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Aktualisiert am 31.12.2011
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Mercedes Vision CLS: Tourissimo

17.10.2003

Vision CLS
Durch die geänderte Scheinwerferform wird die Vertikale im Mercedes-Gesicht stärker als bisher betont – die Wirkung ist kraftvoller

Ein Coupé mit vier Türen? Eigentlich nicht richtig vorstellbar. Der klassische 2+2 ist das Langstreckenfahrzeug: Knapp genug geschnitten, um optimale Fahrleistungen zu ermöglichen und gross genug, um zwei Personen mit ihrem Gepäck schnell und entspannt ans Ziel zu bringen. Dazu gibt es dann noch zwei Behelfssitze als Zugabe. So weit die reine Lehre.

Mit dem Vision CLS versucht man nun bei Mercedes, Limousine und Coupé unter einen Hut zu bringen und damit eine neue Nische aufzumachen.

Realisieren lässt sich die Idee des viertürigen Coupés vor allem über eine betont emotionale Formensprache, die sich der grundlegenden Muster des Grand Tourisme bedient. So sind es die Proportionen der Karosserie, die den Auftritt im Wesentlichen bestimmen: Bei der Mercedes-Studie kontrastieren große Überhänge im Front- und Heckbereich mit dem flachen, gewölbten Spannungsbogen des Dachs. In der Seitenperspektive bilden die großflächigen Türen und der Heckkotflügel einen Kontrapunkt zu den coupétypischen, rahmenlosen Seitenscheiben und der niedrigen Silhouette.

Das Front-Design der Vision CLS entwickelt das vertraute Mercedes-Vieraugengesicht weiter: Die Scheinwerfer betonen stärker die Vertikale und rahmen den traditionellen Coupékühler mit dem zentralen Stern ein. Die horizontale Betonung erfolgt durch die drei betonten Lamellen der Kühlermaske. Mit der ausgeprägten Pfeilung der Motorhaube und des Stoßfängers sollen sportliche Attribute wie eine ausgeprägte Vorwärtsbewegung, Kraft und Leistungsfähigkeit betont werden. Gewölbte Kotflügel und die lang gestreckten Lamellen der Kühlermaske sollen im Zusammenspiel die Frontpartie breit und damit kraftvoll erscheinen lassen.

In der Seitenansicht vertraut man auf eine markante Schulterlinie, die sich aus der runden Form des vorderen Radlaufs entwickelt. Ihre Linie spannt sich von dort über den gesamten seitlichen Karosseriebereich und trifft im Heck auf die Rückleuchteneinheit, die den Linienfluss aufgreift und in den Stoßfänger überleitet. Dadurch soll eine ausgewogene Balance von Linien und Flächen entstehen, die gleichzeitig die Karosserie optisch streckt und ihre sportliche Eleganz akzentuieren soll.

Wichtiger für die Gesamtanmutung ist die Dachlinie. Sie erstreckt sich in einem leichten gespannten Bogen über den Karosseriekörper und geht in eine C-Säulenkonfiguration über, die mit einem weichen Linienfluss im Heckbereich abschließt.

Im Heck betont der nach unten gezogene Heckstoßfänger die Breite der Karosserie, zwei verchromte Auspuffblenden betonen in der Rückansicht den sportlichen Aspekt.

Vision CLS
Das Heck variiert die bekannten Mercedes-Grundmuster und versieht sie mit Coupétypischen Zutaten wie einer schmalen Heckscheibe und einem abgerundeten Heckabschluss mit Abrisskante

Das Interieur: Helles Ambiente, edle Materialien

Der Innenraum ist in hellen Farben gehalten, Leder und Holz sind die wichtigsten Gestaltungselemente des Interieurs: Nach traditionellen Verfahren bearbeitetes, naturbelassenes Leder überzieht die Oberfläche der Instrumententafel und die Verkleidungen der A-Säulen. Die Sitze und die Innenverkleidungen der Türen sind ebenfalls mit hellbeigem Leder bespannt, das hier zusätzlich durch eine Rautenstruktur akzentuiert wird. Helles Eichenholz mit einer offenporigen Maserung dominiert fast die gesamte Stirnseite der Instrumententafel. Es soll ebenso wie das Leder eine natürliche Note in den Innenraum des Vision CLS bringen. Tageslicht ist ein weiteres Gestaltungsthema für den Innenraum: Von der Frontscheibe bis zum Heck erstreckt sich eine große transparente Dachfläche aus Glas, die für ein helles Interieur sorgt und so den Passagieren ein angenehmes Raumgefühl vermitteln will. Die fließenden Linien der Instrumententafel bestimmen auch die Übergänge zu den Türen und zum Fondbereich. Mittelkonsole und Armaturenbrett bilden eine formale Einheit, die sich in schwungvoller Linienführung bis in den Fond erstreckt und dort die beiden Einzelsitze trennt. Fächer unter der lederbezogenen Armauflage zwischen den vorderen Sitzen und in der Fondmittelkonsole dienen als Ablagen. Sie bieten Platz für Cup- und Bottleholder.

