auch die Kraftstoffausnutzung und die Leistung.

240 GL
Der 240 GL von 1988 stellt seine Sicherheitsphilosophie plakativ zur Schau

Den neuen Motor gab es in zwei Ausführungen - als Vergaserversion B21A mit 97 PS und als Einspritzer B21E (mit CI-Einspritzung und elektronischer Zündung) mit 123 PS. Die Serie 260 einen V6-Motor, der zusammen mit Renault und Peugeot entwickelt worden war. Der Motor mit 2664 cm trug die Bezeichnung B27. Im Leichtmetallguss-Block saßen nasse Zylinderlaufbuchsen im Winkel von 90 Grad. Die Brennräume waren halbkugelförmig und jede Zylinderreihe besaß eine obenliegende kettengetriebene Nockenwelle. Der V6 war nicht länger als der neue Vierzylinder und wog nur 150 kg. Im Jahr 1979 wurde der D24, Volvos erster Diesel-Pkw, eingeführt. Der in Zusammenarbeit mit VW entwickelte Motor war der erste Sechszylinder-Diesel für den Einsatz im Pkw.

Zwischen 1982 und 1984 wurde die Baureihe 740/760 als Nachfolger der 240/260-Modelle eingeführt. Die Produktion des 260 endete denn auch wie geplant, doch die Beliebtheit des 240, speziell des 245 Kombi, führte dazu, dass er rund 10 Jahre länger gebaut wurde als geplant. 1993 lief der letzte 245 Kombi vom Band, um seinen Ehrenplatz im Volvo Museum in Göteborg einzunehmen. Von den Modellen Volvo 245 und 265 wurden zwischen 1974 und 1993 fast eine Million Einheiten gebaut.

Volvo 740/760, 940/960 und V90 (1985 - 1998)

145
Mit diesen Baureihen, hier einem 940-Kombi von 1995, etablierte sich Volvo im Premiumsegment

Im Jahr 1980 wurde das Volvo Concept Car (VCC), ein Kombi, als Entwurfskonzeptionen des Projektes 760 vorgestellt. Einige technische Details wie die Hinterachsaufhängung waren praktisch identisch mit denen der späteren Serienmodelle.

Die Präsentation des Serienkombis erfolgte 1985 auf der Chicago Motor Show. Der Fünftürer musste sich zunächst, statt mit der Multilenker-Achse der Limousine, weiter mit einer Starrachse hinten begnügen. Formal bildete das geräumigere Heck den einzigen Unterschied zwischen Limousine und Kombi. Im Inneren waren beide identisch, sowohl bei der Qualität der Polster, bei der Ausstattung als auch beim Komfortniveau. Der Laderaum war vollständig mit Teppichboden ausgeschlagen und die Isolierung des Innenraums gegen Fahrgeräusche wurde deutlich verbesser. Der teilbare Rücksitz bot eine Vielzahl von Lademöglichkeiten. Das Laderaumvolumen betrug 992 Liter, mit umgeklappten Rücksitzen waren es sogar 2.123 Liter. Die Heckklappe bestand zur Gewichtseinsparung aus Aluminium. Die eckige Heckpartie hob sich von den Konturen einiger Wettbewerber deutlich ab und sie bot zwei wesentliche Vorteile: Es konnte viel sperriges Gut verladen werden und das Design verringerte den Luftwiderstand und verbesserte die Stabilität des Fahrzeugs bei Seitenwind. Das Problem der Warmluftverteilung, das bei vielen Kombis auftrat, löste Volvo durch die Montage von entsprechenden Luftaustrittsöffnungen am Boden des Laderaums.

Ab 1986 waren in Europa zwölf verschiedene Varianten von vier- und fünftürigen Modellen der Serien 740 und 760 lieferbar. Als erfolgreich erwiesen sich dabei die PS-starken Varianten. Den Volvo 740 Turbo Sekunden beschleunigte sein 200 PS-leistender Fünftürer mit intermittierender Einspritzanlage und Ladeluftkühler in 8,5 auf Tempo 100, konnte 2.120 Liter transportieren und einen 1.800-kg-Anhänger ziehen. Der Wendekreis von 9,9 Metern machte den Kombi äußerst handlich, der zudem ein Höchstmaß an Komfort bot. Natürlich wartete auch diese Baureihe mit einem neuen Sicherheitsfeature auf: Die Bodengruppe war unter den Rücksitzen so gestaltet, dass angeschnallte Fondpassagiere bei einem Unfall nicht mehr unter dem Gurt durchrutschen konnten.

