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Mitsubishi Grandis: Raumkrümmung
22.09.2003
Im Markt der Grossraumlimousinen herrscht graues Einerlei, das von den Herstellern mit Nutzenorientierung und notwendiger Raumökonomie begründet wird. Mut und Eigenwilligkeit im Design sind selten. Renault zeigt, dass es anders geht, und Mitsubishi will mit dem im Frühjahr 2004 erscheinenden Grandis beweisen, dass diese Fahrzeugklasse nicht notwendigerweise "quadratisch und langweilig" sein muß, wie Stefan Jacoby, Präsident von Mitsubishi Motors Europe, betont. "Wie alle unsere neuen Modelle bedient der Grandis zwar ein Volumensegment, ohne jedoch Mainstream-typische Merkmale aufzuweisen: Der Grandis soll ein Auto sein, das man aus innerer Überzeugung kauft und nicht allein aus rationalen Beweggründen", führt Jacoby weiter aus. Japanische Moderne Hier kommt, nach dem neuen Lancer, die von Designchef Olivier Boulay entwickelte neue Markenindentität - geteilter Frontgrill, zweiflächiges Mittelelement mit großem Drei-Diamanten-Logo und sickenartige Verlängerung der Frontgrillteilung in die Fronthaube - zum zweitenmal zum Einsatz. Die Inspiration für den Grandis lieferten zwei Konzeptstudien: die Großraumlimousine 'Space Liner' und der kompakte Sportkombi 'CZ3 Tarmac'. "Im Design des Grandis verbindet sich die lässige Eleganz des Space Liner mit der Dynamik des Tarmac", so Boulay über das neue Modell. Auch Einflüsse aus aktuellen Strömungen der japanischen Kultur werden für das Design des Grandis geltend gemacht: so für die Farbauswahl oder die metallische Gitterstruktur in den Heckleuchten. Im Zuge der Rückbesinnung der Marke auf ihre sportlichen Wurzeln wollte man bei der Grossraumlimousine nicht nur ein konventionelles Familienkonzept umsetzen. Statt dessen konzipierten die Entwickler ein Automobil, das dank seines differenzierten Raumkonzepts zwar alle Anforderungen an ein Fahrzeug dieser Gattung erfüllt, gleichzeitig aber Eleganz, Stil und Dynamik vermitteln soll. Der Grandis will auch emotional ansprechen. Dynamisch geben sich die Proportionen: 4.755 Millimeter Länge, ein großer Radstand (2.830 mm) und die relativ niedrige Höhe von 1.655 mm ergeben ein gestrecktes Erscheinungsbild. Die breite Spur (1.550 mm vorn/1.555 mm hinten) sorgt für einen kraftvollen Stand. Die fliessende, zum Heck hin abfallende Dachkontur und eine ausgeprägte Gürtellinie, die sich von den Scheinwerfern Richtung Heckklappe aufwärts bewegt und in den vertikalen Rückleuchten ausläuft, sorgt für eine sportive Optik. Eigenständig zeigen sich auch die skulptural ausgeformten Fahrzeugflanken, die sich in Form dreier Sicken optisch stark verjüngen und so die Vorwärtsbewegung betonen sowie der ins Dach integrierte Heckspoiler. Zusätzlich betont wird dieser Eindruck durch die grosse, fast unterbrechungsfreie Fensterfläche, die das Dach wie eine aerodynamische Skulptur schweben lässt. Die markante Form der Scheinwerfer gibt dem Grandis einen fast lauernden Ausdruck. Ein großer Kühleinlass im Stoßfänger unterstreicht zusätzlich die sportlich-aggressive Note. Die optional angebotenen 17-Zoll-Leichtmetallräder mit 215/55 R 17-Reifen fügen sich gut in das Gesamtbild ein.
Im Innenraum artikulieren sich dezente Formen, die Geräumigkeit, Entspanntheit und Geborgenheit vermitteln. Sichtbar wird dies unter anderem in einer Wellenform der Instrumententafel und der Türinnenseiten. Lichtnuancen und feine Strukturen modellieren die Oberflächen der Instrumententafel je nach Blickwinkel neu. Diese ist mit einer speziellen Beschichtung versehen, die sich, abhängig vom Lichteinfall, subtil verändert und im Auge des Betrachters den Eindruck von Bewegung vermittelt. Die Instrumente sind im zentralen Blickfeld des Fahrers angeordnet und lassen sich dank klarer Strukturierung gut ablesen. Die Zentralkonsole und der in die Armaturentafel integrierte Schalthebel erlauben einen problemlosen Durchgang zwischen Fahrer- und Beifahrerseite. Raum zum Leben Die erhöhte Sitzposition auf den komfortablen Sitzen soll wesentlich zu den Reisequalitäten des Mitsubishi Grandis beitragen. Eine im Klassenvergleich niedrige Karosseriehöhe sorgt für einen bequemen Zugang in den Innenraum sowie für den problemlosen Ein- und Ausstieg. Der Grandis kann wahlweise mit sechs oder sieben Sitzen geordert werden. Das breite Spektrum an Innenraum-Konfigurationen reicht vom komfortablen Reiseabteil bis zum Doppelbett. So können die Sitze der zweiten Reihe in Längsrichtung verstellt werden, eine Teilung im Verhältnis 60 zu 40 (Siebensitzer) ist möglich, die Rückenlehnen können in Liegesitzfunktion gebracht werden, die Sitzflächen sind dreistufig in der Neigung verstellbar und alle Sitze kann man für eine maximale Ladekapazität klappen oder kippen. Die beiden Einzelsitze der dritten Reihe lassen sich zwecks Laderaumvergrößerung einzeln im Boden versenken. Mit wenigen Handgriffen ist der Sechs-/Siebensitzer in einen Vier-/Fünfsitzer verwandelt, dessen Laderaum auch sperrige Frachten problemlos verdaut. Zusätzliche Komfortfunktionen wie herausziehbare Lesetische für die Passagiere in der zweiten Sitzreihe, ein doppelstöckiges Handschuhfach, eine Konsole zwischen den Vordersitzen, ferner geschlossene Staufächer auf dem Instrumententräger, in den hinteren Seitenwandverkleidungen und im Fußraum sowie Trinkgefäßhalterungen, separate Ablagen für Sonnenbrillen und ein Gepäcknetz im Kofferraum sorgen für ein entspanntes Reiseklima. Eine Klimaautomatik vorn und hinten, die bei Kaltstarts und niedrigen Außentemperaturen die Aufheizung des Fondraums beschleunigt, ein Pollenfilter mit Luftverbesserer, die umweltfreundliche, geruchs- und belagsabweisende Dachhimmelbeschichtung und eine Thermoverglasung, die UV-Einstrahlung weit gehend eliminiert, sorgen ebenso für Wohlbefinden. Wirkungsvoll präsentiert sich der Grandis auch in Sachen passiver Sicherheit. Zu den Zielwerten für die Plattformentwicklung gehörte das maximal mögliche Rating von sechs Sternen im japanischen "J-NCAP"-Test. Eine wesentliche Rolle spielt dabei das Sicherheitssystem 'RISE' (Reinforced Impact Safety Evolution), das wesentliche Elemente der Karosseriestruktur miteinander vernetzt und in ihrer Wirkung aufeinander abstimmt. Wichtige Sicherheitsmerkmale schützen im Falle eines Unfalls die Passagiere: Frontairbags, Seitenairbags und Kopfairbags sollen Fahrer- und Beifahrer vor Verletzungen bewahren. Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer im Zusammenspiel mit einer Vordersitzkonstruktion, die der Vorwärtsbewegung des Fahrers/Beifahrers im Fall einer Frontalkollision entgegenwirken soll, verbessern zusätzlich die Sicherheit. Neukonstruierte Rückenlehnen- und Kopfstützen schützen bei einem Heckaufprall den Nackenbereich und eine neue Sicherheits-Pedalerie (Bremse, Feststellbremse) bietet Schutz vor Unterschenkel- und Fußverletzungen. ISOFIX-Kindersitzverankerungen in der zweiten Reihe und automatische Gurtstopper zur Kindersitz-Fixierung in der zweiten und dritten Reihe vervollständigen die Sicherheitsfunktionen. Fahrspass serienmäßig
Gute Agilität und reichlich Sicherheitsreserven standen im umfangreichen Lastenheft. Das Rezept dafür beinhaltet folgende Zutaten: ein niedriger Fahrzeugschwerpunkt, ein ergonomisch optimierter Lenksäulenwinkel, die Einzelradaufhängung rundum, innenbelüftete Scheibenbremsen vorn und Scheibenbremsen hinten, ABS und eine elektronische Bremskraftverteilung. Optional werden eine Traktionsregelung und eine Fahrstabilitätsregelung angeboten. Für angemessenen Vortrieb sorgt ein neu entwickelter Vierzylinder-Benzinmotor mit 2,4 Litern Hubraum, einer oben liegenden Nockenwelle (SOHC) und vier Ventilen pro Zylinder. Bei einer Höchstdrehzahl von 6.000 min-1 entwickelt das Triebwerk eine Leistung von 121 kW/165 PS und stellt bei 4.000 min-1 sein Drehmoment-Maximum von 217 Newtonmetern zur Verfügung. Ein Turbodieseltriebwerk, das VW zuliefert, ergänzt zu einem späteren Zeitpunkt das Programm. Der Grandis verfügt über eine neu entwickelte variable Ventilsteuerung, die das nutzbare Drehzahlband des Motors in beide Richtungen erweitert. Dabei verfügt die Nockenwelle über "High speed"-Nocken für den oberen sowie "Low speed"-Nocken für den unteren Drehzahlbereich. Im "Low Speed"-Modus bewirken unterschiedliche Hübe der beiden Einlassventile eine effizientere Zylinderfüllung und damit eine Senkung des Verbrauchs und der Schadstoffemissionen, während gleichzeitig Drehmoment und Durchzugskraft steigen. Im "High Speed"-Modus wird durch längere Ventilöffnungszeiten und einen größeren Ventilhub eine bessere Zylinderfüllung erzielt und auf diese Weise die Leistung erhöht. Serienmäßig ist das 2,4-Liter-Benzintriebwerk mit einem manuellen Fünfgang-Schaltgetriebe kombiniert, dessen Schalthebel ergonomisch und Platz sparend in den Instrumententräger integriert wurde. Als Sonderausstattung steht das elektronisch geregelte Viergang-Automatikgetriebe 'INVECS II' mit sequenziellem Handschalt-Modus 'Sports Mode' zur Verfügung.
(Text: Rainer Roßbach )
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