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Aktualisiert am 31.12.2011
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Saab 9-3 Kombikonzept: Innovative Tradition

27.11.2003

9-3 Kombi-Konzept
Die Modifikation des Traditionskühlers lässt die Studie bulliger als die Serienmodelle wirken

Das Saab 9-3 Kombi-Konzept greift alte Ideen der Schweden von einem Kombi-Coupé wieder auf und präsentiert sich als viersitziger Fünftürer, der die traditionelle Unterscheidung zwischen Steilheck-Limousine und Kombi aufhebt. Das Fahrzeug soll Kunden mit einem aktiven, sportlich orientierten Lebensstil ansprechen, die neben einem vielseitigen Nutzen auch Wert auf gute Fahrleistungen legen. Ein 250 PS starker 2,0-Liter-Turbomotor, das automatische Saab Sentronic Getriebe und ein tiefer gelegtes Sportfahrwerk auf 20-Zoll-Felgen bieten das gewünschte hohe Leistungspotential.

Neben dem Kombi-Coupé der 900er Modellreihe, dem Saab 9-5 Sport-Kombi und der aktuellen 9-3 Limousine ist auch das Saab 9-3X Crossover-Coupé von 2002 Lieferant von Ideen. Innovative Multifunktionsfeatures sollen das Saab-Konzept der „emotionalen Funktionalität“ illustrieren.

Das Styling des 9-3 Sport-Kombi konzentriert sich hauptsächlich auf den Heckbereich mit dem hinten relativ kurzen Überhang, einer steil geneigten Heckscheibe, den Beleuchtungseinheiten und der durchgehenden Seitenfenster-Verglasung mit den verborgenen Türholmen. Trotz zweier Fondtüren sollen die kompakten Proportionen eines traditionellen Schräghecks erhalten bleiben. Ein grosses Glasdach, der Wegfall der Dachreling und zwei umklappbaren Sportsitze im Fond werden als Unterscheidungsmerkmale gegenüber klassischen Kombis reklamiert.

Die gesamte Außenverglasung ist bis auf die Scheinwerfereinheiten dunkelgrün getönt, ein Thema, das sich im Innenraum fortsetzt. Die vordere und hintere Spur, die gegenüber der 9-3-Limousine um 56 und 60 Millimeter vergrößert wurde, lässt die Räder bis zum äußeren Karosserierand reichen. Deutlich breitere Radkästen korrespondieren mit einer flachen, vertikalen Front, die dem 9-3X entliehen scheint.

Die Seitenfenster zeigen eine längliche Tropfenform, ein Thema, das als neues Unterscheidungsmerkmal bei Saab eingeführt werden soll. Deren Rahmen sind aus gebürstetem Aluminium und die nicht sichtbaren B- und C-Säulen sollen die Optik zusätzlich vereinheitlichen.

Die Dachlinie fällt von der B-Säule nach hinten ab, eine Form, die von den Linien der Seitenverglasung zusätzlich betont wird. Eine typische Form bei Saab, der „Hockeyschläger” – eine durchgängige, von der A-Säule unterhalb der Seitenfenster verlaufende und zur Vorderkante der D-Säule wieder aufsteigende Linie in der Karosserie – ist ein weiteres markeneigenes Designelement, das eine Aufwertung erfährt. Die oval geformten Türgriffe sind jetzt farblich abgestimmt. Eine große Glasfläche zieht sich über das gesamte Dach und mündet in einen in die Oberkante der Heckklappe integrierten Spoiler.

9-3 Kombi-Konzept
Die Scheinwerfer suchen nach Gestaltungsmöglichkeiten jenseits der populären "Kristalloptik"

Der Vorderwagen ist eine Weiterentwicklung des Saab-Gesichts, das durch die Gestaltung der Scheinwerfer und eine neue Akzentuierung typischer Komponenten sportlicher wirkt. So zieht sich der Kühlergrill in der Mitte nach unten zur Stoßfänger-Aufnahme herab. Das horizontale „Flügel“-Profil, eine Erinnerung an den Flugzeugbau, bekommt eine stärkere Präsenz zugewiesen.

