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Aktualisiert am 31.12.2011
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Opel Insignia: Zurück zu alter Grösse

18.11.2003

Insignia
Neue Opulenz: Die Studie ist eine selbstbewußte Erinnerung an die traditionsreiche Reihe der großen Opel

Mit dem Insignia präsentiert Opel ein formal völlig neues Fahrzeugkonzept als automobile Vision der Marke. Hauptmerkmale der Studie sind neben ihrem dynamischen Design eine Reihe konstruktiver Innovationen, unter anderem der umfassende Einsatz der LED-Leuchtentechnologie sowie völlig neuartige Pantograph-Öffnungsmechanismen für Türen und Heckklappe. Weitere Aspekte dieses fahrerorientierten Technologieträgers sind sein variables Innenraumkonzept und ausgeprägte Fahrdynamik.

Der Insignia soll keine teure Luxuslimousine sein, sondern Botschafter des neuen Opel-Selbstbewusstseins. So lässt sich der Insignia in Sekundenschnelle elektrisch von einem komfortablen Viersitzer für den Geschäftsalltag in einen sportlichen Wochenendbegleiter mit Platz für fünf Personen, für Familie und Freizeit verwandeln. Unter der Motorhaube der Heck angetriebenen Studie steckt ein 344 PS starkes V8-Aluminium-Triebwerk. Dieses sorgt für ein Höchsttempo von 250 km/h (elektronisch abgeregelt) und realisiert den Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 in weniger als sechs Sekunden.

Karosserie mit klassischen Linien

Mit seiner dynamischen Linienführung setzt der Insignia die neue Opel-Formensprache erstmals in einem großen Fahrzeugformat um. Diese Abkehr vom Stufenheck zu einer fast coupéhaften Karosserielinie zeigt sich in Designdetails wie der langen Motorhaube mit den weit zurückgesetzten A-Säulen oder den pfeilförmigen Einzügen vorne und hinten. Kurze Überhänge bei einem langen Radstand (2.915 Millimetern) und breiter Spur (1.666 mm) lassen den 1.414 mm hohen Insignia gut proportioniert erscheinen.

Dominantes Gestaltungselement an der Front ist der markante Kühlergrill.Voll aus Aluminium gefräst und flankiert von großen seitlichen Lufteinlässen, dominiert er den pfeilförmigen Bug und signalisiert Selbstbewusstsein. Akzentuiert mit der charakteristischen, markentypischen Bügelfalte läuft sie V-förmig aus den A-Säulen heraus und stellt so eine enge Verbindung zu dem Wabengrill her. Unterstrichen wird dessen zentrale Rolle zudem durch eine dezente Chromumrandung und vier prägnante Querstreben mit einem hervorgehobenen Opel-Blitz auf der obersten Spange.

Markantes Schulterprofil und 21-Zoll-Aluräder

Insignia
Die hinteren Kotflügel des coupéhaften Insignia werden durch eine interessante zusätzliche Schulterlinie betont

Dynamische Flächen und Linien bestimmen auch die seitliche Perspektive. Einen eleganten Kontrapunkt zum ausgeprägten Schulterstrang bildet die transparente Fenstergrafik ohne B-Säule, die von einer dezenten Chromumrandung eingefasst wird. Große mattierte 21-Zoll-Alufelgen mit polierten Phasen und in einem Layout, das Designelemente der Karosserie wiederholt, setzen schließlich den Schlusspunkt unter die Silhouette.

Nahezu unsichtbar fügen sich dagegen die bündig mit der Karosserie abschließenden Türgriffe in die Seitenlinie ein. Griffbereit werden sie erst in dem Augenblick automatisch, in dem sich der Insignia-Eigner seinem Fahrzeug nähert. Möglich macht dies "Open & Start". Das Transponder-System, das im neuen Astra seine Serienpremiere feiert, identifiziert den Besitzer durch diebstahlsicher kodierte Funksignale der Fernbedienung, die den herkömmlichen Fahrzeugschlüssel ersetzt. Mit Hilfe von Gasdruckfedern und Hydraulikzylindern lassen sich damit beispielsweise auch Heckscheibe und -klappe auf Knopfdruck öffnen oder schließen. Ein weiteres " Sesam-Öffne-Dich-Erlebnis" verspricht ein im Türgriff verborgener Knopf. Wird er nach dem Entriegeln der Vordertüren gedrückt, gleiten die jeweils an einem neuartigen Pantographen aufgehängten hinteren Türen wie von Geisterhand geführt sanft zurück.