Cockpit im Chronometer-Look

Ein neu gestaltetes Kombi-Instrument sucht die Verbindung klassischer mit modernen Stilelementen. Der mittig angeordnete, als großes Rundinstrument gestaltete Tachometer wird von zwei kleineren Instrumenten für Drehzahl und Uhrzeit flankiert, an die sich jeweils nach außen hin grafische Anzeigen für Kraftstoffvorrat und Kühlwassertemperatur anschließen. Helle Zifferblätter, Holzverzierungen und Frontblenden mit matt glänzenden Chromringen betonen die Chronometer-Optik der Instrumente. Im Mittelpunkt des Ergonomiekonzepts steht das Vierspeichen-Lenkrad, dessen beleuchtete Tasten das Aufrufen notwendiger Informationen oder das Steuern bestimmter Funktionen mittels Daumendruck ermöglichen. Autoradio, Autotelefon, Navigationssystem und andere Geräte sollen sich so leicht bedienen lassen.

Raumkomfort auf Limousinenniveau

Die zwei großen Fondtüren sind zweifellos das Herzstück des Konzepts. Durch sie soll die Vision CLS gegenüber anderen Coupés einen echten Mehrwert hinsichtlich Funktionalität und Komfort bieten. Das Raumangebot im Fond des viertürigen Coupés ist beachtlich: Knie- (77 Millimeter), Kopffreiheit (924 Millimeter) und der Schulterraum (1422 Millimeter) liegen auf Limousinen-Niveau. Der Sitzplatzabstand - gemessen vom Hüftpunkt vorn bis zum Hüftpunkt hinten - beträgt 829 Millimeter und liegt damit ebenfalls auf Limousinen-Standard.

Vision CLS
Ein grosses Glasdach und das Interieur in hellen Farben sorgen für ein luftiges Ambiente

Als vollwertiges Reise-Auto für vier Personen erweist sich das Coupé auch beim Blick in den Kofferraum. Mit einem Fassungsvolumen von 470 Litern (nach VDA-Mess-methode) bietet er genügend Platz.

Diesel-Power und 7-Gang-Automatik

Ein sportlich abgestimmtes Fahrwerk, Luftfederung, Parameter-Lenkung und Breitreifen im 19-Zoll-Format (255/35 R 19 vorne; 285/30 R 19 hinten) garantieren ebenso wie das Biturbo-Triebwerk Fahrdynamik und Fahrspaß. 195 kW/265 PS Leistung und 560 Newtonmeter maximales Drehmoment, das schon ab 2000/min abrufbereit ist, verdeutlichen das dynamische Potential des Vision GLS. Bei 7,5 Litern Kraftstoffverbrauch (je 100 Kilometer im NEFZ-Zyklus) erreicht die Studie die Fahrleistungen hubraumstarker V8-Benzinmotoren: Beschleunigung null bis 100 km/h in 6,4 Sekunden, Zwischenspurt 60 bis 120 km/h in 5,7 Sekunden und 250 km/h Höchstgeschwindigkeit (elektronisch begrenzt). Der drehmomentstarke CDI-Sechszylinder arbeitet mit dem neu entwickelten, weltweit ersten Siebengang-Automatikgetriebe für Personenwagen zusammen, das Mercedes-Benz ab Herbst 2003 serienmäßig in den V8-Modellen der E-, S-, SL- und CL-Klasse einsetzt. Dank einer speziellen Technik beim "Kick-down" ermöglicht die 7G-TRONIC schnelle Zwischenspurts und überzeugt dabei gleichzeitig durch hohen Schaltkomfort.

Die Sicherheitsausstattung ist Mercedes-typisch auf hohem Niveau. Adaptive Front-Airbags, zweistufige Gurtkraftbegrenzer und Leistungs-Gurtstraffer an den vier Sitzplätzen sind ebenso vorhanden wie Side- und Windowbags. Bi-Xenon-Scheinwerfer, aktives Kurvenlicht, automatisches Abbiegelicht und das elektrohydraulische Bremssystem SBC™ sind weitere Innovationen der Studie, die das Autofahren sicherer machen sollen. Zudem bietet SBC™ Komfort-Funktionen wie "Soft-Stop" für besonders sanftes Anhalten im Stadtverkehr, den "Anfahr-Assistenten", der das Anfahren am Berg erleichtert sowie den "Stau-Assistenten", mit dessen Hilfe der Autofahrer im Stop-and-go-Verkehr nur den Fuß vom Gaspedal nehmen muss, um den Vision CLS abzubremsen.

Bleibt nur noch die Überlegung, ob der Vision CLS eine Antwort auf eine Frage ist, die nicht gestellt worden ist. Das wird der Markt entscheiden - Überraschungen nicht ausgeschlossen.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: DaimlerChrysler)

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