Das Styling der Scheinwerfer sucht einen neuen Weg neben dem gegenwärtigen Trend zu runden Klarglas-Leuchteinheiten. So zeigen die Leuchteinheiten aus klarem Kunststoff die typischen Proportionen von Saab, die Lampen selbst sind jedoch wie Projektoren in rechteckigen Einfassungen aus gebürstetem Aluminium untergebracht, die sich wiederum in drei quer über die gesamte Breite des Gehäuses verlaufenden Glasfassungen befinden. Diese senkrechten „Flossen“ leuchten mittels LED-Technik, wenn das Licht eingeschaltet wird. Vor den Lampen befinden sich grün getönte Glasfilter, die die Grundfarbe des Glasdesigns aufgreifen.

Das schräg angelegte Heckstyling zeigt nach der Hinterachse einen relativ kurzen Überhang. Die steile, über die gesamte Breite verlaufende Heckscheibe geht auf beiden Seiten fast nahtlos in die großen, dreieckigen Leuchteinheiten über; durch das durchgängig verwendete, grün getönte Glas entsteht der Eindruck einer einzigen Glasfläche.

In der Seitenansicht sind die Rückleuchten gebogen und akzentuieren die Kontur des Schräghecks. Die LED-Einheiten für die Rück- und Bremslichter und die Lampen der Rückfahrleuchten sind hinter drei halbdurchsichtigen Flächen in einem grün getönten Kunststoff-Gehäuse untergebracht. Die elektrisch betriebene Heckklappe reicht bis zum Fahrzeugboden und öffnet sich zu einer flachen Ladefläche.

Das Designthema des Innenraums ist "halb durchscheinende Transparenz". Verwendung findet hier ein rauchig getöntes Verbundmaterial, das ähnlich wie das Glasdach wirkt und dem Exterieur wie dem Interieur die gleiche Anmut und einen Hauch von Transparenz verleihen soll.

Dieser Werkstoff findet sich an der Hauptinstrumententafel, dem Zentraldisplay, den vorne und im Fond am Boden angebrachten Konsolen sowie an einem Staufach zwischen den Rücksitzen und reicht zur stärkeren Vereinheitlichung des Front- und Fondbereiches bis über die hintere Ladefläche hinaus. Über einen beleuchteten Touchscreen im transparent angelegten Bereich vorne kann der Fahrer je nach Bedarf in der Zentraleinheit Informationen abrufen – eine Weiterentwicklung des „Night Panel“-Features von Saab, das eine neue Ordnung im Armaturenbrett anbietet.

Durch den Verzicht auf Knöpfe und Schalter in der Zentraleinheit hofft man auf eine besonders klare Struktur. Außer einem Einschub für CDs kommt sie mit vier großen Einstellelementen für die Klimaanlage, das Infotainment und weitere Komfortfunktionen für Fahrer und Beifahrer aus. Wichtige Informationen kann der Fahrer durch drei runde Displays im transparenten Bereich ablesen.

In der Mitte informieren der Tachometer und grafische Anzeigen über den Status diverser programmierbarer Systeme wie Reifendruck, Sicherheitsgurt-Status, Glühbirnen-Zustand oder Abstandsmesser vorne und hinten. Im kleineren linken Display befindet sich der Drehzahlmesser, während der Fahrer das rechte je nach Bedarf für verschiedene Informationen wie Kraftstoff- oder Kühlwasser-Temperaturanzeige, Turboaufladung, Öldruck und Öltemperatur-Anzeige, Batterieladezustand und das Motordrehmoment nutzen kann.

Beim Lenkrad in Aluminium-Leder-Ausführung ist der innere Lenkradkranz lediglich in dem Bereich zwischen zwei und zehn Uhr in gebürstetem Aluminium ausgeführt, das obere Drittel hingegen bleibt offen.

Audiosystem, Telefon und die Schaltvorgänge lassen sich über das Lenkrad bedienen. In den Knauf des Handschalthebels ist eine „Mini-Computer-Maus” zum Aufrufen verschiedener Menüs integriert: Audio- und Navigationssystem sowie Heizung und Belüftung werden durch „Zeigen und Anklicken“ bedient.

