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Aktualisiert am 31.12.2011
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Jaguar R-D6: City Coupé

16.09.2003

Jaguar R D6
Im Frontdesign des R D6 werden traditionelle Formen modisch aufgepeppt

Von vorne betrachtet wirkt der R-D6 wie ein traditionelles Jaguar-Design: Die Form des Kühlergrills sowie die Rundscheinwerfer gehören seit den frühen fünfziger Jahren zum Markenbild. Erst wenn man das Fahrzeug umrundet, stellt man fest, dass es sich um einen besonders kompakten Viersitzer handelt – das Coupé ist 342 mm kürzer als der X-Type, zur Zeit der kleinste Jaguar. Wenn man die Motorhaube öffnet entdeckt man ein Diesel-Triebwerk. Der verwendete Biturbo-V6-2.7-Liter-Hochleistungsdiesel hat die gleiche Basis wie das Aggregat, das 2004 im S-TYPE debütieren wird. Mit 230 PS und einem Drehmoment von 500 Nm verleiht der V6-Diesel dem R-D6 die seiner R Performance Spezifikation entsprechende Leistung. Originell ist die Startprozedur: An der Spitze des Schalthebels unter einem schwenkbaren Kopfstück ist der Anlasserknopf verborgen. Ein Druck, und der der R-D6 erwacht zum Leben.

Eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in unter 6.0 Sekunden sowie die elektronisch abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h sprechen eine deutliche Sprache. Das Leistungspotential wird positiv beeinflußt von Jaguars Leichtbaustrategie, die erstmals bei der neuen XJ-Limousine zum Einsatz kam. Dank der für Chassis und Karosserie verwendeten Aluminium- und Verbundwerkstoffe wiegt der R-D6 nur etwa 1500kg. So ist diese Studie für die Engländer etwas ganz Neues: Die Vision eines Premium-Autos, dass schön, schnell, agil, sparsam und spaßorientiert ist.

Markant, selbstbewußt und originell gibt sich das Styling des R-D6. Ohne Kompromisse bei Breite oder Höhe (2150mm bzw. 1390mm) einzugehen baute das Designteam ein kurzes Coupé, dass optisch eine hohe Präsenz erreicht. Die kompakte Länge des R-D6 entsteht nicht zuletzt durch die kurzen Überhänge vorn und hinten (800mm bzw. 695mm) sowie den Radstand von 2840mm.

Jaguar R D6
Gegenläufige Türen entsprechen dem Zeitgeist – eine einseitig angeschlagene Hecktür ist allerdings tatsächlich praktisch

Der traditionsreiche Kühlergrill, die in Motorhaube und Flanken integrierten Belüftungsschlitze, oder eine über die gesamte Seitenverglasung verlaufende Aluzierleiste lassen das Auge am Fahrzeug haften. Auch die Scheinwerfer bieten mit ihrer expressiven Metalleinfassung eine neue Interpretation des Doppelleuchtendesigns von Jaguar. Es sind diese Details, die Freude machen: versenkte Türgriffe, die an der Vorderkante ausschwenken und einen elektrischen Schalter aktivieren, der die Tür öffnet; die mittig angeordneten Auspuffdoppelrohre, die Alu-Kofferraumzierleiste mit Jaguar-Schriftzug, die gegenläufig angeschlagenen Türen oder auch die Jaguar-Figur am Heck. Tropfenförmige Heckleuchten bescheren dem Rücken einen asiatischen Charakter – und lassen Ähnlichkeiten mit dem Konzept des Mazda RX8 erkennen.

Das Aluminium-Chassis der Studie ähnelt in vielerlei Hinsicht dem des XJ und auch in die Gussteile, wie die Dome der Vorderradaufhängungen, flossen die beim Bau des XJ gewonnenen Erfahrungen ein. Die Karosserie selbst besteht aus Aluminium und Verbundwerkstoffen. Die speziell für den R-D6 entwickelten 21-Zoll Vollaluminiumfelgen sind mit Spezial-Ultraniederquerschnittsreifen von Pirelli bestückt - 255/30 R21 vorn und 275/30 R21 hinten. Beim Blick durch die Speichen erkennt man die Bremsscheiben und Bremssättel aus dem Jaguar R-Performance Programm.

Aluminium dominiert sowohl in gefräster als auch in geformter Ausführung den Innenraum. Leder kommt in zwei Spielarten zum Einsatz - als leicht genarbtes rußschwarzes Anilinleder und als 8mm dickes schwarzes Sattelleder. Schwarze amerikanische Walnussfurniere mit Seidenglanzoptik proben den Dialog mit hochglanzpolierten Furnieren in Klavierlack-Optik.

