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Oldtimer-GP 2003: Starterfeld der Spitzenklasse
01.08.2003
Fast schon traditionell wurde die größte Oldtimer-Veranstaltung Deutschlands durch den AvD-Historic Marathon 400 für Historische Renn-Tourenwagen und GT am Freitag auf der Nordschleife eingeleitet. 50 Teams nahmen die Strecke unter die Räder 38 Grad Lufttemperatur und 50 Grad auf dem Asphalt liessen das Langstreckenrennen zur Härteprüfung für Fahrer und historische Rennfahrzeuge werden. Nach genau 416,6 Kilometern siegte das britisch-spanische Team Chris Chiles/Pedro Passyutu auf einem Ford GT 40 aus dem Jahre 1965 vor Burkhard von Schenk / Jürgen Zerha (GB / Breitscheid) im Porsche 904/6 (1965). Ab Samstag stand der AvD-Oldimer-Grand Prix dann ganz im Zeichen der historischen Formel 1. Rennwagen der Jahre zwischen 1967 und 1978 trugen zwei Läufe zur FORCE Classic Grand Prix Cars aus. Diese von den legendären Ford Cosworth V8-Motoren dominierte Ära hat bemerkenswerte Fahrzeuge hervorgebracht. Prägend für die Zeit nach 1970 war das Layout des Lotus 72, mit dem Jochen Rindt im gleichen Jahr posthum zum Weltmeister wurde. Der sechsrädrige Tyrrell P34-Ford (1977), der Tyrrell 002-Ford, mit dem Jackie Stewart 1971 Weltmeister wurde, der letzte Siegerwagen von BRM vom Typ P160 oder der ungewöhnliche March 721X-Ford, der sich im Wettbewerb jedoch nie behaupten konnte, illustrierten die konstruktive Vielfalt jener Jahre. Neben dem WM-Sieger McLaren M 23 zeigte der ebenfalls gefahrene Hesketh 308E-Ford, dass Mitte der Siebziger ein unkonventionelles Privatteam Erfolg haben konnte heutzutage undenkbar. Vielleicht noch beeindruckender waren die Meldungen zu den Läufen der Formel 1-Boliden bis 1960. An die 40 Rennwagen, darunter allein sechs Maserati 250F, boten ein spektakuläres Schauspiel. Legendäre Grand Prix-Wagen wie der Alfa Romeo P3 (1932), die britischen ERA (ab 1935), ein Ferrari Dino 256 F1/FL (1960), die ersten Formel 1-Renner von Lotus (1957) sowie die ersten Mittelmotor-Cooper-Climax (1957) bildeten ein Teilnehmerfeld der Extraklasse. Außerdem startete die Shell Historic Ferrari und Maserati Challenge zum ersten Mal beim AvD-Oldtimer-Grand Prix auf dem Nürburgring. Mit Prototypen, Sportwagen und GT bis Baujahr 1973 bildet die Serie einen der Höhepunkte der Veranstaltung: legendäre Rennfahrzeuge wie der 250 GTO oder der 312P, 1973 von Jackie Ickx und Brian Redman zum Sieg beim 1000 km-Rennen pilotiert, kehrten zum Ring zurück. Daneben standen der erste Wertungslauf der European SportsPrototype Trophy, dem Rennen für Rennsportwagen bis Baujahr 1940 sowie zwei Ein-Stunden-Rennen für Rennsportwagen, Sport-Prototypen und GT auf dem Programm. Von der Formel Junior bis zu Fahrzeugen aus den 20er Jahren und Sport-Prototypen aus den 70ern, vom Renn-Tourenwagen bis zum Rennsportwagen waren alle Fahrzeugkategorien vertreten, die in sechs Jahrzehnten Motorsportgeschichte geschrieben haben: der Alfa Romeo P3 aus dem Jahr 1932, der Siegerwagen des 1000 Kilometer-Rennens Nürburgrin, das vor 50 Jahren zum ersten Mal stattfand, und genauso Jubiläum feiert wie die Sportwagen-Weltmeisterschaft, die 1953 zum ersten Mal ausgetragen wurde. Wieder einmal hatte der AvD ein Ereignis der Spitzenklasse auf dem Nürburgring inszeniert und Fans wie Enthusiasten Gelegenheit gegeben, die europäische Renngeschichte in voller Breite zu erleben. Die außergewöhnliche Qualität der Rennen und Nennungen macht den Oldtimer-Grand-Prix zu einer der Veranstaltungen im Jahr, die man auf keinen Fall versäumen darf.
(Text: Rainer Roßbach )
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