Formal klar präsentiert sich auch das Heck: Akzente setzen an der Insignia-Rückseite ein prägnanter Chromstreifen und zwei Doppel-Auspuffendrohre, die in den Stoßfänger integriert sind. Das Bild wird bestimmt durch die dreidimensional V-förmig zulaufende Gepäckraumklappe, unter der sich ein äußerst variabel nutzbares Platzangebot verbirgt: Als Vier- und Fünfsitzer bietet der Insignia ein Fassungsvermögen von 410 Litern nach VDA-Norm, wird die gesamte Rückbank elektrisch umgeklappt, entstehen ein völlig ebener Laderaumboden und bis zu 970 Liter Gepäckvolumen (bis zur Oberkante der Vordersitzlehnen).

High-Tech und Handwerkskunst

Doch damit ist die Verwandlungsfähigkeit des Insignia noch lange nicht erschöpft. In der Reihe innovativer Innenräume von Opel, für die beispielhaft die voll versenkbare dritte Sitzreihe des Flex7-Systems im Zafira oder die multivariablen FlexSpace-Konzepte von Meriva und Signum stehen, präsentiert die Insignia-Studie wiederum eine neue Idee: Der Teil des Mitteltunnels, der die beiden hinteren Einzelsitze voneinander trennt, lässt sich nach hinten unter den Gepäckraumboden schieben. Zum Vorschein kommt ein zusammengelegter Sitz, der sich - elektrisch angetrieben - nach oben entfalten lässt und den Opel Insignia in einen Fünfsitzer verwandelt. Der mit Leder und Macassar-Ebenholz verkleidete Tunnel enthält eine Reihe von Accessoires - einen DVD-Spieler mit ausfaltbarem Bildschirm, ein Kühlfach mit Platz für zwei Flaschen Champagner sowie einen Humidor zur Aufbewahrung von Zigarren.

Insignia
Der gediegene Innenraum erfüllt Oberklassenerwartungen

Das Cockpit mit seinen dreidimensionalen Instrumenten und die aus mattiertem und poliertem Aluminium gefertigten Bedien-Satelliten für alle wichtigen Funktionen sind auf den Fahrer zugeschnitten. Dabei kann er sich völlig auf das Wesentliche konzentrieren. Denn alle ergänzenden Bedienoberflächen, zum Beispiel für das Infotainment-System oder die Klimatisierung, verbergen sich unter zurück gleitenden Abdeckungen in der Mittelkonsole. Bei den Instrumenten werden die klassischen runden Formen mit Hilfe von High-Tech-Materialien neu interpretiert. Durch die umgekehrte räumliche Staffelung – die Zifferblätter liegen vor den Zeigern – verdecken diese nicht die Zahl, auf die sie gerade weisen. Möglich wurde dies durch die Verwendung transparenter Zifferblätter, die sich durch die Beleuchtung mit modernen Leuchtdioden bei allen Lichtverhältnissen gut ablesen lassen.

405 Leuchtdioden

Der Insignia-Innenraum sucht die formale Spannung zwischen moderner Technik und klassischer Handwerkskunst. Leder in Tabakbraun kontrastiert mit türkisfarbenen Ziernähten, Inlays aus dunklem Macassar-Ebenholz kombiniert mit dunkelbraunen Klavierlack-Oberflächen treffen auf mattiertes Aluminium. LEDs tauchen den gesamten Innenraum in blau-grünes indirektes Licht, das aus unsichtbaren Schlitzen in den Türen und im Dachhimmel schimmert.