Jaguar R D6
Die Seitenlinie ist bullig und kompakt - die Viersitzigkeit ist optisch gut kaschiert

Der Fahrersitz besteht aus geformten Verbundwerkstoff, der Rücken lehnt sich an eine Bahn aus gespanntem Leder an, die sich durch die Struktur des Sitzes zieht und oben in einer als integrierte Kopfstütze ausgeformten Schlaufe ausläuft. Der Sitz ist von internen Luftkanälen durchzogen, die je nach Wunsch der Kühlung oder der Beheizung dienen. Die Tür ist mit Applikationen aus Aluminium und zwei Arten von Leder versehen und wird in der Mitte durch eine Blende von amerikanischem Walnussholz geteilt, die über die gesamte Kabinenflanke verläuft. Die Bedienelemente für die elektrische Sitzverstellung sind versenkt und in die Armlehne integriert. Der Türausschnitt ist mit einer umlaufenden Aluminiumzierleiste inklusive einem Ledertrittbrett mit geprägtem Jaguar-Schriftzug ausgeführt.

Die Füße ruhen auf einer Holzblende, die ebenfalls über die gesamte Länge der Kabine verläuft. Im Bereich unmittelbar unter den Sitzen und ein Stück in den Fußraum hinein, wird das Holz von einer Bahn aus gespanntem Sattelleder überlagert, die über den Getriebetunnel bis zu den Aussenrändern des Kabinenbodens verläuft. Der Spalt zwischen dem Leder und dem Holz bildet zusammen mit Belüftungsöffnungen im Holz einen Teil der Klimaanlage.

An der Oberseite des Getriebetunnels ist eine Alu-Schalthebeleinfassung in das Leder eingearbeitet. Der gefräste Alu-Schalthebel selbst - er steuert ein Sechsgang-Schaltgetriebe - sitzt in einer gewölbten Aluminiumhalbkugel. Das Auge des Fahrers fällt auf In Aluminium gefaßte Rundinstrumentengruppe mit sportlicher Optik. Neben dem mittig angeordneten Drehzahlmesser sitzt rechts der etwas kleinere Tachometer. Links neben dem Drehzahlmesser sind die herkömmlichen Tank- und Temperaturanzeigen zusammen mit diversen Kontrollleuchten gruppiert. Alle Rundinstrumente sind mit einer keramik-weißen Oberfläche ausgeführt und tragen den R Performance Schriftzug. Ein Rückspiegel aus gefrästem Aluminium fügt sich harmonisch in das Gesamtbild.

Ein breite Vollaluminium-Traverse mit dem aufgesetzten Instrumentenbrett, das in Anilinleder gefaßt ist, verläuft über die gesamte Breite des Armaturenbretts. Sie wird in der Mitte von einer versenkbaren Abdeckung für das Navigations- und 'Infotainment' Display unterbrochen. Das Touchscreen-Display erlaubt dem Beifahrer die Betrachtung bewegter Bilder - etwa auf einer DVD - während der Fahrer nur die für ihn wesentlichen Funktionsanzeigen - Navigation, Klimaautomatik etc. - sieht.

Jaguar R D6
Rotlichtbezirk: Die Illumination des Fußraums ist gewöhnungsbedürftig

Der an einer Furnierholzeinfassung am unteren Rand der Windschutzscheibe auslaufende Armaturenbrettbezug besteht aus schwarzem Sattelleder. Das dreispeichige Lenkrad in einem Materialmix aus Aluminium, Leder und Klavierlack-Holzapplikationen und die gebohrten Aluminium-Pedale bilden die Mensch-Maschine-Schnittstelle.

Beim Einstieg durch die hinten angeschlagenen Türen finden die Rücksitzpassagiere zwei Einzelsitze vor. Wenn die Rücksitze nicht belegt sind, kann die gesamte Sitzgruppe fast bis ganz zu den Vordersitzen nach vorne geschoben werden, wodurch sich das Kofferraumvolumen annähernd verdoppelt. Der Kofferraum ist zudem mit einem doppelten Boden ausgeführt, dessen oberer Teil sich komplett mit dem darauf liegenden Gepäck und zusammen mit den Sitzen nach vorne schiebt, ohne dass man den Kofferraum umpacken muss. Die seitlich angeschlagene Heckklappe, eine Reminiszenz an das Jaguar E-Type Coupé, bietet praktischerweise viel Kopffreiheit im Font.

Bei soviel praktischen Nutzen fühlt man sich von einem exzentrischen Detail nicht mehr irritiert. Für gewöhnlich wird die Kabine von Innenleuchten mit farblosen Streuscheiben erhellt, da aber der R-D6 wesentlich sinnlicher wirken soll als herkömmliche Autos wird beim Öffnen der Tür die Kabine von im Fußraum angeordneten Leuchten in ein tiefrotes Raumlicht getaucht.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Jaguar)

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