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Aktualisiert am 31.12.2011
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MG TF: Spaßmobil

15.08.2003

MGTF
Der MG TF ist ein echter Sportwagen, der sich auch im Alltag bewährt

Autos wie den MG TF darf man nicht mit den gleichen Maßstäben messen, die für Familiencabrios wie den VW Golf oder den Renault Megane gelten. Bei dem britischen Mittelmotor-Roadster steht ausschließlich der Spaß am Autofahren im Vordergrund – und dafür ist er bestens gerüstet: Das Fahrverhalten ist verbindlich und straff, die Lenkung ist erfreulich direkt und mit einem Kraftaufwand zu bedienen, der gut zum Charakter des Autos passt.

Der Wagen wirkt handlich, untersteuert leicht und bleibt in allen Geschwindigkeitsbereichen, die man auf öffentlichen Straßen fahren kann, gutmütig und beherrschbar. Der hinter dem Fahrer eingebaute Motor klingt für einen Vierzylinder gut, ist aber relativ laut. Beim Fahren über die Landstraße trägt das jedoch zum Vergnügen bei und ist in keiner Weise aufdringlich. Auf längeren Autobahnetappen ist der Geräuschpegel allerdings teilweise etwas hoch.

Vom Komfort einer guten Mittelklasse-Limousine ist der MG natürlich ein gutes Stück entfernt, aber für einen Sportwagen ist er recht komfortabel. Straff abgestimmt, vermittelt er einen sehr guten Kontakt zur Fahrbahn. Nur kurz aufeinanderfolgende Querfugen überfordern manchmal den kurzen Radstand des Autos und haben ein Stuckern und Aufschwingen zur Folge. Roadster sind zum Offenfahren gemacht. Deshalb kommt der schnellen Bedienung des Verdecks eine wichtige Rolle zu. In dieser Hinsicht hinterlässt der kleine Engländer einen zwiespältigen Eindruck: Das qualitativ gute, ungefütterte Verdeck läßt sich sehr leicht über zwei intelligent konstruierte Verschlüsse am Scheibenrahmen öffnen. Unpraktisch ist jedoch, dass man die Heckscheibe über einen Reißverschluss vom Verdeck trennen muss. Das verhindert zwar Knicke und Beschädigungen des Kunststofffensters, ist aber auch der Grund dafür, dass bei plötzlich einsetzendem Regen gute Fingerfertigkeit gefordert ist. Die Sitze sind körpergerecht geformt und bequem. Selbst lange Strecken lassen sich auf ihnen ohne Beschwerden durchstehen.

Der Innenraum überzeugt durch seine wohnliche Atmosphäre: Armaturenbrett und Innenverkleidungen sind mit hochwertigen Materialien überzogen und die hier verwendeten echten Kohlefaser-Applikationen leistet sich noch nicht einmal Mercedes-Benz im SLK. Nur bei den Ablagemöglichkeiten haben die Engländer gegeizt.

Die schön gezeichneten und klaren Rundinstrumente fügen sich gut in das hochwertige Cockpit ein. Der Schalthebelknauf aus Aluminium ist griffsympathisch, das lederbezogene Lenkrad wirkt trotz Airbag grazil und hat genau die richtige Größe.

Das Getriebe will, bedingt durch die sehr kurzen Schaltwege, mit roadstertypischem Druck geschaltet werden. Da die Ebenen jedoch präzise definiert sind, trägt die Schaltung zum Fahrvergnügen bei.

MGTF
Der Mittelmotor begrenzt den hinteren Kofferraum auf einen schmalen Schacht - bei einer Reise ist also Beschränkung angesagt

Obwohl der Kofferraum, dem Fahrzeugkonzept entsprechend, recht klein ausfällt, können doch zwei Personen genügend Gepäck mit auf die Reise nehmen. Man sollte jedoch nichts hitzeempfindliches hineinlegen, da der Motor einiges an Wärme abstrahlt. Mit 100 KW/136 PS aus 1800 ccm ist der Zweisitzer ordentlich motorisiert. Eine geringe Durchzugsschwäche im unteren Drehzahlbereich wird durch die Drehfreude des Motors gut kompensiert. Auch mit geöffnetem Verdeck lassen sich leicht Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 200 km/h erreichen. Der Testverbrauch von 7,5 l auf 100 km ist angemessen.

Die mit hübschen, verchromten Gittern verschlossenen Lüftungsöffnungen des Motors und die doppelten Auspuffrohre im Heckdiffusor unterstreichen optisch den sportlichen Auftritt des MG TF.

Die Verarbeitungsqualität ist gut. Nichts klappert, die Passgenauigkeit ist so, wie man es heutzutage erwarten darf. Durch die kleine Abrisskante, die die dritte Bremsleuchte aufnimmt, ist der Wagen sowohl geschlossen als auch offen nach hinten gut einsehbar. Mit dem TF hat Rover ein Fahrzeug im Programm, das einen hervorragenden Gegenwert bietet. Für einen Preis von 22 050,– Euro wird sportwagentypisches Fahrvergnügen nicht mit dem Verzicht auf Alltagstauglichkeit und Komfort erkauft – eine echte Alternative also zur etablierten Konkurrenz.

(Text: Rainer Roßbach )
(Bild: Rainer Roßbach )

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