Wie das Licht in Lampen und Leuchten künftiger Autos erzeugt wird, kann man am Opel Insignia nicht nur im Innenraum studieren: Insgesamt 405 Leuchtdioden versorgen, von Prismen umgelenkt, Scheinwerfer, Rückleuchten, Nebellampen, Bremslichter, Instrumente und Innenraum mit Helligkeit. Das eröffnet dem Automobildesign ganz neue Möglichkeiten, denn LEDs brauchen deutlich weniger Platz und zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Lebensdauer aus – entsprechend klein und ohne servicebedingte Rücksicht auf die leichte Austauschbarkeit der Leuchtquellen können Scheinwerfer und Lampen künftig konzipiert werden. Allerdings entwickeln die kompakten Lichtspender noch eine beträchtliche Wärme, die effiziente Kühlung der Dioden ist also eine der wesentlichen Entwicklungsaufgaben für die Lampen der Zukunft.

Insignia
Ausgeprägte horizontale Linien und Sicken lassen das Gesicht des Insignia monumental wirken

Parallel-Verschiebung: Pantographen für Türen und Heckklappe

Einleuchtend ist auch das Zukunftspotenzial der pantographischen Befestigung und Führung der beiden hinteren Türen. Denn mit ihrer Hilfe lassen sich auch große "Portale" in engen Parklücken oder Garagen weit öffnen. Ähnlich wie bei einer Schiebetür, aber ohne deren Führungsschienen, schwingt die Öffnung dabei nicht nach außen, sondern bewegt sich parallel zur Karosserie. Weil die Vorteile so klar auf der Hand liegen, wurden pantographische Scharniere, die im Gegensatz zu herkömmlichen Befestigungen über zwei Drehpunkte verfügen, schon häufig im Autobau ausprobiert. Aber noch nie gelang dies, ohne die Tür mit mehreren Führungsstangen zu positionieren und dabei die Designharmonie massiv zu stören. Den Opel-Ingenieuren gelang die Konstruktion eines einfachen Mechanismus im Inneren des Pantograph-Tragarms, der elegant in der Türverkleidung verschwindet.

Den nützlichen Effekt der Pantographie, allerdings in herkömmlicher Bauart, können Insignia-Betrachter auch am Heck des Prototypen studieren. Denn sowohl die große Gepäckraumklappe als auch die in sie eingelassene Heckscheibe lassen sich nach diesem Prinzip per Fernbedienung öffnen: Beide gehen also auch auf, wenn der Insignia rückwärts an eine Wand geparkt ist oder in einem niederen Parkhaus steht – zumal das Öffnen selbst mit Hilfe kleiner Hydraulikzylinder und Gasdruckfedern geschieht. An vielen anderen Stellen im Insignia übernehmen dagegen elektrische Stellmotoren eine Helferfunktion. Insgesamt 45 dieser kleinen Aggregate wurden in der Studie verbaut: Sie öffnen und schließen nicht nur auf Knopfdruck die Türen, sondern rücken beispielsweise auch automatisch die Sitze nach vorn, um den Einstieg nach hinten zu erleichtern.

Heckantrieb und V8-Power

Als Basis für das dynamische Insignia-Konzept wählten die Opel-Ingenieure eine völlig neue Heckantriebs-Architektur, die GM für den weltweiten Einsatz in zukünftigen Fahrzeugmodellen entwickelt. Der Insignia verfügt vorne über eine Doppelquerlenker-Achse mit Schraubenfedern, die zu Gunsten eines hohen Geräuschkomforts von der Karosserie entkoppelte Fünflenker-Hinterachse sorgt für vorbildliches Kurvenverhalten und hohe Richtungsstabilität. Eine hydraulische Niveauregulierung gleicht unterschiedliche Beladungszustände aus. Für kraftvollen Schub sorgt der aus der Corvette bekannte, kompakte V8-Aluminium-Motor mit 344 PS. Gut für eine Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h (elektronisch abgeregelt) und ein Spurtvermögen von Null auf Tempo 100 in weniger als sechs Sekunden.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Opel)

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