Mit der Serie 900 erschien 1990 eine neue Volvo Generation - eine verbesserte Version der 700er-Serie mit weicheren Linien und einer geänderten Frontpartie. Neu ins Programm aufgenommen wurde ein aus Aluminium gefertigter Sechszylinderreihenmotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen und vier Ventilen pro Zylinder. Der Volvo 960 wurde ausschließlich als Benziner angeboten. Die beiden Modelle unterschieden sich stärker als es den Anschein hatte. Die Frontpartie des 960 war komplett überarbeitet worden, einerseits um den neuen Motor unterzubringen, andererseits um den Fahrkomfort zu steigern. Der 960 Kombi erhielt die aus der 760er Limousine bekannte Multilink-Hinterachse, während es beim 940 die gesamte Produktionszeit hindurch bei der Starrachse blieb. Auch im Innenraum leistete sich der 960 weit mehr Luxus als der 940 Durch die Übernahme des 1991 im 850 eingeführten Seitenaufprall-Schutzsystems SIPS wurde die passive Sicherheit weiter verbessert.

Am Ende der Produktionszeit erfolgte noch eine Namensänderung: die Limousine 960 wurde zum S90 und der 960 Kombi zum V90. Der Volvo 940 hingegen behielt seine Modellbezeichnung bis zum Produktionsende bei. Anfang 1998 liefen die letzten hinterradgetriebenen Volvo Kombis vom Band.

Volvo 850 (1993 - 1997)

850
1994 startete dieser 850er Kombi in der Britischen Tourenwagenmeisterschaft

Die Vorstellung des frontgetriebenen Volvo 850 bedeutete 1991 eine echte Revolution in der Geschichte der Volvo Car Corporation. Die radikalste Neuerung war die Konfiguration mit quer eingebautem Motor und Frontantrieb, denn sie setzte die Entwicklung einer ganz neuen Motorengeneration voraus. Mit zwei obenliegenden Nockenwellen und vier Ventilen pro Zylinder entsprach der Fünfzylinder modernstem Motorenbau. Zunächst wurde ein 2,5-Liter-Aggregat mit 170 PS. Mit der Einführung des 850 Turbo und des Hochleistungsmodells T5-R erreichte ein Serien-Volvo erstmals 250 km/h. Zur Verbesserung des Fahrverhalzens wurde die Delta-Link-Hinterachse eingeführt. Der Volvo 850 bedeutete aber nicht nur eine Veränderung der technischen Grundlagen bei Volvo, sondern auch einen weiteren Schritt auf dem Gebiet der Insassen-Sicherheit. Das Seitenaufprall-Schutzsystem SIPS (Side Impact Protection System) war eine bedeutende Evolution Volvos in Sicherheitsfragen. SIPS ist die Kombination einer robusten Fahrzeugstruktur mit stoßabsorbierenden Oberflächen im Innenraum und energieaufnehmenden Elementen in den Türen. Die Kräfte eines Seitencrashs werden durch SIPS aufgenommen und in die Karosseriestruktur geleitet, so dass die Aufprallenergie nur mit deutlich reduzierter Intensität in den Innenraum dringen kann.

Gleich zu Beginn des Jahres 1993 erschien der Volvo 850 Kombi mit seinen charakteristischen vertikalen Heckleuchten. Doch der Volvo 850 Kombi war weit mehr als ein sicherer Fünftürer. Den Beweis für die Qualitäten des Fahrwerks lieferte Rickard Rydell mit seinen Vorstellungen in der Britischen Tourenwagenmeisterschaft, zunächst im Kombi, dann in der Limousine. Der Volvo 850 Kombi trat auch beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an. 1996 wurde die Motorenpalette durch einen quer eingebauten Fünfzylinder-Turbodiesel erweitert.

Volvo V40 (1995 bis heute)

V40
Erst ein Joint Venture mit Mitsubishi machte den V40 möglich

Mitte der 90er Jahre verfügte Volvo weder über die Entwicklungs- noch die Produktionskapazitäten für ein eigenes Mittelklasse-Modell. Die Lösung brachte eine Kooperation mit Mitsubishi. Die beiden Hersteller entwickelten eine neue Plattform als gemeinsame Basis für den Volvo S40/V40 und den Mitsubishi Carisma. Gebaut wurden die Fahrzeuge in dem im gemeinsamen Besitz befindlichen Werk im niederländischen Born. Während sich Mitsubishi für einen Viertürer und eine Schrägheckvariante entschied, entwickelte Volvo eine klassische Stufenhecklimousine und einen Kombi. 1995 feierten Limousine und Kombi Weltpremiere. Mit dieser Baureihe wurde bei Volvo auch eine neue Namensgebung etabliert. Die Limousinen tragen die Bezeichnung S für Sedan, die Kombis V für Versatility (Vielseitigkeit).

