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Mazda RENESIS-Wankelmotor: Bester neuer Motor 2003
05.06.2003
Mazda macht Felix Wankel alle Ehre - der japanische Fahrzeughersteller hat Wankels Kreiskolbenkonzept weiterentwickelt und sich damit den Titel bei den "International Engine of the Year Awards 2003" verdient. Der RENESIS-Wankelmotor des RX-8 wurde nicht nur als Bester neuer Motor 2003 und Bester Motor in der Klasse 2,5 bis 3 Liter ausgezeichnet, sondern er konnte sich auch den begehrtesten Titel sichern: International Engine of the Year 2003. Die Preise - Mazdas erste Triumphe überhaupt bei den "International Engine of the Year Awards", die 1999 von der Fachzeitschrift Engine Technology International ins Leben gerufen wurden - wurden von 50 Journalisten der Automobilbranche aus 22 Ländern vergeben. Die Juroren lobten Mazdas "ausgesprochenen Mut, am Wankelmotor festzuhalten und so leistungsstark umzusetzen. Sie bezeichneten den RENESIS-Motor des RX-8 als "gleichmäßig und stark, sauber und kompakt". Der Motor entspricht bereits jetzt den ab 2005 vorgesehenen EURO IV-Abgas-Emissionsvorschriften und liefert dabei bis zu 250 PS. Der Wankelmotor im Sportwagen ist eine alte Mazda-Tradition. Schon das erste Wankelfahrzeug, der Mazda Cosmo Sport, war ein Coupé. Der RX-7 war für einige Zeit das meistverkaufte Coupé in den USA und setze Porsches 924 kräftig zu.
Seit den sechziger Jahren pflegt und entwickelt die japanische Firma in Hiroshima den Rotationskolbenmotor. Ein erster Höhepunkt der Entwicklung war der Sieg des Mazda 787b mit einem Vierscheibenwankelmotor bei den 24 Stunden von Le Mans 1991. Die Ergebnisse dieser Feldforschung sind nach und nach in die Weiterentwicklung dieses Motorenkonzepts geflossen. Mit dem RENESIS bietet Mazda nun wieder eine Alternative zum Hubkolbenmotor zum Kauf an. Die Vorzüge des Konzepts blieben erhalten: Geringes Gewicht und kleinere Abmessungen und das hohe Drehvermögen im Vergleich zu gleich leistungsfähigen Ottomotoren kommen natürlich in einem Sportwagen besonders zur Geltung. Dazu ist die Haltbarkeit längst auf dem Niveau der konventionellen Konkurrenz. Die kleinen Abmessungen des Motors erlauben die optimale Positionierung im Fahrzeug, mit all den positiven Effekten auf das Fahrverhalten. Ein niedriger Schwerpunkt, eine Gewichtsverteilung von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse, und die Auslegung als Front-Mittelmotor lassen viel Fahrspass erwarten. 184 kW/250PS bei 8500 u/min und ein maximales Drehmoment von 220 Nm bei 7500 U/min sprechen eine deutliche Sprache. Hier sind nicht die Traktorqualitäten eines Direkteinspritzer-Diesel zu erwarten sondern Drehfreude pur, eine Motorcharakteristik, die schon bei BMWs M3 und Hondas S2000 für Herzklopfen sorgen. Dieser Motor wird ab Sommer dieses Jahres im Mazda RX-8 zu kaufen sein, einem Sportcoupé mit einigen Besonderheiten. Ein besonderer Blickfang sind die vier Türen, die sich gegenläufig öffnen und, da keine B-Säule vorhanden ist, einen für Coupés untypisch bequemen Zugang zu den hinteren Sitzen erlaubt. Vier Sportsitze geben den nötigen Halt, wenn es einmal etwas schneller um die Kurve gehen soll. Das Chassis unterstreicht die Auslegung als echter Sportwagen durch Dreieckslenker vorne und eine Mehrlenker-Hinterachse, 18-Zoll-Rädern und einer direkten, elektro-hydraulisch unterstützten Lenkung. Die heute üblichen Helferlein wie ABS und dynamische Stabilitätskontrolle greifen ein, wenn der Fahrer sich zu sehr von den sportlichen Attitüden seines Autos hat verleiten lassen. Avantgarde im Motorbau bedeutet nicht, die Zahl der Zylinder oder Ventile immer weiter zu erhöhen, sondern Wege jenseits einer mehr als hundert Jahre alten Technik zu suchen. Dass diese von einem japanischen Hersteller kommt, läßt erwarten, daß der RX-8 auch in der Pannenstatistik gut aussehen wird.
(Text: Dieter Roßbach )
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