Der Hebel für die Handbremse ist wie beim 9-4 an der Seite der Mittelkonsole verborgen; in die Rückseite der vorderen Armlehne befindet sich ein kleiner DVD-/Videobildschirm zur Unterhaltung der Fondpassagiere. Unmittelbar hinter dem Handschalthebel befindet sich ein roter Startknopf. Die Aktivierung des Starters und der Instrumententafel erfolgt beim Einsteigen des Fahrers mittels Transponder durch das passive, schlüssellose „Entry-and-start“-System.

9-3 Kombi-Konzept
Abdeckungen aus grün koloriertem Glas und die silberne Lackierung geben dem Saab einen "Coolen Touch"

Das Glasdach bietet den Insassen einen Panoramablick. Durchgängig beigefarbene Ledersitze sollen das Gefühl von Geräumigkeit und Helligkeit unterstützen. Die Beifahrersitz-Rücklehne ist flach nach vorne bis auf das Sitzkissen umklappbar; die Fondsitz-Lehnen lassen sich bis auf das Niveau der Ladefläche absenken. Die Innenverkleidung der Türen und die Griffe sind aus gebürstetem Aluminium.

Die Infotainment-Ausstattung setzt auf die Glasfaser-Technologie des 9-3 auf. Damit sind Satellitennavigation und die Bedienung der TV- und DVD-Monitore vorne und hinten ebenso möglich wie die Verbindung zu e-Mail-, Internet- und WAP-Diensten über Bluetooth.

Emotionale Funktionalität steht als Leitmotiv über dem 9-3 Kombi-Konzept. In der Saab-Definition bedeutet das, dass ein eher nüchterner Vorgang eine neue Dimension erhält und den Fahrer mit einem unerwarteten Extra vielleicht sogar zum Schmunzeln bringt – also spielerisches Design.

Beispiele dafür sind der CargoWing des Saab 9-3 Cabrios, ein wandlungsfähiger Heckspoiler auf dem Kofferraum-Deckel, mit dem sich Skier perfekt verstauen lassen oder die Cupholder in der Modellreihe Saab 9-5, die mit einer beinahe akrobatisch anmutenden Bewegung aus dem Armaturenbrett herausfahren und genauso wieder darin verschwinden – beide Features bieten beim Anblick genauso viel Freude wie Funktionalität im Gebrauch.

Das Konzeptfahrzeug Saab 9-3 Sport-Kombi wartet mit einer ganzen Reihe solcher Funktionen auf und möchte damit den unterschiedlichen Lebensstilen und Freizeitaktivitäten der potentiellen Besitzer Rechnung tragen:

Mit dem „Versteckten“ Fahrradträger lässt sich die Heckklappe öffnen und schließen, während gleichzeitig zwei Fahrräder aufrecht befestigt sind. Direkt unter der hinteren Schutzabdeckung der Heckklappe befinden sich Ösen, die zusammen mit schwenkbaren Halterungen an der hinteren Dachkante zwei Befestigungshalter für Fahrräder aufnehmen, deren Vorderräder abmontiert und innen an Haken gelagert werden.

9-3 Kombi-Konzept
Der raffinierte Fahradträger zeigt den Sinn der Saab-Konstrukteure für durchdachte und witzige Lösungen

Der "Versteckte" Laderaum ist ein durch den halb durchsichtigen Boden der hinteren Transportfläche zu sehendes Extrafach mit zusätzlichen Transport-Möglichkeiten. Eine gasdruckfeder-gelagerte Klappe öffnet den Zugang zu einem zusätzlichen Staufach mit 120 Liter Volumen für Sportgeräte wie Rollerblades oder für nasse, verschmutzte Objekte, die hier separat von der übrigen Ladung im Kofferraum transportiert werden können.

Der Integrierte Dachträger ermöglicht den Transport von Ladegut auf dem Dach ohne längs verlaufende Dachreling. Vier bündig angebrachte Befestigungspunkte halten mehrere Dachkoffer an Ort und Stelle oder garantieren mit Hilfe von Adaptern das sichere und zuverlässige Verstauen des Transportguts. So kann der Besitzer eines solchen 9-3 Sport-Kombis unter anderem zwei Mountainbikes und einen Dachkoffer gleichzeitig sicher transportieren.

Die hydraulisch betätigte Heckklappe ist per Fernsteuerung leicht zu bedienen und reicht bis zum Fahrzeugboden, um das Einladen zu erleichtern. Ihre Funktion als Fahrradträger bleibt dabei voll erhalten.