Volvo V70 und V70 Cross Country (1996 - 2000)

145
Ab 1996 haben die Schweden den V70 im Programm

Im November 1996 präsentierte Volvo mit den Modellen S70 und V70 die Weiterentwicklung der 850er Serie. Gegenüber dem Vorgänger wiesen sie eine neue aerodynamische Front und der Limousine wurde ein neues Heck angepasst. Komplett neu gestaltet wurde der Innenraum. Der Insassenschutz wurde durch Veränderungen an der B-Säule und eine dreigeteilte Lenksäule verbessert. Zwei neue Versionen erweiterten ab 1997 die Baureihe. Der Volvo V70 Bi-Fuel konnte sowohl mit Erdgas als auch mit Benzin betrieben werden und der Volvo V70 Cross Country war das erste Crossover-Modell der Schweden. Dieser allradgetriebene Kombi wurde mit zusätzlicher Bodenfreiheit versehen um auch auf schwierigem Untergrund vorwärtszukommen.

Volvo V70 (2000 bis heute)

V70XC
Mit dem V70 Cross Country suchte Volvo nach einer neuen Nische

Am 10. Januar 2000 wurde der neue Volvo V70 der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Mit dem Vorgänger hatte dieses Modell außer der Modellbezeichnung fast nichts mehr gemeinsam. Das Design soll eine Mischung aus Tradition und Moderne formen. Neben der neuen, betonten Schulterpartie und dem überarbeiteten Heck finden sich klassische Volvo Elemente wie die V-förmige Motorhaube, die auf den PV445 Duett und den P220 Amazon zurückgeht, und der senkrecht stehende Kühlergrill. Typisch für einen Volvo Kombi sind auch die Seitenfenster, die oben in einer einzigen Linie von vorne bis hinten durchlaufen, und gleichzeitig eine Reminiszenz an den Vater aller modernen Kombis sind, den Volvo 145. Der frontgetriebene Fünftürer erhielt eine neue Multi-Link-Hinterachse, die Torsionssteifigkeit der Karosserie wurde deutlich erhöht, der Radstand vergrößert und das Fahrverhalten optimiert. Besonders stolz ist man auf die serienmäßige Sicherheitsausstattung: Front- und Seitenairbags, Kopf-Schulterairbags, Schleudertrauma-Schutzsystem, zweistufiges Airbag-Auslösesystem, Isofix-Haltepunkte, Gurtstraffer auf allen Plätzen und Fahrdynamikregelung. Fünf verschiedene Benziner von 140 PS (103 kW) bis 250 PS (184 kW) und zwei Common-Rail-Diesel mit 130 PS (96 kW) bzw. 163 PS (120 kW) stehen aktuell zur Wahl. Dazu zwei allradgetriebene Versionen und eine Bi-Fuel-Variante. Auf Basis dieses Volvo V70 kam ein knappes Jahr später der neue Volvo XC70 (zunächst noch unter dem Namen Cross Country) auf den Markt. Er präsentierte sich robuster und vielseitiger als sein Vorgänger und verfügt zudem über eine größere Bodenfreiheit.

Volvo V70 R (2003)

145
Der V70 R wartet mit sportlichen Leistungen auf

Fast auf den Tag genau nach 50 Jahren (4. Juli 1953) kommt im Sommer 2003 ein neuer Volvo Kombi auf den Markt: der Volvo V70 R. Einige Stilelemente erinnern noch an die ersten Volvo Kombis, ansonsten hat dieses Fahrzeug mit seinen historischen Vorläufern kaum etwas gemein. Der Volvo V70 R ist ein Hochleistungsfahrzeug, das mit sportwagenähnlichen Leistungsdaten aufwarten soll. 300 PS (220 kW), ein maximales Drehmoment von 400 Nm, 6-Gang-Schaltgetriebe, eine Beschleunigung unter sechs Sekunden bis Tempo 100, elektronisch gesteuerter Allradantrieb und ein aktives Fahrwerk sind die wichtigsten Merkmale. Technisch interessant ist das neue Four-C-Fahrwerk, bei dem die Stoßdämpfer bis zu 500mal pro Sekunde mit neuen Informationen versorgt und den Straßenverhältnissen angepasst werden. Per Knopfdruck können drei verschiedene Dämpfereinstellungen gewählt werden. Ein elektronisch geregelter Allradantrieb mit Haldex-Kupplung und Hochleistungsbremsen von Brembo tragen zum hohen technologischen Niveau des Kombis bei.

Das Design soll die exklusive Sportlichkeit eines Hochleistungsfahrzeugs ausstrahlen. Unterstrichen wird dieser Charakter durch eine aerodynamisch optimierte Frontpartie mit einem betonten Spoiler und dem vergrößertem Lufteinlass für die Ladeluftkühler. Die 17-Zoll-Räder und ein neuer Innenraum mit Ledersportsitzen und blau unterlegten Rundinstrumenten betonen die Dynamik und Leistungsfähigkeit des Fünftürers auf ihre Weise.

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(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Volvo)

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