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Aktualisiert am 31.12.2011
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Mercedes-Benz SLR McLaren: Zwischen Mythos und Moderne

02.07.2003

Mercedes-Benz SLR
Daimler-Benz stellt den SLR McLaren in eine Reihe mit dem legendären Uhlenhaut-Coupé

Im Jahr 1955 gewann Mercedes-Benz mit dem faszinierenden 300 SLR Mille Miglia, Targa Florio und Tourist Trophy. Damit eroberte sich dieser Rennwagen seinen Platz im Olymp des Motorrennsports. Ein aus dem erfolgreichen Formel 1 W 196 abgeleiteter Achtzylinder-Motor mit desmodromischer Ventilsteuerung, der aus 2982 Kubikzentimeter Hubraum bis zu 310 PS mobilisierte, machte über 300 km/h Höchstgeschwindigkeit möglich. 317 Newtonmeter maximales Drehmoment bei 5950/min garantierten souveräne Durchzugskraft. Und sorgten mit für die Dominanz in der damaligen Sportwagenweltmeisterschaft. Auf der Basis dieses erfolgreichen technischen Pakets konstruierte der damalige Versuchs-Chef und Leiter der Rennwagen-Entwicklung, Rudolf Uhlenhaut, eine straßentaugliche Coupé-Version, die in Design und Technik den seit 1954 produzierten Flügeltürer 300 SL mit dem erfolgreichen Rennsportwagen verband. Dieses 300 SLR-Coupé ist auch als "Uhlenhaut-Coupé" bekannt.

Selten hatte ein Mercedes ein überzeugenderes Design: Die Karosserie mit ihrer lang gestreckten Kühlerhaube und den markanten seitlichen Auspuffrohren ist eine bis heute stimmige Interpretation eines Hochleistungssportwagens. 1117 Kilogramm leicht und 310 PS stark beschleunigte das Coupé bei Testfahrten auf eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 290 km/h, und damit war der Zweisitzer das schnellste Automobil, das seinerzeit für öffentliche Straßen zugelassen war.

An diese Legende möchte Mercedes-Benz mit dem SLR McLaren erinnern. Dazu bedienen sich die Konstrukteure des gleichen, bewährten Rezepts: Auf der Suche nach einer Synthese zwischen Mythos und Innovation wird moderne Rennsporttechnik für die Straße adaptiert.

Während jedoch das Uhlenhaut-Coupé mit seiner archetypischen Erscheinung nur für sich selbst stand, soll das SLR McLaren-Design mit seinem Mix aus historischen Stilelementen in moderner Interpretation und Design-Details der aktuellen Formel-1-Silberpfeile eine Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart bilden.

Die Proportionen des SLR McLaren lehnen sich an die Studie "Vision SLR" von 1999 an. Diese zitierte mit ihrer langen Motorhaube, dem knapp geschnittenen Passagierabteil und dem kurzen Heck bewußt die Gestaltung der SL-Sportwagen früherer Jahre. Die Frontansicht zitiert die aktuellen Formel-1-Designs und wird sicher polarisieren: Die aufgesetzte Nase im Mercedes-Benz-Vieraugengesicht mit dem eingelassenen Stern wird ihre Fans finden - andererseits aber auch humorvolle Assoziationen provozieren.

Traditionelle Stilelemente kombinierte man mit aktuellen Anforderungen. So ist der hintere Kotflügel vom Kofferraumdeckel formal entkoppelt. Nur die Kotflügel wölben sich leicht nach, während der Kofferraumdeckel auf hohem Niveau bleibt. Das kommt nicht nur dem Ladevolumen zugute. Weitaus wichtiger war den Entwicklungsingenieuren, daß sich mit diesem stilistischen Kunstgriff - im Interesse der Fahrstabilität - Auftrieb und Luftwiderstand der Karosserie deutlich verringern lassen. Das markanteste Zitat des SLR-Coupés von 1955 in moderner Interpretation sind die Flügeltüren. Sie sind hier allerdings nicht mehr am Dach, sondern an den vorderen Dachsäulen befestigt und im Winkel von 75 Grad nach vorne.

Der "Gran Turismo für das 21. Jahrhundert" ist für Mercedes-Benz und Formel-1-Partner McLaren das Aushängeschild für die Kompetenz und Erfahrung bei der Entwicklung, Konstruktion und Produktion von Hochleistungsfahrzeugen. Eindrucksvolle Kraftentfaltung, überlegene Fahrleistungen und ein sehr hohes Maß an Sicherheit und Alltagstauglichkeit werden durch die Verwendung neuester Technologien gewährleistet.

Mercedes-Benz Vision SLR
Der SLR wird wesentliche Elemente der Studie "Vision SLR" aus dem Jahr 1999 aufnehmen

Chassis und Karosserie sind in hochwertigen Kohlefaserverbund-Werkstoffen ausgeführt und sollen dem SLR McLaren ein bisher bei Straßenfahrzeugen nicht erreichtes Niveau in Sachen Karosserie-Steifigkeit und -Festigkeit verleihen. Ebenso sind die verbauten Verbundwerkstoffe für die Bremsen hochwertig und innovativ: Die verwendete faserverstärkte Keramik ist nicht nur 67 Prozent leichter als herkömmlicher Grauguß, sondern sie zeichnet sich auch durch sehr hohe Hitzebeständigkeit aus. Die maximale Temperaturbelastung der Spezial-Keramik beträgt 1400 bis 1600 Grad Celsius und liegt somit um das Doppelte über Werten von Grauguß-Bremsscheiben. Das bedeutet: weniger Verschleiß, geringere ungefederte Massen und - vor allem - große Sicherheit beim Abbremsen aus hoher Geschwindigkeit.

Für den Vortrieb sorgt ein von AMG entwickeltes 5,5 Liter-V8-Triebwerk mit Kompressor und Wasser-Ladeluftkühlung, das eine Leistung von 410 kW/557 PS und ab 4000/min ein maximales Drehmoment von 720 Newtonmetern entwickelt. Mit diesem Triebwerk erreicht der GT beachtliche Fahrleistungen: Von Null auf 100 km/h beschleunigt er in nur 4,2 Sekunden und von Null auf 200 km/h in 11,3 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 320 km/h.

DaimlerChrysler bringt den Mercedes-Benz SLR im Herbst 2003 in enger Kooperation mit McLaren Cars Ltd. auf den Markt. Basierend auf dem Design und der Technik von Mercedes-Benz, wird der SLR im neu entstehenden McLaren-Werk in Woking, Großbritannien, entwickelt und produziert. Die Partner beabsichtigten, bis zu 500 Fahrzeuge pro Jahr in die USA, nach Europa und Japan sowie im Nahen und Mittleren Osten zu verkaufen.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: DaimlerChrysler)

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