Der 184 kW/250 PS starke 2,0-Liter-Motor verfügt über Direkteinspritzung, variable Ventilsteuerung, einen zweiflutigen Turbolader und ein automatisches Sentronic +2 Getriebe mit manueller Gangwahl über Schaltwippen am Lenkrad.

Besonderes Augenmerk legten die Konstrukteure auf das Drehmoment im mittleren Bereich. Der Verbrennungsvorgang und der Kraftstoffverbrauch profitieren von einer Direkteinspritzung, die die Durchzugskraft im unteren Bereich bis zu 1.500 Umdrehungen pro Minute um 15 Prozent verstärken soll. Durch die von der stufenlosen Nockenlaufbahn (CVCP: Continuously Variable Cam Phaser) gesteuerten Ein- und Auslassventile wird eine bessere Be- und Entlüftung und gleichzeitig eine stärkere Durchzugskraft im unteren Drehzahlbereich bewirkt; zusätzlicher Nutzen ist eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs um bis zu fünf Prozent bei Voll- und Teillast. Der Vorteil des zweiflutigen Turboladers ist eine bessere Verwertung der kinetischen Energie des Abgasstroms, da dieser statt wie bisher in einen in nunmehr zwei Kanäle gelenkt wird und dort ein Titan-Aluminium-Turbinenrad antreibt; diese Legierung zeigt ein günstigeres Verhalten im Zusammenspiel mit den Trägheitskräften. Dies bewirkt ein besseres Ansprechverhalten des Motors. Die wartungsfreie, kettengetriebene Nockenwelle, die gegenläufigen Ausgleichswellen, das Zweimassen-Schwungrad und der integrierte Ölkühler sind wie bisher Teil des Motors. Der Turbolader ist wie bei der 9-3 Sport-Limousine getriebeseitig hinter dem Motor eingebaut. Im Konzeptfahrzeug 9-3 Sport-Kombi kommt ein wassergekühlter Turbolader zum Einsatz, der mit einem Ladedruck von 1,2 bar arbeitet.

Das automatische Fünfgang-Getriebe Saab Sentronic +2 kann vom Fahrer wahlweise per Handschalthebel oder per Schaltwippen vom Lenkrad aus auch sequentiell geschaltet werden; im Automatikbetrieb bietet es bei Kickdown zwei zusätzliche Zwischenschaltstufen. Im vollautomatischen Betrieb passt sich das Getriebe sowohl dem Fahrer als auch den Straßenbedingungen an und ist so ausgelegt, dass es die Leistungsmerkmale des Turbomotors voll nutzt. Für schnelle Überholmanöver schaltet das Getriebe bei Kickdown zur Maximierung des Motor-Ansprechverhaltens und der Beschleunigung automatisch in einen der zwei Zwischengänge 2.5 oder 3.5. Will der Fahrer direkter ins Geschehen eingreifen, kann er mit dem Handschalthebel manuell über die Schaltkulisse in die Betriebsart Sentronic gehen und mit vollem Kraftschluss im dritten, vierten oder fünften Gang sequentiell hoch oder runter schalten. Schaltwippen am Lenkrad sorgen für die passende Ergonomie.

Die Vierlenker-Hinterachse ist mit Spurlenkern und Kugelgelenken statt der getriebe- und radseitigen Fahrwerkslager aus Gummi und der passiven Hinterradlenkung Saab ReAxs ausgestattet. Bei Kurvenfahrten bewirken die auf die Hinterachse wirkenden elasto-kinematischen Kräfte eine geringfügige Ablenkung beider Hinterräder in entgegengesetzter Richtung zur Lenkeingabe, das heißt, das kurvenäußere Rad geht in Nachspur, das kurveninnere in Vorspur. Je nach Kurvenradius und der daraus resultierenden Last auf der Hinterachse bewirkt eine Bewegung der Vorderräder eine kleine, aber spürbare Abweichung. Durch ReAxs wird dieser Seitwärtseffekt vermieden und das Fahrzeugheck folgt der durch die Vorderräder vorgegebenen Richtung. Für den Fahrer bedeutet diese bessere Abstimmung des Fahrzeugs leichteres Einlenken und besseres Ansprechen auf Lenkimpulse.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Saab)

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