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Alfa GT Coupé: Understatement
02.09.2003
Bertone und Alfa Romeo: Aus dieser Verbindung sind Klassiker entstanden. Vor allem die grandiosen Giulia Coupé GT Veloce der Sechziger Jahre sind attraktiv wie am ersten Tag und haben eine begeisterte Fangemeinde. Das ist der Enthusiasmus, aus dem sich Kapital schlagen lässt und so bekam Centro Stile Bertone von der Mailänder Firma den Auftrag, auf der Basis des 156 ein Coupé zu gestalten. Originell im Stil und mit überragende Leistungen wünschten sich die Alfa-Verantwortlichen das Ergebnis gefordert war ein Sportwagenkonzept, in das Komfort und Eleganz einfließen soll und dass gleichzeitig kompromissloses Fahrvergnügen sowie außerordentliche Performance bietet. Entstanden ist ein Gran Tourismo, der mit einer Länge von 4,48 m, einer Breite von 1,76 m, einer Höhe von 1,39 m sowie einem Radstand von 2.596 mm kompakt geraten ist. Zentrales Element der Gestaltung ist, alfatypisch, das Kühlerwappen. Tief heruntergezogen bis in die Frontschürze entspricht es dem derzeitigen Stil des Hauses und soll Kraft und Aggressivität vermitteln. Verstärkung erfährt diese Absicht durch die großen Lufteinlassöffnungen und die Leuchtengruppen.
Das Profil zitiert die Seitenlinie des 156: Vor allem die obere Sicke, die auf einer Linie den vorderen Kotflügel mit den bügelförmigen Türgriffen und den Heckleuchten verbindet sorgt für die Persönlichkeit des 2+2. Gleichzeitig bildet sie eine stabile Basis für den grazilen und schwungvollen Dachaufbau, der die Dynamik des Coupés betonen soll. In der Rückansicht zeigt sich ein kompaktes, leicht abwärts strebendes und schlanker werdendes Heck, das durch einen integrierten Stoßfänger akzentuiert ist. Die Heckscheibe ist tropfenförmig und die schmalen, schlitzförmigen Leuchten sind in die Karosserie eingefasst. Seine Leistungsfähigkeit bezieht das GT Coupé aus der Mechanik des Alfa 156: Ein 1.8 T.Spark mit 140 PS, der 2.0 JTS mit 165 PS und der 1.9 JTD Multijet 16v mit 140 PS werden als Motorisierungsvarianten angeboten. Das Topmodell ist eine GTA Version mit dem leistungsstarken 3.2 V6 24v mit 250 PS.
Die Formensprache des Alfa GT Coupé hinterläßt einen zwiespältigen Eindruck: Das Design ordnet sich so stark der Familienlinie unter, dass die eigene Persönlichkeit verschwimmt. Man hätte sich gerade bei einem Gran Tourismo eine stärkere Eigenständigkeit gewünscht. Hier lässt sich besonders deutlich ablesen, dass das Alfa-Design auf wenigen Grundformen aufbaut, die nur eine begrenzte Variabilität haben. Ein kraftvoller Ausbruch in Richtung einer erweiterten Formensprache wäre wünschenswert gewesen.
(Text: Rainer Roßbach )
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